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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
746
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746 Kometen

kennbare Spitze oder in eine mit dem Himmelsraume verschwimmende Flächeendigt. Auweilen theilt sich der Schweif und breitet sich fächerförmig aus, wie z. B.der Komet von 1744, welcher sechs, durch dunkle Räume getrennte Strahlen hatte'die unter einem Winkel von 60° auseinander gingen, und der Komet von 1825welcher sich, wiewol weniger deutlich, am 7., 9. und 10. Ott. in drei Strahlentheilte. Die Schweife, die sehr lang sind, zeigen an ihrem Ende eine leichte Krüm-mung, die rückwärts und dahin gerichtet ist, wo der Komet vorher war. Der Kometvon 1811 krümmte sich in seinem prachtvollen Schweife nach entgegengesetztenRichtungen, und der Komet von 1823 machte von allen bekannten Kometen einewesentliche Ausnahme. Er hatte zwei Schweife von verschiedener Lichtstarke.Der größte richtete sich abwärts der Sonne, der schwächere der Sonne zu. Am23. Jan. 1824 war die Länge des ersten 5 °, die des zweiten 4 °. Sie bildetennicht ganz eine gerade Linie und standen 165° von einander. In der Nähe desKerns war der schwächere Schweis kaum zu erkennen- Das stärkste Licht desseldcnwar 2° von diesem entfernt und veeminderle sich bis gegen das Ende.

Aus welchem Gesichtspunkte man auch die Natur der Kometen betrachtenwill, so ist doch sicher, daß die gasartige, leicht bewegliche Masse, die in so ungeheu-rer Menge den Kometenkern umgibt, bei dem Umlaufe desselben um die Sonnedie größten Veränderungen zu erleiden hat. Den Kern ganz umhüllend und wahr-scheinlich dicht zusammengedrängt durch die in der Sonnenfeme wenig wirkendenSonnenstrahlen, dehnt sie sichln der Sonnennähe bis zu einer Weite von vielen,selbst 40 und mehr Millionen Meilen aus, stellt sich abwärts der Sonne und laßtden Kern des Kometen den Einwirkungen der Sonnenstrahlen frei. So scheinendie Kometen durch die große Dichtigkeit ihrer atmosphärischen Hüllen in den fernenThülen ihrer Bahnen vor zu großer Erkaltung und durch die außerordentliche Ver-feinerung derselben in der Nahe der Sonne vor zu starker Erhitzung geschützt zuwerden, und wir dürfen die Möglichkeit der Bewohnbarkeit dieser Gestirne nicht be-zweifeln. Unentschieden ist die Frage, ob die Kometen und ihre Schweife ein eignesLicht haben oder nicht. Die Kerne derselben zeigen sich immer ganz erleuchtet, unddies könnte nicht fein, wenn sie ganz dunkle und undurchsichtige Körper wären, wowir dann, wie bei dem Monde, der Venus und dem Merkur, Lichtphasen wahr-nehmen würden. Allein dessenungeachtet können wir darüber nicht entscheiden, dadie Massen der Kometen so außerordentlich klein und ungeachtet der Sonnennäheimmer von vielen erleuchteten Dünsten umgeben sind. Hevel und Lahne glaubtenzwar bei dem Kometen von 1682 eine Lichtphase erkannt zu haben, aber es waltethier jedenfalls eine Täuschung ob, denn die Instrumente damaliger Zeit gestattetensolche Beobachtungen nicht. Auch Cacciatore in Palermo hat bei dem Kometenvon 1819 eine Lichtphase bemerkt, deren angegebene Lage jedoch nach dem dama-ligen Stande des Kometen und der Sonne einer wahren Phase nicht entsprichtund die Beobachtung zweifelhast macht. Es würde höchst wichtig sein, den Vor-übergang eines Kometen vor der Sonne beobachten zu können, und es hat in derThat der Komet von 1819 am 26. Zun. jenes Jahres Morgens 5 Uhr 40 Minu-ten bis 9 Uhr 20 Minuten Gelegenheit dazu geboten. Aber dieser Vorübergang er-folgte, ehe das Gestirn uns erschien, und da man diese merkwürdige Erscheinung nichtvorher wußte, so konnte nicht daraufaufmerksam gemacht werden. Zufällig hat zwarPastors in jener Zeit einen Nebensteck auf der Sonne bemerkt, aber die Beobachtungnicht verfolgt. Wir sehen die Schweife der Kometen in verschiedenen Lagen und na-türlich nur dann in der größten Pracht, wenn bei der Sonnennähe eines Kometender Winkel an ihm zwischen Sonne und Erde 90° beträgt. Ist uns der Komet inOpposition, d. h. steht er genau der Sonne gegenüber, so können wir gar keinenSchweif, sondern nur einen runden Nebel bemerken, weil der Schweif von unsabgewendet ist. Sowie der Komet dann in seiner Bahn fortrückt, wird uns der