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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
737
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Kolokotronis

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zu erringen. Mit diesen Eigenschaften gerüstet, verließ K. zur Zeit der russischenHerrschaft über die ionischen Inseln (um 1800) seine Heimath, nahm in einemder aus diesen Inseln errichteten griechischen Regimenter Dienste, erweiterte undregelte bei geordneter Disciplin seine mililairische Bildung, vermehrte durch östernWechsel des Ausenthalts auf den verschiedenen Inseln seine Kenntnisse von Verhalt-nissen und Personen, und trat auch, nachdem die Republik der sieben Inseln unterdie Schutzherrschaft Großbritanniens gekommen war (1814), in das vom Gene-ral Church gebildete griechische leichte Infanterieregiment, wo man ihn sogleich alsSubalternoffizier anstellte. Da jedoch kurz barauf^ieses Regiment wieder aufge-löst wurde, so ließ sich K., wahrscheinlich um den Nachstellungen der Paschas inseiner Heimath zu entgehen, auf Zante nieder, unterhielt aber fortwahrend Ver-bindungen mit Morea, zumal da er kurz nach seiner Ankunft vertragsmäßig die Lie-ferung des Bedarfs an Schlachtvieh, welches meist aus dem Peloponnes gezogenwurde, für die Insel übernommen hatte. Daher kam es, daß er von Allem, wasin der Halbinsel und auf dem Festlande vorging, immer bei Zeiten und woh lunter-richtet war, und daß ihm die Besreiungsplane der Hetairie, welche ihn langst in ihrInteresse gezogen haben mochte, schon viel eher bekanntwurden, als man an ihreAusführung denken konnte.. Bei seiner Klugheit sah er wohl voraus, daß ihm imFall eines Aufstandes seine mannichfachen Verbindungen, der Ruf seines Stam-mes und die Überlegenheit seiner militairischen Bildung bald eine Laufbahn eröff-nen müßten, welche sowol seiner unbegrenzten Herrschsucht, als auch seiner Be-gierde nach Vermehrung seines Reichthums volle Befriedigung gewahren würde.Unter dem Scheine patriotischer Gesinnungen, mit welchen er seine eignen selbst-süchtigen Zwecke recht gut zu umkleiden verstand, mag er daher nicht wenig dazubeigetragen haben, den Ansichten der Hetairie in seinem Kreise Eingang zu ver-schassen, und überhaupt einen Volksaufstand zu beschleunigen, über dessen eigent-lichen Zweck, möglichen Verlauf und endlichen Ausgang er selbst wol ebenso wenigzu klaren Ansichten gelanLt sein mochte als die meisten seiner Landsleute. Erwar auf jeden Fall vorbereitet, und wenn ihn auch Zeit und Art des Anfanges dergriechischen Revolution im Jahre 1821 etwas überraschen mochten, so verstand erdoch die Notwendigkeit der Verhältnisse schnell genug für seine Zwecke zu be-nutzen und in den Gang der Ereignisse gleich anfangs aus eine Weise einzuglei-sen, die ihm bei jeder Wendung der Dinge einen bedeutenden Einfluß sichernkonnte. Schon im Febr. 1821 landete K. mit sieben seiner Genossen in demZante gegenüber liegenden Hafen von Korakos, eilte sogleich nach dem Engpassedes Olenos und sammelte um Karitena in wenig Tagen eine kampflustige Scharvon 240 Mann; an diese schlössen sich eine große Menge Moreoten an, welchebisher auf den ionischen Inseln gelebt hatten, und ein Aufruf an die Bewohner von^lis hatte so großen Erfolg, daß K. bereits nach Verlauf von sechs Wochen an derspitze von ^000 Mann gegen Nezero hin ins Feld rücken konnte. An diesem^cte traf er mit dem Erzbischof von Patras, Germanos, zusammen, welcher in^griff gewesen war, sich nach Tripolizza zu Kurschid Pascha als Geißel für diemuhe seines Kirchsprengels zu begeben, unterwegs aber seinen Entschluß geändert,dos Volk zu den Waffen gerufen und selbst den Oberbefehl des Heers übernom-men hatte. Da er jedoch in K. sogleich den tüchtigsten Heerführer in ganz Morea"kannte, überließ er diesen die fernere Leitung seines kleinen Heerhaufens. Seit-b"n betrachtete sich K. als Oberseldherr des Peloponnes, und wenigstens trat an»Ungs Niemand auf, der ihm diese Würde streitig zu machen gewagt hätte. In^hr gebieterischen Ausdrücken machte er Kurschid Pascha zu Tripolizza für jede Un-welche den in seiner Gewalt befindlichen Geißeln angethan werden würde, ver-antwortlich und drohte ihm, im Fall er diese Mahnung mit Verachtung zu stra-'N gedachte, mit furchtbarer Rache. Seine erste entscheidende Waffenthat war die^onv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. II. 47