Druckschrift 
Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
733
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Kobbe Koch ' 7ZZ

Kobbe (Peter von) wurde am 6. Ott. 1793 zu Glückstadt geboren, wäh-rend sein Vater, aus einer im Herzogthum Bremen begüterten Familie stammend,in dänischen Diensten stand. Er wurde bei seinem Großvater, dem Grafen Rantzau,in Untersen erzogen und wählte aus überwiegender Neigung den Militairstand.Erverließ 1811 die Militärakademie in Rendsburg und wurde Offizier beim Leib-ngimcnt Dragoner, welches in Itzehoe und Kiel in Garnison lag. Seinen Auf-enthalt in Kiel benutzte K. die Universttat zu besuchen und er trat 1820 als Ritt-meister aus dem Dienst, um sich dem historischen Lehrfache in Göttingen zu wid-men. Wahrend seines Autenthalts daselbst bis 1825 gab er, außer einigen an-dern Schriften, heraus: „Alteste Geschichte des Herzogthums Lauenburg" (Göt-tingen 1321); „Handbuch der deutschen Geschichte" (Leipzig 1824); „Ge-schichte der Herzogtümer Bremen und Verden" (2 Thle., Göttingen 1824). Erentschloß sich jedoch die akademische Laufbahn aufzugeben und Gvttingen verlas-send, begab er sich nach Wunstorf, wo er Advokat und zugleich Bürgermeister undbald nachher Garnisonauditeur wurde. Hier schrieb er die „Geschichte Schwedens"(2 Bde., Dresden 1828) für die „Historische Taschenbibliothek"; „GeschichteFrankreichs unter Ludwig XVlll. und Karl X." (Celle 1831), und begann dieZeitschrift „Bellona" (Celle 1831). In seiner neuesten Schrift: „Darstellungdes Freiheitskampfes im spanischen und portugiesischen Amerika" (Hanover 1832),tritt er als Gegner der Revolution, nicht sowol ihres Princips, als vorzüglich derMittel, welcher man sich zur Herbeiführung derselben bediente, auf. In seinerSchrift: „Fualdes' angebliche Ermordung" (Celle 1831), unterwarf er den merk-würdigen Criminalfall einer neuen Beleuchtung und foderte Feuerbach zumSchiedsrichter seiner Ansicht aus, dessen Beifallserklarung er bekannt zu macheuversprochen hat. Er legte 1831 seine Stelle in Wunstorf nieder, um sich wiederzan; den Wissenschaften widmen zu können und lebt gegenwartig, mit Fortsetzungseiner „Bellona" beschäftigt, in Hanover. Seine beiden Brüder, in oldenb><rgi-schm Civildiensten, sind gleichfalls als Schriftsteller bekannt, Frie brichv. K. alsÜbersetzer von Cicero's Schrift „De rej>uklicu", und The od o r v. K. als Dichterund Roman schreibet.

Koch (Jean Baptiste Frederic), Obersilieutenant im französischen Gene-ralstab, ist geboren zu Nancy imJahr1782 und stammt aus einer früher imHerzogthum Zweibrücken angesiedelten Familie. Er bestimmte sich für den Dienstder Artillerie; allein da das damals streng gehandhabte Conscriptionsgesetz dasDirectorium nöthigte, die Stellen in der Applicationsschule durch Zöglinge ausbcr polytechnischen Schule, welche jenes Gesetz traf, noch ehe sie ihre Studien voll-endet hatten, auszufüllen, und der jung? K. im MA 1799 die Prüfung glänzendbestanden hatte, so trat er 1800 in die Garde des ersten Consuls. Sein schwa-cher Körper entsprach jedoch seinem Muthe nicht und Mthigte ihn nach Verlauföliger Monate dem Dienste der Reiterei zu entsagen. Im Der. trat er in dasvierte Liniencegimentund diente in demselben bis 1806. Durch den König Joseph,seinen ehemaligen Oberst, nach Neapel berufen, wohnte er als Freiwilliger desstchsten Linienregiments der Belagerung von Gaeta bei und ward als Lieutenantben französischen Grenadieren der königlichen Garde bei ihrer Organisation zuge-eilt. Als dieses Regiment 1603 getrennt wurde, traf ihn die Reihe, mit der nachSpanien bestimmten Hälfte zu marschiren, wo er im Febr. 1809 zum Haupt-mann vorrückte. Im April 1811 ward er zum Bataillonschef im ersten spani--chch Linienregimente ernannt; der Umstand aber, daß er von einem JüngernÜbersprungen wurde, bestimmte ihn, den Dienst des Königs Joseph zu verlassenund m Ende des Jahres 1812 nach Frankreich zurückzukehren. Als Hauptmannuueeer angestellt, ward er im April 18 t 3 dem Generalstab des dritten ArmecrorpsZugeteilt und nach der Schlacht bei Lützen zum 'Adjutanten des Generals Jomini