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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
731
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Kniaziewicz 73 k

derstand. Als die Polen bei der Eroberung von Lorctto den Säbel Sobieski's undUohammed'S Fahne, welche jener König nach dem Entsatz von Wien (1683) derheiligen Jungfrau dargebracht hatte, aufgefunden, erfolgte einstimmig der Be-schkuß, daß Niemand als KosciuSzko den Pallasch ihres großen Königs tragen undder Würdigste auS ihrer Mitte ihm dieses Kleinod zu Paris überreichen sollte.Die Wahl siel auf K. Er erhielt 1798 das Eommando über die polnisch-römischenTruppen, schlug bei Failari den Grafen von Sachsen an der Spitze von 9000Mann, nölhigte bei Calvi den General Mercy, mit 5000 Mann die Waffen zustrecken, und leitete vor Terracina seine Artillerie so gut, daß in wenig Augenblickendie Magazine, Munitionshäuser und ein Geschützpark des Feindes in Flammenaufging. Darauf drängte er die Neapolitaner bis Gaeta zurück und zwang end-lich auch diese Stadt, sich mit 4000 Gefangenen zu ergeben. Für seine Dienstebei der Einnahme von Neapel ernannte ihn Championet zum Brigadegeneral undließ ihm die Auszeichnung zu Theil werden, sämmtliche während des Feldzugs inItalien erbeutete Fahnen dem Direktorium zu überreichen. Auf der Reise nachParis rettete ihn nur eine ungewöhnliche Geistesgegenwart vom Tode. Von auf-rührischen Bauern bei Acquapendente gefangen g.nommen, war er schon in eineHehle geführt, um gerichtet zu werden, als es ihm einfiel, sich für den spanischenGesandten auszugeben, der zu ihrem Besten mit geheimen Aufträgen nach Frank-reich geschickt sei. Dieser List verdankte er sein Leben. Zu Paris erhielt er denAuftrag, eine neue polnische Legion von 6000 Mann am Rhein zu bilden. Baldströmten ihm seine Landsleute von allen Seiten zu, und schon in der Schlacht beiHohenlinden zeichnete sich die neue Mannschaft so vortheilhaft aus, daß er, unterdem Befehle deS General Derne« die zweite Brigade der Division Richepanse ausder Umzingelung des Feindes rettete und gewissermaßen den Sieg entschied.M A. den Befehl erhielt, sich mit seinem Corps nach Strasburg zurückzu-ziehen und bald nachher vernahm, daß der erste Consul die polnische Armee zu sei-ner Garde machen wollte, nahm er seinen Abschied. Die meisten Offiziere folgtendem Beispiele ihres Führers. Die kleine Anzahl Polen, welche aus Mangel anUnterhalt in Frankreich zurückblieb,^ wurde nach Italien geschickt. Bonapartebot dem General K. zu wiederholten Malen den Grad eines Divisionsgenerals infranzösischen Diensten an, allein Letzterer zog es vor, in sein Vaterland heimzu-kehren und, da er wenig Vermögen besaß, ein Landgut zu pachten; bald abergab ihm eine reiche Erbin, von seinem ritterlichen Charakter zur Bewunderunghingerissen, ihre Hand. Als 1806 Napoleon in Polen einfiel, eröffnete KaiserAlexander dem General K. den Entschluß, eine neue polnische Armee zu begründenund seinem Oberbefehle anzuvertrauen. K. wollte nur unter der Bedingung, daßts dem Kaiser gefallen möge, Polen in seiner Unabhängigkeit wiederherzustellen,dieses Anerbieten annehmen. Von der russischen Polizei bewacht, blieb er wah-rend dieses Feldzugs und so lange der Krieg von 1809 dauerte, unthätig; 18 ILaber eilte er unter die Fahnen seines Vaterlandes. Der König von Westfalen nahm>dn in seinen Gcneralstad, mit dem Befehle, einen fortwährenden Briefwechselmit dem Fürsten Schwarzenberg zu unterhatten. Es konnte ihm nicht lange ver-argen bleiben, wie sehr Ostreich gegen diesen Krieg eingenommen war, und mitöseimüthigkeir machte er an Napoleon Anzeige davon. Die Polen verlangtenstürmisch den Feldherrn, dessen bloßer Name schon so viel Vertrauen einflößte, anidrer Spitze zu haben, und so führte K. nun die achtzehnte Diviston des fünftenArmeekorps der großen Armee unrec dem Fürsten Joseph Poniatowski an. K,d^r in der Schlacht an der Moskwa zwei Mal die aus ihrer Stellung gesprengtenzu sammeln und aufs Neue ins Feuer zu führen wußte, hatte großen Antheilan dem theuer erkauften Siege. Mit gleichem Heldenmntbe focht er bei Tscheri-owc und Aoronovo. Sein Rückzug auf letztem Ort war ein Meisterstück von