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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
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Klumpp

sittlich genährt; neben ihrer moralischen Veredlung und neben dem amtlich aufge-tragenen Unterrichte sammtlicher Schüler trug er zu ihrer physischen Erziehungeifrigst bei, führte sogleich die Gymnastik in ihren Kreis ein und ließ dieselbe balddarauf, nach Jahn's Vorgange, als Turnkunft austreten. Seit 1821 leitet erauch die stuttgarter Turngesellschaft, deren Statuten, fetzt erst im Druck erschü,neu (Stuttgart 1832), zugleich das Streben nach sittlicher Einwirkung auf dieAntheil nehmenden Knaben und Jünglinge hervortreten lassen, wie denn K. auchim Winter die altern Turner zu Vortragen über Vaterlandskunde, deutsche Li-teraturgeschichte u. s. w., zu Rede- und Disputirübungen um sich zu versammelnpflegt. Als Lehrer und Erzieher war er früher mit einigen gleichgesinnten Freun-den zu wechselseitiger Berarhung zusammengetreten, und wie sie sich zur Einfüh-rung der gymnasiischen Übungen in ihren Schulkreisen entschlossen hatten, so bil-deten sie sich spater für ihren Beruf gemeinschaftlich weiter aus; sie besorgten z. B.mit einander die nunmehr in den würtembergischen lateinischen Schulen eingeführtelateinische Chrestomathie und veranlagen eine studimrathliche Anordnung vonConferenzen der Lehrer lateinischer Schulen im ganzen Lande. In seiner unterrich-tenden Thätigkeit war K. tbeils durch seine allgemeinere und praktischere Richtung,namentlich seine Vorliebe für Salzmann, theils durch die fortgesetzte Wahrneh-mung der Verhaltnisse, in welche er selbst hineingestellt war, und durch Erinnerun-gen seines eignen frühesten Bildungsganges, über die engern Schranken des Hu-manismus, und zwar, wie er in recht enger Begrenzung seine Herrschaft in denwürtembergischen Trivialschulen fest begründet hatte, unwillkürlich hinausgeführtund eben damit zur Vergleichung und Prüfung ausgefodert. So geschah es, daßin zwei Nachbarländern zwei namhafte Stimmen über denselben Gegenstand insehr verschiedenem Sinne laut wurden. Thiersch in München hatte die würtem-bergischen Gclehrtenschulen besucht, die in diesem Lande weit verbreitete und wohl-begründete elastische Bildung als Resultat der Unterrichtsanstalten kennen gelernt,und die Einrichtung dieser Schulen, worin der Unterricht in den alten Sprachenim frühesten Alter und sofort beinahe ausschließend getrieben und darüber Sach-wissenschaft und Muttersprache oft ganz vernachlässigt wird, als einen höchst glück-lichen Zustand im Vergleich mit den zerrütteten Verhaltnissen der Schule in Baierngeschildert. Zu gleicher Zeit trat nun in dem von Thiersch gepriesenen Lande selbstein langst dort angesehener Schulmann mit entgegengesetzten Wünschen für dievaterländischen Unterrichtsanstalten, indem er namentlich über die einseitige An-wendung des Humanismus Klage führte, hervor. An der Hand vieljähriger Er-fahrung hatte sich ih.m eine Theorie gestaltet, worin er auf der Basis des, wieihm schien, einfachsten und naturgewaßesten Bildungsganges eine Vereinigungbeider Systeme so erkannt zu haben glaubte, daß er in der gleichmäßigen Ausbil-dung der beiden Elementarkrafte aller geistigen Entwicklung im Kinde, dem ebensowichtigen als gewöhnlich vernachlässigten Anschauungsvermögen und demSprach-vermögen, die Grundlage für Form und Stoff des Jugendunterrichts fand, indemin der Ausbildung des erstern die Sachwissenschaften gegeben waren, sofern an densogenannten allgemeinen Anschauungsunterricht im ersten lementarischen Alterdie Arithmetik und Geometrie (als Anschauung der Zahl und der geometrischenForm), die Naturgeschichte und (elementarische) Geographie in natürlicher Ent-wicklung sich anreihen; durch die Ausbildung des Sprachvermögens aber zuerstdie Bildung für die Muttersprache nach richtiger methodischer Behandlung gegebenund erst auf diese Basis, wenn indessen auch in den Sachwissenschaften schon eini-ger Grund gelegt worden, etwa im zehnten Jahre des Schülers die alten, überhauptdie fremden Sprachen gebaut werden. Beide Bildungsmittel aber stehen in engemnatürlichen, obgleich häufig ganz übersehenen Zusammenhange und ergänzen sichgegenseitig. Diese hier bezeichnete allgemeine Vorbildung soll nun bis zur ersten