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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
726
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meln. Als er zu Anfangt 1815 sich in dem Besitz eines ansehnlichen, bloß fürseinen Privatgebrauch gesammelten Vorraths sah, ward er zu dem Entschlüsse, dieVerhandlungen det Congresses zu sammeln, durch die Erwägung geführt, daßschwerlich ein Privatmann so viele und so wenig mangelhafte Mittheilungen demPublicum vorzulegen im Stande sein, und wol kein Hof je eine gedruckte Samm-lung der Congreßacten veranstalten werde, zumal da keiner, den wiener Hof ausge-nommen, im Besitze so vieler Urkunden sei als er. So entstand die für die Ge-schichte eines denkwürdigen Zeitabschnitts hochwichtige und reichhaltige Samm-lung : „Acten des wiener Congresses in den Jahren 1814 und 1815", wovon nochin den letzten Monaten der Versammlung die ersten drei Hefte (Erlangen 1815)erschienen; doch hielten ihn Gründe der Klugheit ab, in diesen Heften Protokollemilzutheilen und schon damals sich als Herausgeber zu nennen, um nicht eine viel-leicht nachtheilige Aufmerksamkeit auf den Urheber einer solchen, während derDauer des Congresses gedruckten Sammlung zu ziehen. Sein Bestreben bei derHerausgabe der Aktenstücke war darauf gerichtet, einen richtigen Text zu liefern,und zu diesem Zwecke wurden mehre Abschriften sorgfaltig verglichen. Als dieSammlung mit dem achten Bande (1819) schloß, gab er die Versicherung, daßsie nicht ein Aktenstück enthalte, das seine Amtsverhältnisse ihm verschafft hätten,keines, da< nicht auf redlichem Wege in seinen Besitz gekommen, nichts, wodurcher Vertrauen getäuscht oder eine Amtspflicht bloßgestellt, aber auch nicht eine Ur-kunde, die irgend ein Hof ihm zur Bekanntmachung mirgetheilt hätte, obgleichihm von hochgestellten Staatsmännern die Mittheilunz fehlender Aktenstücke, na-mentlich derjenigen, die zu den Verhandlungen über die polnisch-sächsische Frage ge-hören, war versprochen worden. Von den beiden wichtigsten Aktenstücken, dem„Acte Qua! llu conxr«« lleVienne"und der deutschen Bundesacte veranstaltete ereinen besondern Abdruck (zweite Aufl., Erlangen 1818), der sowol durch kritische Be-richtigung des Textes al< durch eigne Zugaben vor dem in den „Acten" befindli-chen Abdruck sich auszeichnet, und durch Nachweisung der Verhandlungen über dieeinzelnen Bestimmungen der Bundesacte für die Entstehungsgeschichte derselbenwichtig ist. In der „Ubersicht der diplomatischen Verhandlungen des wiener Con-gresses" (3 Abtheilungen, Frankfurt am Main 1816) gab er eine Geschichte desGanges der Verhandlungen und mehre Abhandlungen und Berichte über einzelne,die deutschen Angelegenheiten betreffende Gegenstände. Durch seine vielfältigen Er-fahrungen und als Augenzeuge der Entstehung dcs neuen Föderativspstems warK. vor Andern berufen, das Bundesstaatsrecht systematisch darzustellen, wie eSsein „Öffentliches Recht des deutschen Bundes und der Bundesstaaten" (Frankfurtam Main 1817) gethan hat, das 1822 in der zweiten und 1831 in der dritten viel-fach verbesserten Ausgabe erschienen ist. Dieses treffliche Werk ist ebenso sehr durchgute Anordnung, gründliche Erörterung und erläuternde Rückblicke auf die staats-rechtlichen Verhältnisse des deutschen Reichs und das ehemalige Terrirorialstaats-rccht, als durch freimüthige Anerkennung der Rechte der Völker ausgezeichnet.K. steht an der Spitze der deutschen Staatsrechtslehrer, aber er ist kein Hofpu-blicist und verbindet mit den Vorzügen der alten publicistischen Schule ein klaresVerständniß der Zeirfoderungen. An dieses Werk schloß sich seine „Quellen-sammlung für das öffentliche Rechedes deutschen Bundes" (dritte Aufl., Erlan-gen 1830), während er zugleich das europäische Völkerrecht in seinem „Droitlles Sen» möllern« lle I'Laro^e (2Bde., Stuttgart 1819, deutsch ebendaselbst1821) bearbeitete. K. hatte bereits seit 1814 Einladungen zum Eintritt in denpreußischen Staatsdienst erhalten und trat endlich 1817 als geheimer LegationS-rath unter dem Staatskanzler von Hardenberg, dessen Gunst und Freundschaft erseit vielen Jahren genossen hatte, in das Ministerium der auswärtigen Angelegen-heiten. Er war seitdem bei mehren politischen Verhandlungen in Frankfurt am