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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
724
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724 Klostcrwesen in Baicrn

K. die Feldzüge von 1813 und 1814 mit, und wohnte keiner Schlacht bei, inwelcher er nicht neue Lorbern errungen hätte. Ein schöner Zufall aber wollte, daßder Prinz Eugen noch in Rußland seinem Lebensretter in eigner Person die Schuldabzahlen konnte, indem K. in der Gegend von Lowicz, von Kosacken umzin-gelt, kaum der Gefangenschaft entronnen wäre, hatte der wackere Fürst die Ge-fahr nicht noch früh genug erkannt und, mit seinen Adjutanten herzusprengend,den Feind in die Flucht geschlagen. Diese Befteiungssccne hat der durch seinenPhilhellenismus und sein Künstlertalent gleich ausgezeichnete General Heideg-ger in einem höchst gelungenen Gemälde verewigt, das mit besonderer Vorliebe demKunstfreunde in der Galerie Leuchtenberg zu München gezeigt wird. Zum Mi-litair geboren, blieb K. auch nach seiner Rückkehr in das Vaterland in activemDienste, allein seine Kränklichkeit, die Folge seiner Wunden, hinderte ihn, der Ar-mee fortan Das zu sein, was er wünschte. Öftere Badereisen entfernten ihn vonder Fronte, aber nicht von dem Herzen seiner Soldaten. Als das polnische Volkam 29. Nov. 1839 in einem allgemeinen Aufstande sich erhob, befehligte er dieerste reitende Jägerdivision, welche, sowie die Uhlanendivision des Generals Wei-ßenhoss, unter dem Oberbefehl des verrufenen Rozniecki gestanden hatte. Nach derAbdankung des Dictators führte K. mit Weißenhoffdasinterimistische Commandobis zur Wahl des neuen Generalissimus Radziwill. Wäre der edle K., der damalsso kranklich war, daß er kaum das Pferd besteigen konnte, nur zehn Jahre jüngergewesen, so würde die Armee sich keinen andern Führer gewünscht haben. AusRücksicht auf seine Gesundheit bat er sich selbst den Befehl über die Truppen amlinken Weichselufer aus. Bei allen wichtigen Ereignissen aber war er in Warschau,um von hier aus wenigstens mit seinem Kopfe des Vaterlandes Wohl zu berathm.Polen hat gewiß keinen wärmern und uneigennützigem Patrioten als K., der inseiner rührenden Einfachheit so viel Menschengröße und Bürgertugcnden vereinigt,daß selbst Rußland ihm den Tribut der Bewunderung nicht verweigern kann. (8)Klosterwesen in Baiern. Man rechnet, daß fast die Hälfte allesGrundeigenthums in Baiern vor der Säcularisation den Klöstern, etwa 299an der Zahl, eigen war; von 29,897 Höfen waren 12,779 klösterlich, allediese aber, im Vergleich mit den königlichen und adeligen Gutsuntetthanen, aufeine so überschwengliche Art belastet, daß nach der Säcularisation theils u.rgc-heure Rückstände, zu 199,999 Gulden, nur in einzelnen Gerichten erlassen,theils für die Zukunft die Abgänge beträchtlich vermindert werden mußten. Durchden Verkauf der Klostergüter sind 7 Millionen an alten Staatsschulden, dieman an Zahlungsstatt angenommen, vernichtet, neue Barschaften gewonnen,Fabriken, namentlich Benedictbeuerns Musterwirtschaften in den Händen derneuen Besitzer, bürgerliche Brauereien, stabile Pfarreien, neue Schulhäuser ingroßer Anzahl errichtet worden, sodaß daraus ein ganz anderes Bild der veredeltenLandwirthschaft hervorgegangen ist. Allein die den verkauften Klostergütem auf-erlegten Steuern machen mehr aus, als was mau früher von einer Zeit zur andern,unter tausenderlei Reversen und Capitulationcn, aus der tobten Hand der Klösterhat erpressen können. Ein Concordat mit dem Königreich Beiern ward 16L7 ab-geschlossen, bald nach dem Abgang des großen bairischen Ministers von Montgelas,der alle ftühsrn Lockungen und Einflüsterungen zu einem solchen schädlichen. Ver-rrage zurückzun ess n wußte. Wenigstens hat sich die Stimme der Öffentlichkeitlaut dahin äußern wollen, daß unter allen Concordaten, die vom Anbeginn mitdein römischenStuhlin ganz Europa geschlossen worden, das bairische das schlimmste,für die Regierungsrechte das nachtheiligste und ganz im Geist des finstersten mittel-alterlichen Hiloebrandismus abgefaßt sei, welches wir dahingestellt sein lassenmüssen. Wenigstens sind alle später» Concordate mit den andern Negierungen ineinem ganz andern liberalem Sinn an den Tag getreten, und selbst Das, was