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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
722
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722 Kleinkinderschulen

400 solche Anstalten auf den verschiedensten Punkten des Reichs in Wirksamkeitsind. Eigne Gesellschaften sind zusammengetreten und wirken mit seltenem Eifer undgroßen Aufopferungen, um die Bewahrschulen immer allgemeiner herzustellen, und «es wurden sogar eigens Lehrer angestellt, die zur Gründung derselben im Lande um,

Herreisen. Vergl. Pole's „Observation» relative to Infant scllools" (London ^ ,1823); Mayo's Schrift über Kleinkinderschulen (London 1827); Wilderspin, „Überdie frühzeitige Erziehung der Kinder und die englischen Kleinkinderschulen" (übersetzt 'h

von Wertheimer, Wien 1828), und Bialloblotzkv, „Das britische Unterrichtswesin"(Bd. 1, Lemgo 1828). Die Vereinigten Staaten sind diesem Beispiele bald ge- ^ lfolgt und haben jetzt zahlreiche Bewahranstalten, die das Kind von dem zartesten ,

Alter aufnehmen. Durch den Eifer, mit welchem man in England die Sache be- BB^trieb, wurde nicht nur in Deutschland, sondern auch in mehren andern Staaten dieAufmerksamkeit von Neuem diesem Gegenstande zugewendet. Ganz nach dem kisiM"Muster der in Detmold ward die Kinderpfleganstalt in Genf eingerichtet. Um dasVolk mit den Zwecken dieser Anstalten bekannter zu machen, verordnete das pceu- W^rl.ßische Ministerium den Ankauf der erwähnten Schrift Wilderspin's aus den Kit- Wach»chen- und Schulcafsen. Der König der Niederlande foderte die Schulräthe undausgezeichnetsten Pädagogen seines Staats auf, ihm Plane zur Einrichtung von MnrÄKleinkinderschulen vorzulegen. Man begründete nicht nur in Paris eigentliche Bc-wahrschulen, sondern richtet? auch in mehren andern Städten des französischen DWStaats besondere Salles U'asile pour la premiere enkance ein. Auch in der ÄiiW»Schweiz, in Schweden und in Kurhessen wurden sie wiederholt der Aufmerksam- Dnhülkeit des Publikums empfohlen. Nicht minder lebhaft interessiere man sich für dieseAngelegenheit in Sachsen, Preußen und Ostreich, und suchte es durch die That zu önMAbeweisen; Dresden erhielt schon 1828 eine Bewahranstalt, die aber nur ein höchst WWmangelhafter Versuch blieb, welchem erst 1830 zwei vollkommenere Anstalten WMfolgten, nachdem in Freiberg durch die menschenfreundlichen Bemühungen des mMAmtspredigers, Seminardirectors Döhner 1829 in Sachsen die erste wohleingc- ^richtete Bewahr- und Beschäftigungsanstalt für Kinder armer Altern von 1^ bis sjimM5 Jahren zu Stande gekommen war. Vergl. Döhner, „Über Bewahr- und Be-schäftigungsanstalten für noch nicht schulfähige Kinder armer Altern" (Freiberg1829). In Preußen fanden sie vorzüglich in der Provinz Brandenburg Eingang.

Durch die Bemühungen eines Wohlthätigkeitsvereins vorzüglich von Frauen, dessen BGukZweck es war, die Noch und das Elend armer Familien zu mildern, ward es mög-lieh, daß am 10. April 1830 zu Potsdam eine Kinderpfleganstalt, welche die dct-molder und genfer sich zum Muster genommen hatte, eröffnet werden konnte.

Diese gab die Veranlassung, daß auch Brandenburg, Havelberg und Nawawesschon 1831 ähnliche Institute einrichteten. Vergl. von Türk, „Der Wohlthä-tigkeitsverein in Potsdam" u.s. w. (Potsdam 1831). Auch in der östreichischenMonarchie hat man das Bedürfniß der Zeit erkannt und fördert die Errichtung vonBewahranstalten. Die erste ward zu Ofen, das jetzt deren drei hat, durch die Gräfin ^ ^Brunsrik von Korompa, welche später auch in Pesch und Presburg durch die Ein-richtung ähnlicher Anstalten sich große Verdienste erwarb, 1819 gestiftet. In dem-selben Jahre noch war auch Neusohl durch ein Vermächtnis im Stande, eine ^ 'solche Anstalt zu errichten. In Wien, wo 1830 die erste errichtet ward, bestehen ^bereits fünf unter Leitung des Domherrn Turgan, die bedeutende jährliche Unter-stützungen von Seiten der Kaiserin erhalten, und zu Pesch drei, welche durch die Erz» ^Herzogin Maria kräftig unterstützt werden. Ähnlicher Institute erfreuen sich bereits M!Presburg, Klausenburg, Gräz und Cremona. Bald dürsten solche auch zu ^Prag durch die Bemühungen des Oberstburggrafen von Chotek und zu Linz insLeben treten. Vergl. Rehlingen, „Die Bewahrschule für kleine Kinder" (Wien . Nch1832). Die Bahn zur Einrichtung von Bewahrschulen, deren Nutzen immer all-