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646 Kapodistrias (Familie)
werthvollen Sachen nach der Festung in Sicherheit bringen möchten. Die hierausentstehende Besorgniß legte sich jedoch schon am folgenden Tage gänzlich, als dieRu-melioten zugleich mitihrenAbgeordneten in größterOrdnung ihrenEinzug hielten, undsogleich Anstalt trafen, auch für die Zukunft jeden» Unfug vorzubeugen. In einerVersammlung der Deputirten und der Kapitanys ward beschlossen, die bereits zuArgos förmlich constituirte Nationalversammlung nach Perachore zu verlegen,eine Regierungscommisston, bestehend aus Kolettis für Rumelien, Zaimis fürden Peloponnes und Konduriotis für die Inseln, einzusetzen, Rumelien zu denWaffen zu rufen, neue Provinzialgouverneurs und Demogeronten nach den altenGemeinderechten zu ernennen, dann eine neue Wahl der Abgeordneten für die Be-zirke, für welche sie noch fehlten, vorzunehmen und Megara militairisch zu be-setzen, damit man dann mit Hydra, Maina und überhaupt dem Peloponnes, wosich die einflußreichsten Familien, die Zaimis, Delianis, Londos, Notaras, be-reits für die Sache der Numelioten erklart hatten, um so sicherer in Verkehr blei-Heu könne. Die Besetzung von Megara suchte' man vorzüglich deshalb zu beschleu-nigen, weil man sich von da bald der höchst vortheilhaften Stellungen in den so-genannten Derdennen (Engpässen) versichern konnte, durch welche allein eineVerbindung des westlichen und östlichen Griechenlands mit dem Peloponnes zuLande möglich ist, deren Vertheidigung die wenig Mannschaft erfodernden Pässebei Kondura, Kendili und Perachore ungemein erleichtern. Kaum war daher dieVersammlung in Perachore eingesetzt, als Chrysiotis gegen Megara ausbrach undnach kurzem Widerstände den auf den Höhen von Megara aufgestellten Kapitany 'Zacho-Milos zum Rückzüge nach Salamis nöthigte. Doch folgten ihm nur 7,^etwa 60 seiner Leute; die übrigen traten freiwillig zum Corps des Chrysiotis. ^Hatte sich dieser stark genug geglaubt, zu gleicher Zeit das Gewonnene zu bchaup-ten und die Eroberungen weiter auszudehnen, so würde er wahrscheinlich damals ^auch schon Eleusis und Salamis besetzt haben, wodurch eine unmittelbareVer-bindung mit Athen und dem Piräos, von hier aber mit Hydra und den Insel»»,wäre gewonnen worden. Hierzu bedurfte man aber noch Verstärkungen, die auchbald eintrafen. Fünfhundert rumeliotische Palliaren von Talanti st'eßen überThcben zu»»» Hauptheere, und 1500 Olympioten, von dem Kiutacher gedrängt,folgten ihrem Beispiele, während mehre früher nach Hydra geflüchtete Kapitanys»nit ihren Leuten in Porto-Raphti in Attika landeten, und sich von da über Athenund Kondura nach dem Hauptquartiere bei Megara begaben. Noch im Laufe desJan. 1832 sammelte sich auf diese Weise am Jsthmos eine bewaffnete Macht von8000 Mann, welche theils aus einer von den Kapitanys gebildeten Casse, theilsvon den freiwilligen Beiträgen einiger wohlhabenden hydriotischen Familien gutund pünktlich besoldet wurden. Zu gleicher Zeit war man auf die Bildung einerkleinen Seemacht bedacht; und sobald nur die Verbindungen mit Hydra wiedermit einiger Sicherheit unterhalten werden konnten (denn die schon im Aug. decre-tirte Blokade wurde nur noch zum Scheine und sehr schwach fortgeführt), erhieltMiaulis, zum Oberadmiral ernannt, von der Regierungscommission zu Pera-chore, von welcher sich zwei Mitglieder, Konduriotis und Zaimis, damals selbstin Hydra befanden, den Auftrag, sechs Schiffe auszurüsten, und alle griechischenStationen im Archipel für die Zwecke der Regierung von Perachore unter seineBefehle zu nehmen. Auch die Nationalversammlung gewann indeß an dem ge-nannten Orte bedeutend an Umfang. Die meisten in Hydra versammelt gewese-nen Deputirten waren bereits in den ersten Wochen des Jahres mit Maurokorda-ros über Athen und Megara in Perachore angelangt, und da sich auch von denneu gewählten Deputirten viele sehr bald einfanden, so zählte diese Nationalver-sammlung noch vor Ausgang des Monats Jan. schon 145 Mitglieder, eine Zahl,welche die zur Constituirung eines gesetzlichen Nationalcongresses nöthigen zweiDrittheile vollkommen erreichte.