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Kavodistrias (Familie).
ner französischen Brigg erfolgte. Hierbei blieb jedoch das Triumvirat von Nauplianicht stehen. Unverzüglich wurden sechs Schisse ausgerüstet und nach dm Inselndes Archipels ausgeschickt, angeblich, um deren Bewohner durch Mittel der Güteund Überredung zur Anerkennung der Regierung in Nauplia zu bewegen, in derThat aber, wie sich bald offenbarte, um die frühern Wahlen der in Hydra versam-melten Abgeordneten für ungültig zu erklaren, dann neue zu erzwingen, welche einder Regierung günstiges Resultat geben sollten, und zunächst in dieser Absicht diewider den Willen des Präsidentenvom Volke selbst eingesetzten Demogorontien aus-zulösen, sowie, wo möglich, überall der Regierung ergebene Gouverneurs anzu,stellen. Daß eine solche Maßregel allgemeinen Unwillen und Schrecken erregenmußte, ließ sich ebenso leicht voraussehen als das völlige Mislingen der ganzenUnternehmung. Bei Hydra, das noch von einer russischen Brigg blokirt wurde,wagte man gar nicht zu landen; aufSiphanto, Thermia und einigen andern klei-nern Inseln, wo man die Befehle der Commission wirklich in Ausführung zubringen gedachte, erklarten die Einwohner, wahrscheinlich im Vertrauen auf denBeistand einer französischen Brigg, welche das Geschwader von Nauplia beobach-tete, um etwaigen Gewaltthatigkeiten vorzubeugen, geradezu, sie seien mit ihrenVerhältnissen gänzlich zufrieden, und hatten durchaus keine Veranlassung, irgendeine Veränderung in Bezug aus ihre Demogeronten oder bereits gewählten Ab-geordneten zu wünschen; und in Syra, wo man durch die feindlichen Absichtender neuen Regierung den Handel gefährdet glaubte, stieg bei der Nachricht von derAnnäherung jenes Geschwaders die Bestürzung so hoch, daß man unverzüglichalle Geschäfte abbrach, um schleunigst einen Theil der vorhandenen Waaren aufSchisse zu bringen, um sie der rohen Raublust der Negierungssoldaten zu ent-ziehen, welche man seit den Vorfällen auf Poros nur zu gut kannte; ja man be-waffnete sogar 400 Mann, und war überhaupt fest entschlossen, Gewalt mitGewalt zu vertreiben. Zum Glück kam es hier nicht so weit. Das Geschwader,von diesen Vorgängen vielleicht benachrichtigt, erschien nicht; und die Syriotmließen mittels des französischen Stationscommandanten der Regierungscommissionerklären, hinsichtlich ihrer Demogeronten und Abgeordneten würden sie sich keineVeränderung gefallen lassen, würden aber keineswegs anstehen, sobald ihnen dieRegierungscommission Bürgschaft für völlige Amnestie leiste, dieselbe anzuerken-nen und ihr die öffentlichen Einkünfte des Hafens und der Insel zukommen zulassen, wobei wir bemerken, daß die Hafcneinkünfte damals noch monatlich aufwenigstens 10,060 Thaler angeschlagen wurden, und 50,000 Thaler angeblichnoch in der Gemeindecasse vorräthig waren, die man der Regierung im Fall derNoth zum allgemeinen Besten gern überlassen haben würde. Nicht einmal der-gleichen wahrhast edle Anerbietungen scheint die Regierung beachtet zu haben, umdesto ungestörter dem alten Gewaltsysteme huldigen zu können. Fortgesetzte Ver-haftungen zu Nauplia, die Entlassung mehrer der angesehensten Beamten im Ci-vil- und Militärdienst — unter Andern des französischen Obersten Gerard, welchererst nach Griechenland berufen worden war, um die Organisation der regelmäßigenTruppen zu leiten—, Willkür jeder Art, vorzüglich in der Zusammensetzung derNationalversammlung, die man doch nicht umgehen konnte, gaben davon diedeutlichsten Beweise.
Dabei war die äußere Lage der Regierung nichts weniger als günstig; dieGassen waren leer— als ganzen Bestand des Staatsschatzes gab man um diefeZeit 3000 Phönix an — und der Ansprüche an dieselben zu viele, als daß man anihre Befriedigung hätte denken können; nicht einmal den Truppen, die man dochauf jede Weise zu fesseln suchen mußte, konnte ein dreimonatlicher Soldrückstandgezahlt werden; und da man nicht mehr mit Sicherheit auf die laufenden Einnah-men rechnen konnte, ja selbst eine eben aus Rußland angekommene Subsidien-