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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
639
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Kapodistrias Mamille) 639

'ierungscommission Vertrauen erweckten und als sichere Bürgschaft für einefriedliche Ausgleichung der noch streitigen Verhältnisse gelten konnten. DabeiMe es auf der andern Seite, namentlich zu Nauplia, nicht an Menschen, welcheaus Furcht, daß bei ruhiger Entwickelung der Verhaltnisse ihr Antheil an denSchändlichkeiten des alten Gewaltsystems offenkundig und straffällig werdenmochte, alle Triebfedern in Bewegung setzten, um durch eine blutige Reaction desgemeinen Volkes gegen die Feinde des Präsidenten, die man dadurch gleichsam alsMitschuldige am Morde brandmarken zu können hoffte, jener für sie so gefahrvollenruhigen Entwickelung soviel möglich vorzubeugen. Auch dies aber gelang nicht;und selbst die allerdings mit großer Willkür und ungesetzlicher Eilfertigkeit am 19.und 2V. Ott. vorgenommene Verurtheilung und Hinrichtung des einen Mörders,Georgias Mauromichalis (s.Allgemeine Zeitung", 1831, Nr. 365, außerord. B.und den ArtikelMauro mi chali s), veranlaßte, ebenso wenig irgend eine Stö-rung der öffentlichen Ruhe, als die gleich darauf erfolgte feierliche Beisetzung desLeichnams des unglücklichen Präsidenten.

Wie sehr man indessen diese friedliche Stimmung auf Seiten der Regie-rungscommission und ihres Anhanges misverstand und nur als günstige Gelegen-heit zur Beibehaltung und fortgesetzten Anwendung der alten verhaßten Regie-rungsgrundsätze betrachten mochte, zeigte sich nur zu bald in dem Benehmen der-selben gegen die Opposition auf Hydra und die Inseln des Archipels, deren scho-nendste Behandlung ja selbst die gemeinste Klugheit gebot. Anstatt aber dieser zufolgen, schien Graf Augustin K., im Vertrauen auf die Talente und Mittel seinerGetreuen, eines Metaxas, Sikelianos, Perukka und Kolokotronis, eher entschlos-sen, Alles aufs Spiel zu setzen, als dem Systeme seines Bruders nur im Gering-sten untreu zu werden. Um so mehr verdient unter solchen Verhältnissen nichtsgrößere Anerkennung, ja Bewunderung, als die Mäßigung der Opposition aufHydra. Selbst derApollon", der heftigste Gegner des alten Systems, sprachmit aufrichtigem Bedauern über das tragische Ende des Präsidenten und erklärte,daß es augenblicklich die gerechte Erbitterung der Hydrioten gehoben und den groß-müthigen Gefühlen Platz gemacht habe, die jetzt alle Bürger um den Altar desVaterlandes und der Freiheit versammeln würden. Schon am 13. Oct. begab sichin diesem Sinne, unter der Gewähr von Frankreich und England, eine Deputa-tion der Hydrioten, bestehend aus dem Fürsten Maurokordatos, Admiral Miau-lis und Tompasis, nach Nauplia, um der Regierungscommissivn zu erklaren, daßdie Inselbewohner des Archipels bereit seien, sich dem auf den 20. Sept. festgesetztgewesenen Nationalcongreß anzuschließen, dessen Beschlüssen zu gehorchen, undüberhaupt zu jeder Ausgleichung der streitigen Verhältnisse willig die Hand zu bie-ten. In der Hoffnung, daß ein solcher Schritt nicht ohne den gewünschten Erfolgbleiben könne, hatten schon mehre der bedeutendsten Oppositionsmännec vom Fest-lande die Insel Hydra wieder verlassen und sich in ihre Heimath zurückbegeben;und auch Polyzoides war Willens, die Redaction desApollon" wieder nach Nau-plia zu verlegen, sobald ein günstiger Ausgang der Unterhandlungen seinen PressenSicherheit gewähren würde. Leider wurden diese Erwartungen getäuscht. DieLandung einiger Unruhstifter von Hydra, welche mit der Sache der Oppositionburchaus nichts gemein hatten, in dem Hafen Tolon, die Wahl des noch wegenber Vorfälle bei Poros als Verbrecher betrachteten Miaulis zum Mitglieds der De-putation, und dex hier und da anstößige Ton des dem Senate überreichten Schrei-bens der Hydrioten, vielleicht auch der Umstand, daß dieses Schreiben nicht an denPräsidenten der Commission, sondern an den Senat gerichtet war, schienen derneuen Regierung Grund genug, jedes Anerbieten der Opposition mit Bestimmt-et zurückzuweisen und die Deputation nach kurzem Aufenthalte zur Heimkehrnach H^ra zu zwingen, die auch wirklich schon am 14. Oct. unter Begleitung ei-