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Kapodistrias (Familie)
nur zu spät gab der Präsident in der größten Bedrängniß dem ungestümen Verlan,gen des ganzen Volkes und den dringendsten Vorstellungen seiner letzten Freundenach, und entfernte im Jul. 1831, zugleich mit dem Justizminister Genatas, denKriegsminister Viaro von aller weitern Theilnahme an den öffentlichen Geschäftendes griechischen Staats. Von den Verwünschungen des Volkes, das vorzüglichihn als den Urheber seines jüngsten Misgeschicks betrachtete, verfolgt, entgingViaro in der Unbedeutendhcit, aus der er hervorgegangen war, dem rächendenGeschicke, das ihm wenige Wochen später vielleicht einen, wenn nicht schimpfli-chem, doch gewiß traurigem Ausgang bereitet haben würde. Schon im Aug.kehrte er nach Korfu zurück, wo er, so viel uns bekannt ist, noch jetzt in der Zurück-gezogenheit lebt. Mit welchem Rechte man ihm Schuld gegeben hat, daß er selbstnoch bei seiner Rückkehr bedeutende Summen aus dem Staatsschatze mit nachKorfu genommen habe, müssen wir, auf die bloße Angabe einiger Oppositions-blätter hin, unentschieden lassen.
Jony Maria Augustin K., ein jüngerer Bruder des Präsidenten,studirte zu Korfu ebenfalls die Rechtswissenschaften, und lebte daselbst noch ganzohne bestimmte Thätigkeit, als es K. für gut fand, ihn gleichfalls nach Äginazu berufen und zu einer Hauptstütze der ihm anvertrauten Gewalt zu ma-chen. Wahrscheinlich auf Betrieb des Präsidenten kurz nach seiner Ankunft, imJul. 1828, mit dem Bürgerrechte von Napoli di Romauia beehrt, lebte Augustinanfangs meistens in der Nähe seines Bruders, begleitete diesen auf feinen er-sten Reifen nach den Inseln und dem Peloponnes, besuchte aber auch schon imHerbste dieses Jahres, in Begleitung eines russischen Obersten, der das volle Ver-trauen des Präsidenten genossen haben soll, das Lager des Demetrios Ppsilantis inOftgriechenland, welches ihm kurz darauf als Schauplatz seiner militairischen undadministrativen Talente bestimmt wurde. Denn obgleich ihm weder seine Jahrenoch seine frühere Bildung irgend einen Anspruch auf Berücksichtigung im höhernStaatsdienst geben konnten, so trug der Präsident doch kein Bedenken, ihn bereitszu Anfang des folgenden Jahres zu seinem bevollmächtigten Stellvertreter in denProvinzen des griechischen Festlandes und im Lager zu ernennen. In einem De-cret vom 4. Jan. 1829 hieß es zwar, diese Ernennung sei auf ausdrücklichenWunsch der politischen und militairischen Ehefs des griechischen Continents gesche-hen; allein wie sehr diese Angabe auf Misverstandnissen oder absichtlicher Entstel-lung beruht haben mag, zeigte der Erfolg nur zu bald. Denn kaum war Augustinzu Asprospitia an der Nordküste des Golfs von Korinth gelandet und hatte seineResidenz zu Kastri genommen, als nach einigen Zusammenkünften mit dem Stra-tarch Demetrios Vpsilantis zwischen Beiden eine sichtliche Spannung eintrat, welchePpsilantis schon damals veranlaßt haben soll, seine Entlassung einzureichen, zu de-ren Zurücknahme ihn aber noch die dringenden Bitten des Präsidenten selbst be-stimmt haben mögen. Auch General Church, welcher damals noch in Westgrie-chcnland befehligte, mag unter diesen Verhältnissen das Misliche seiner Stellungdoppelt empfunden haben, und wartete nur auf eine passende Gelegenheit für sei-nen Rücktritt, welche ihm bereits im Jul. die Nationalversammlung von Argosdarbot. Indessen blieb doch Augustin K. an der Spitze der Civil- und Militärver-waltung des griechischen Festlandes, schloß am 23. April die Capitulation von Le-panto, nahm kurz darauf, am 2. Mai, durch eine unter seiner Autorität abge-schlossene Convention von Missolonghi und Anatoliko Besitz, und arbeitete vorzüg-lich darauf hin, die Plane des Präsidenten in Bezug auf die regelmäßige Organi-sation der Truppen auszuführen. Die Schwierigkeiten, welche ohnedies, nament-lich bei den beschränkten Mitteln des Staatsschatzes, zu überwinden waren, wurdenleider durch Augustins völlige Unerfahrenheit im Militairwesen noch um Vielesvermehrt. Das Vertrauen der Truppen, das er sich vor Allem hätte sichern sollen,
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