Kapodiftrias (Familie)
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Mro bercils bei der Ankunft seiites Bruders so sehr für die AngelegenheitcGriechenlands interessirt, daß seine fernere persönliche Theilnahme an den Geschäf-ten der Regierung leicht vorauszusehen war. Kaum hatte der Präsident die Re-gierung angetreten, als Viaro ausersehen ward, im Namen des griechischen Staatsin England eine neue Anleihe^u unterhandeln; und da man spater diesen Planniederfallen ließ, so erschien er selbst bereits am 4. April 1828 zu Ägina, wo seinerstes Austreten weder Misbilligung noch besondere Theilnahme erregt zu habenscheint. Dies änderte sich jedoch sehr zu seinem eignen und des Präsidenten Nach-teile, als ihn dieser schon am 14. April zum Mitglieds des Panhcllcnions für dieAbtheilung des Kriegs und der Marine, und kurze Zeit nachher auch noch zum au-ßerordentlichen Gouverneur des Departements der westlichen Sporaden ernannthatte. Beging er in der erstem Stelle, aus völligem Mangel an den, zu seinemGeschaflskreis nölhigen Kenntnissen, die unverzeihlichsten Fehler, so machte er sichtti der zweiten durch sein despotisches Benehmen gegen die ihm untergebenen Be-amten, was überhaupt auf das ganze Regicrungssystem des Präsidenten das nach-theiligste Licht warf, bald so verhaßt, daß man seinen Namen, als Repräsentantendespotischer Willkür, überall nur mit Abscheu nannte. Mehre der bedeutendemHellenen gaben im Lause des Jahres 1828 die ihnen anvertrauten Staatsämterfreiwillig auf, weil sie es für unwürdig hielten, sich der launenhaften Willkür einesunwissenden Vorgesetzten zu fügen, den man damals schon im Volke durch denSpottnamen Viaro-Pascha brandmarkte. Gleichwol wies der Präsident nichtnur die ihm deshalb von wohlmeinenden Freunden gegebenen Winke mit unbe-greiflicher Verblendung zurück (vergl. Dutrone's „Llxtraits 4e la cmrespou-llimce etc.",S.6), sondern gab auch insofern die anstößigsten Beweise von der Ver-mehrung des seinem Bruder einmal geschenkten Vertrauens, als er ihm noch vorAblauf des ersten Jahres zugleich mit dem ebenfalls sehr begünstigten korsiotischenAdvokaten Genatas die Redaction einer neuen Gerichtsordnung überließ und auchwesentlichen Einfluß auf die Organisation des zu Ägina neu begründeten Waisen-hauses gestattete. Auch die Auslösung des Panhellenions im Oct. 1829 schmä-lerte Maros Macht nicht; neben dem fortwährenden Antheil an den wichtigstenVerhandlungen im Senat und im Cabinet des Präsidenten behielt er wie zuvordas Ministerium des Kriegs und der Marine, deren Reorganisation unter seinerLeitung ebenso nachlässig betrieben wurde als die längst beabsichtigte Umgestaltungdes Heers. Beide kamen täglich mehr in Verfall, während man kein Bedenken trug,Maro der schändlichsten Veruntreuung der ihm zu ihrer Erhaltung aus dem Staats-schatze bewilligten Gelder öffentlich zu beschuldigen. Je mehr sich überhaupt die allge-meine Meinung gegen den Präsidenten erklärte, desto heftiger wurde die Erbitterunggegen seinen verhaßten Bruder, den man wol nicht mit Unrecht als den eigentlichenUrheber jenes schrecklichen Gewaltsystems betrachtete, welches den Präsidenten un-aufhaltsam ins Verderben stürzte. Er war es, der vorzüglich auf absolute Be-schrankung der Preßfreiheit drang; von ihm rührte der größte Theil jener unver-antwortlichen Bestimmungen her, welche das 1839 unter der Autorität des dama-ligen Justizminifters Genatas bekannt gemachte Gesetzbuch zum Gegenstande desallgemeinen Spottes und Abscheus machte; und um gleichsam seine Schöpfungleibst ins Leben einzuführen, übernahm er, als Genatas für gut befunden hatte,steh sogleich nach der Pudlication seines Gesetzbuchs auf einige Zeit nach Korfu zu-rückzuziehen, das interimistische Justizministerium auf einige Monate. Als PietroMauromichalis im Jan. 1831, nach versuchter Flucht, gefangen nach Nau-p'ua zurückgebracht wurde und als Staatsverbrecher in Anklagestand versetzt werdensollte, führte Viaro bei der hierzu außerordentlich ernannten Commission denErsitz. Doch war dieses eine seiner letzten Handlungen, wodurch er sich den un-versöhnlichsten Haß des griechischen Volkes auf alle Zeiten zugezogen hat. Denn