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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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Kapodistrias (Familie)

Präsidenten, es sei ihm unmöglich diesen Verbrecher zu begnadigen, und er besebledaher, ihn sogleich wieder in sein Gefängniß zurückzubringen. Furchtbar war derEindruck, welchen diese Unerbittlichkeit auf den greisen Mainotenbey machte, abervielleicht noch furchtbarer sein zum Höchsten gerichteter Schwur, als er, im Be-wußtsein unschuldig erlittener Schmach und Verfolgung, mit entblößtem Haupteum Rache gegen den Tyrannen von Griechenland und den Verfolger seines Ge-schlechts flehte. Sie erfolgte drei Tage spater in den Morgenstunden des 9. Ott.Wir wissen nicht, ob und auf welche Weise Pietro Mauromichalis in der Zwi-schenzeit mit den Mördern des Präsidenten in Verkehr gestanden habe, und in-wiefern die Greuelthat durch die ihm von Seiten des Präsidenten zuletzt zugefügteSchmach beschleunigt ward. Als sich K. am Morgen jenes Tages in gewohnterWeise nach der Kirche des heiligen Spiridion begeben wollte, begegneten ihm Kon-stantin und Georgios Mauromichalis in Begleitung ihrer Wächter, grüßten ihnund eilten ihm dann nach der Kirche voraus, an deren Eingang sie, sich zu beidenSeiten aufstellend, den Präsidenten erwarteten. Sobald dieser die Thüre erreichte,vertrat ihm Georgios den Weg, wahrend Konstantin von hinten ein bisher unterdem Mantel verborgen gewesenes Pistol aus K. abdrückte. Der Schuß fehlte; aberkaum hatte sich K. umgekehrt, als ihn Georgios mit einem zweiten Schuß in denHinterkopfzu Boden streckte undKonstantin ihm von vorn den Uatagan in den Unter-leib stieß. Wahrend Konstantin fliehend vom Pöbel ergrissen und auf die entsetzlichsteWeise ermordet wurde, Georgios aber im Hause des französischen Residenten aufkurze Zeit eine unsichere Freistatt fand, brachte man den Präsidenten sogleich in dieKirche, wo er nach wenigen Augenblicken in den Armen eines deutschen Offiziers sei-nen Geist aufgab. Die Beisetzung des Unglücklichen erfolgte erst nach der Hinrich-tung seines Mörders mit großer Feierlichkeit und unter dem Wehklagen des Volkesam 2V. Ott. Der Leichnam defindet sich jedoch jetzt nicht mehr in Griechen-land, da ihn Augustin Kapodistrias bei seiner Flucht aus Griechenland im April1832, wahrscheinlich um ihn etwaiger frevelhafter Verletzung eines aufgereiztenPöbels zu entziehen, mit sich nach Korfu nahm, und selbst noch spater bei sich ge-führt haben soll, als er sich im Jun. über Konstantinopel und Odessa nach Peters-burg begab.

Unter den Günstlingen, welche K. mit seinem besondern Vertrauen zu be-ehren für gut hielt, haben zwei seiner Brüder, Viaro und Augustin, eine traurigeBerühmtheit erlangt.

Viaro K., der älteste Bruder des Präsidenten, lebte ungekannt und un-beachtet als Rechtsgelehrter in Korfu, als die Berufung seines Bruders zurPräsidentschaft von Griechenland bei allen Griechenfreunden ein lebhafteres Inter-esse auch für die übrigen Glieder der Familie erweckte. Namentlich scheint Eynardseit jener Zeit mit Viaro einen lebhafter» Briefwechsel unterhalten und sich seinerVermittelung bei mehren nach Griechenland bestimmten Sendungen an Geld undLebensmitteln bedient zu haben. So wurden ihm z. B. noch im Dec. 182?von der unter des Obersten Heidegger Leitung gebildeten Verpflcgungscommission13,009 Fr. zugeschickt, um damit den Ankauf von Lebensmitteln für das imwestlichen Griechenland unter General Ehurch stehende Armeceocps zu bestreiten;und schon lange vorher hatte sich K. selbst seiner bedient, um theils die von ihm nachGriechenland bestimmten Gelder an die Regierungscommission zu befördern, theilsfür die damals beabsichtigte Anleihe in Korfu selbst nach Kräften thatig mitzuwir-ken. Ward Viaro auf diese Weise den Häuptern des neugriechischen Staats voneiner sehr vortheilhaften Seite bekannt, so verdient wol auch die damals in mehrenöffentlichen Blättern befindliche Nachricht, daß man Willens gewesen sei, ihm biszur Ankunft seines Bruders die Regierung des griechischen Staats anzuvertrauen,vollen Glauben. Wenn auch dieser Plan nicht zur Ausführung kam, so war doch

Ritt