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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
629
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Kapodistrias (Familie)

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Paris, und bekam hier die erste Kunde von seiner definitiven Wahl zun» Regentendes griechischen Staats <x^5 Trol/rkö«?),

welche in der früher in Kastri und Ägina zertheilten, aber endlich vorzüglich durchden Einfluß des Lords Cochrane und des Generals Church zu Damala vereintenNationalversammlung am 14. April stattgefunden hatte. Da dabei von der ver-einten Zustimmung der Machte, welche kurz daraus durch die Unterzeichnung desTractats vom 6. Iul. Griechenland in ihren Schutz nahmen, vorzüglich aber vonRußlands Billigung Alles abhing, so begab sich K. sogleich über Berlin nach Pe-tersburg, um sich vorher sicherzustellen, ehe noch die Einladung des griechischenVolkes an ihn gelangen würde. Kaiser Nikolaus, welcher bereits mit den übrigenvermittelnden Machten über die Wahl des Grafen übereingekommen war, empfingihn auf das Günstigste und ertheilte ihm schon durch Ukas vom 13. Iul. die ehren-vollste Entlassung aus russischen Staatsdiensten. Eben war K. im Begriff Pe-tersburg zu verlassen, als er die Decrete der Nationalversammlung erhielt, welcheihm sowol die executive Gewalt in Griechenland auf sieben Jahre anvertraute,als auch zugleich die Vollmacht ertheilte, im Namen des griechischen Volkes undgegen Verpfandung von Staatsgütern eine Anleihe von fünf Millionen Thalernabzuschließen. Obgleich die Nationalversammlung K. ersucht hatte, seine Abreisenach Griechenland zu beschleunigen, so hielt er es doch für nöthig, sich vorher überdie Gesinnungen der übrigen Höfe persönlich Gewißheit zu verschaffen und zugleichzu der beabsichtigten Anleihe die gehörigen Vorbereitungen zu treffen. Erst zuEnde des Aug. beantwortete er von London aus, wohin er sich zunächst über Ham-burg begeben hatte, das Berufungsschreiben des Präsidenten der Nationalver-sammlung mit einem Schreiben, worin er erklarte, daß es ihm zuförderst daruinzu thun sein müsse, Griechenland in ein sicheres Verhältnis! zu den ersten Mach-ten Europas zu stellen. (Vgl.Allgemeine Zeitung", 1827, Nr. 323.) In dieserAbsicht ging er über Brüssel nach Paris, wo er bis gegen das Ende des Oct. ver-weilte, hielt sich dann noch einige Zeit in Marseille und in der Schweiz auf, undlangte erst in der Mitte des Nov. über Bologna in Ancona an, wo ihn eine eng-lische Kriegsschaluppe von Korfu aus abholen sollte, die aber auch erst am 26.Dec. im Hafen von Ancona ankam. Am 1. Ja»:. 1828 schiffte sich K. ein, be-gab sich auf dem Wege nach Malta bei Sasseno an Bord des englischen Linien-schiffs Warspite, verweilte bis zum .14. Jan. in Malta, wo er mehre Confereu-jm mit den Admiralen Codrington und Heyden hatte, und langte endlich in derNacht des 18. im Hafen von Nauplia an. Er stieg hier zwar ans Land und em-pfing die Begrüßung der Beamten und des Volkes, schiffte sich aber nach kurzemverweilen nach Ägina ein, wo damals die stellvertretende Regierungscommissionihren Sitz hatte. Auch hier ward er am 24. mit großem Jubel empfangen, undbegann, nachdem er den Eid auf die Beschlüsse der Nationalversammlungen zuEpidauros, Astros und Trözene geleistet, und die erwähnte Commission durch einbesonderes Decret die executive Gewalt ganz in seine Hände gelegt hatte, seinschwieriges Werk.

Wir haben bereits anderwärts (s. Griechenland) Gelegenheit gehabt,^Wirksamkeit des Grafen K., als Präsident von Griechenland, eine pragma-i'Iche Darstellung zu widmen, und es bleibt uns hier nur noch übrig, einige Punkteiu berühren, welche zur nähern Kenntniß seiner Persönlichkeit und zur richtigem. emheilung seines Charakters als wesentlich erscheinen. Stellen wir uns dabeim Zustand Griechenlands zu Ende des Jahres 1827, die Zerrüttung im Innern"d die Unbestimmtheit seiner politischen Beziehungen zu den europaischen Haupt-K' m!" vor die Seele, so erklart sich die günstige Stimmung, welche

s l Wchl überM hervorgebracht hatte, ja selbst die Sehnsucht, mit welcher man^ "er Ankunft in Griechenland entgegensah, und der Enthusiasmus, womit man