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Zweiter Band (1833) F bis L
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615
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Juliusrevolution

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Stadthaus zurück und erzählte.: Der Herzog und sein Sohn theile ganz die Mei-nungen der Bürger; die Vorschläge derselben wären ihre eignen Gedanken; mansolle sich auf sie verlassen, u. s. w. Vor allen Dingen galt es jetzt, die Ordnungund Ruhe in Paris wiederherzustellen. Lafayette verbürgte sich für die Erhal-tung derselben, und sein Ansehen, seine Versicherungen leiteten den noch brausen-den Strom in seine Ufer zurück.

Unterdessen hatte Karl X. in St.-Cloud zu spät, erst am 30. Nach-mittags, die wahre Lage der Dinge erfahren und jenes liberale MinisteriumMortemart gebildet. Als er nun auch erfuhr, daß die Linientruppen, wie schonfrüher in Paris, gegen das Volk zu fechten sich weigerten, daß überall die dreifar-bige Fahne wehte und die Nationalgarde sich zusammenschare, daß Tausende Pa-ris, dessen Sieg sie noch nicht kannten, zu Hülfe eilten, während er selbst nur nochZlM Mann Garden um sich hatte: so verließ er am 31. Morgens gegen 3 UhrSt.-Cloud, und begab sich, da man ihn in Versailles nicht einlassen wollte, überallvon Nationalgarden und Sturmgeläute bedroht, nach Rambouillet. Von hierschrieb er am 1. Aug. dem Herzoge von Orleans, er habe beschlossen, die Ordon-nanzen zurückzunehmen und genehmige die Eröffnung der Kammern zum 3. Aug.Auf die Nachricht aber, daß General Gerard im Begriff sei, mit 20,000 Manngegen Rambouillet aufzubrechen, erließ er gemeinschaftlich mit dem Dauphin am2. Aug. ein zweites Schreiben an den Herzog von Orleans, in welchem er und derDauphin der Krone zu Gunsten des Herzogs von Bordeaux entsagten und den Her-zog von Orleans als Reichsverwescr anerkannten. Allein das Recht, zu entsagen,ward ihm nicht mehr zugestanden, die Acte jedoch ins Reichsarchiv gelegt. DiePariser beschlossen nun nach Rambouillet in Masse zu ziehen, um die Abreise derköniglichen Familie zu erzwingen, und drei Commissarien, Schonen, Mar-schall Maison und Odilon-Barrot, wurden an Karl X. gesandt, um ihn dazu zubestimmen. Als jetzt die Nationalgarden und an 40,000 Menschen *) aus Parissich näherten, reifte der König mit seiner Familie am 3. Aug. Abends 10 Uhrvon Rambouillet ab, nachdem er seine Garden entlassen und die Krondiamantenzurückgegeben hatte. Er machte kleine Tagereisen bis Cherbourg, wo er sich am16. Aug. nach England einschiffte. Unterdessen waren in Paris vom Reichsver-weser am 3. Aug. die Kammern eröffnet worden, weil man den Grundsatz festhielt,daß die bis vor dem 25. Jul., dem Tage der Ordonnanzen, erlassenen constitution-nellen Verfügungen gültig seien; daher ernannte auch die vollziehende Gewalt ausden drei vorgeschlagenen Candidaten Casimir Perier zum Präsidenten der Wahl-kammer. Hierauf entwarf der Deputirte Berard im Sinne der Männer desStadthauses den Vorschlag zur Abänderung der Charte und zur Übertragung derKrone an den Herzog von Orleans; allein sein Aufsatz wurde im Conseil desHerzogs von den provisorischen Ministern (s. Guizot) sehr abgeändert, undzwar im Sinne der sogenannten Doctrinaires. Die republikanische Partei sah sich>n ihren Erwartungen getäuscht und die Folgen ihres Hasses erschütterten denThron Ludwig Philipps bis zu der Krisis am 5. und k.Jun. 1832. (S. Frank-reich.) Der abgeänderte Entwurf überließ die wichtigsten Bestimmungen derGesetzgebung den Kammern; doch wurden alle unter Karls X. Regierung erfolgtenPairsecnennungen für nichtig erklärt. Die Nacht vom 6. zum 7. Aug. war sehrunruhig. Nur Lafayette erhielt die Ordnung aufrecht. Auch die Partei Karls X.hatte ihre Anhänger. Noch in der Sitzung am 7. sprachen einige Deputirte undPairs mit großem Muthe für die gefallene Dynastie. Endlich wurde Berard 'SEntwurf an diesem Tage von der Deputirtenkammer, nach einigen Abänderungen,

c^.^ach Herrn von Cony's Versicherung waren nur etwa 6000 Insurgenten, zumbewaffnet, nach Rambouillet gezogen. Man hatte aber ihre Zahl gh-llcytluh vergrößert.