606 Jörg Jourdan ^
Anklang sein gründlich gerechtfertigter Antrag, die Negierung um Mlttheilung Ä-,?'der gedruckten aber nicht veröffentlichten Verhandlungen des Bundestags zu er-suchen und das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten für die, demGesandten in Frankfurt ertheilten Anweisungen verantwortlich zu machen. Alsdie Regierung, dem Einfluß der Reactionspartei folgend, lange in Zwiespaltmit den Standen, durch die Auflösung der Versammlung am 2V. Jul. 1832den verschlungenen Knoten zerhieb, war I. der Letzte, der für die Rechte der !Stande sprach, indem er ihr Befugniß behauptete, vor ihrer Auflösung dem bereitsgewählten Ausschusse verfassungsmäßig eine Geschaftsanweisung zu geben. DasMachtwort der Regierung wies die Foderung schroff zurück, aber das hessischeVolk ehrte seinen unerschrockenen Vertreter, und als er im Herbste vom Trau- )altar aus Westfalen heimkehrte, erhielt er auf seinem Wege vielfache Beweiseder öffentlichen Achtung und wurde von Marburgs Bürgern feierlich eingeholt.Zur Ständeversammlung wiedercrwahlt, wird er einen neuen Kampfplatz betreten.
Nacte virtute! ^
Jörg (Johann Christian Gottfried), Hofrath und ordentlicher Professor ^ ^der Geburtshülfc zu Leipzig, Director der Gebäranstalt und Hebammenschuledaselbst, ist im Dorfe Predel bei Zeitz den 24. Dec. 1779 geboren. Er besuchteseit 1792 die Stiftsschule zu Zeitz, studirte seit 1800 die Heilkunde zu Leipzigund ward 1803 Amanuensis des Geburtshelfers vr. Menz daselbst. Er ging l,1804 nach Wien um Boer's Schüler zu werden, und kehrte 1806 nach Leipzigzurück, wo er als praktischer Geburtshelfer, als Orthopäd und als Privatdocent WMin der Geburtshülfe auftrat. Nie der allgemeinen Meinung des Tages folgend, M'.Wsondern stets selbstprüfend, ward er sehr bald Verfasser einer Reihe von literarischen P KmeArbeiten über Geburtshülfe, deren einige mehre Auflagen erlebt haben. Ist es MÄWauch nicht zu leugnen, daß I. zu seinen vielfachen Leistungen, das physiologische M kchüund pathologische Leben des Weibes betreffend, den Anstoß von seinem großen AmO»Meister Boer erhielt, so ist doch das von ihm auf diesem Gebiet Geleistete laLm«so selbständig und heilbringend, daß J.'s Name stets in den Annalen der Ent- HAlchbindungskunst dankbar und rühmend genannt werden wird. Wir wollen nur sein öer Z„Lehrbuch der Hebammenkunst" (dritte Aufl., Leipzig 1829), sein „Handbuch derGeburtshülse" (zweite Aufl., Leipzig 1820), sein „Handbuch der Krankheiten des ÄMivßWeibes" (dritte Aufl., Leipzig 1831) namentlich anführen. I. ist der Schöpfer WtzHder deutschen Orthopädie. Seine Schriften „Über Klumpfüße und eine leichtereund zweckmäßigere Heilung derselben" (Marburg 1806) und „Über die Verkrüm- ^münzen des menschlichen Körpers" (zweite Aufl., Leipzig 1816) gaben Veranlas-sung zu den vielen Forschungen über diesen wichtigen Zweig der Chirurgie,welche die neuere Zeit auszeichnen. Weniger Erfolg hatte J.'S Prüfung deshomöopathischen Systems durch Versuche, die er an Gesunden anstellte, d:eKräfte der Arzneien zu beobachten. Unter der großen Anzahl seiner Schriftenfinden sich auch mehre politische über wichtige Zeitangelegenheiten. (2) .
Jourdan (Athanase Jean Leger), französischer Rechtsgelehrter, ward ^ ^am 29. Jun. 1791 zu St.-Rubin des Ehaumes (Departement Nievre) geboren, ^.in Paris erzogen, 1812 Advokat und Doctor der Rechte. Um sich zur Professur rvorzubereiten, gab er anfangs privatim Vorlesungen und setzte sich mit den beut-scken Gelehrten in Briefwechsel. Als Niebuhr 1816 in Italien Fragmente von .Gajus entdeckt hatte, gaben I., Blondeau und Ducaurroy eine Ausgabe diesesWerkes nach der von Göschen heraus und legten sie bei dem Unterrichte des ^ .»Iirömischen Rechts zu Grunde. I. gab in Paris die von Majo entdeckten M
menta stiris romani vaticana" heraus. Mit Haubold in Leipzig stand I. innahen Verhältnissen und er ließ dessen chronologische Tafeln („'Isbulas ckronolo- > ^Licus yuibus Instoria )uris romani externa illustratur a V. (l. Haubolel concia- a