Jordan (Johann Ludwig von)
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Da gelang es I., dem Kanzler wichtige Aufschlüsse darüber zu verschaffen, der ihn»nun unter seiner unmittelbaren Leitung die ganze Behandlung dieses Geschäftsübertrug.. In den Ostseehäfen wurde der Handel mit England durch die unersätt-lichen Franzosen Clerambault und seine Gehülfen mit solcher Unverschämtheitbetrieben, daß der darüber ergrimmte Napoleon die Häfen ganz in Besitz zu neh-men drohte. Nach langer und ernster Berathung mußte I. sich entschließen, zwarmit unumschränkter Vollmacht, aber auf eigne Verantwortung das ganze Colo-Mlwaarengeschäft zwischen der Weichsel und dem Niemen zu übernehmen. ZumStaatsrath befördert, reist er als Inszmcteur xeoerul der Ostseehäfen am 9. Oct.1810 über Stettin und Da»,zig nach Königsberg, tritt als Chef zur Verhütungaller Contrebande auf und kommt mit den französischen Hauptagenten Lieber,Rapp, Clcrambault, Ducotlosquet, Framery und Andern in die gefahrlichste Be-rührung. Die Besorgniß in Berlin über den Ausgang eines solchen Auftragsstieg mit jedem Tage. Nur Hardenberg ward in seinem Glauben an das Gelingendurch ihn nicht erschüttert. Eine bedeutende Anzahl Schiffe in Pillau und Me-mel, mit Colonialwaaren beladen, wurde durch seinen raschen Entschluß mit Be-schlag belegt und nach vorangegangenem gerichtlichen Verfahren der Consiscationunterworfen. Ohne sein Vorwissen wird aber dennoch ein Vertrag wegen englischerManufacturwaarm abgeschlossen. Davoust wüthet und J.'s Freiheit ist bedroht.Rapp wird sein Netter. Ohne alle Autorisation läßt J. in Königsberg und Memel dieMaaren angeblich verbrennen und vereitelt dadurch Davoust's Drohungen. Allen sei-nen Nachstellungen zum Trotz wird das ganze Geschäft im Jun. 1811 in Königsbergbeendigt. Die contractmäßig an Frankreich abgetretenen consiscirten Colonialwaarengehen zu Wasser nach Magdeburg, wo eine commission mixte zur Abschätzung undAblieferung niedergesetzt wird. Die Franzosen machen zum empfindlichsten Nach-theil Preußens neue Chikanen; die Commissarien sind rathlos und wissen sichnicht zu helfen. Durch Estafette augenblicklich von Königsberg abgerufen, mußteI. mit inncrm Grauen die Leitung des Geschäfts, die Lösung eines absichtlich ge-schürzten Drachenknotens, übernehmen; doch es gelang ihm trotz den delicatenVer-hältnissen mit dem Chef der französischen Commission, den Handel vortheilhaft fürPreußen zu schlichten. Durch Ablieferung der Colonialwaaren, womit Napoleonselbst nach Italien handelte, erhielt Frankreich 14 Millionen Fr. Contribution undder Kaiser erklärte sich nach Empfang derselben befriedigt. Nur Davoust nochnicht. Da trat ihm I. muthig unter die Augen, entwickelte den Gewinn des Kai-sers, leugnete aber auch nicht, daß er als Preuße auch seine Pflicht gethan. Der un-erschütterlich treue Großprevot seines Kaisers rief: „Vous ete» im drerve komme!"Nach beendigtem Austrag in Magdeburg trat I. als vortragender Rath ins Bu-reau des Staatskanzlers zurück. Bei Napoleons, den ganzen Continent aufbietendenNüstringen 1812 befand sich Preußen furchtbar eingeklemmt. Drohende Bewe-gungen des 11. Armeecorps unter Davoust ! Endlich bringt am 9. Marz 1812nn Courier den in Paris mühsam errungenen Allianztractat, womit I. augenblick-bch abreist, um Davoust von feindlichem Einschreiten abzuhalten. Er findet ihnur Güstrow und muß ihn in seinem Wagen bis Stettin etappenmäßig begleiten,-bis zu Ende dieses, das große Gottesurtheil zur Vollziehung bringenden Jahresrauchte ihn der Staatskanzler zur Entwirrung mancher böslich verflochtenen Ver-alruisse mit den französischen Behörden und in mancherlei diplomatischen An-gelegenheiten.
. ^ 1813 in Breslau, wohin I. dem Kanzler folgte, der BefreiungskriegGlossen wurde, erlag er vor und nach der Convention in Kalisch fast unter derHausenden Arbeitslast und benutzte später, als wahrend des Waffenstillstandes^tskanzler auf dem Schlosse zu Pillau wohnte und dort die Bündnisse mitund England abschloß, die kurze Ruhe, um in Gnadenfrei sich zu erholen