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Jordan (Johann Ludwig von)
chen Familie die Bulletins von der Armee mit Schonung mitzutheilen. Hüls- undrathlos war die Lage der Hauptstadt nach der Schlacht bei Jena; der Sieger imFlugschritt anrückend, in der Stadt auf einen für unmöglich gehaltenen Fall nichtdie geringste Vorkehrung. Die Kanzlei der auswärtigen Angelegenheiten war mitHaugwitz der Armee gefolgt, I. ohne bestimmte Anweisung zurückgeblieben,Doch blieb er nicht geschäftlos und seine Gegenwart wirkte vielfach berathend undeingreifend. Der Magistrat mußte neu organisirt werden. Bei diesen Dringlich-keiten trat I. mit seinen in Anspach erworbenen Kenntnissen der französischen Vcr-waltungsweise ein. Er nahm, durch Büsching und Kols dazu eingeladen, an Al-lem Theil. Mit dem dazu von ihm erbetenen Geheimrath Jordan ward er demKaiser Napoleon entgegengeschickt, hatte bei ihm, durch Marschall Sannes militai-risch transportirt, in Kropftädt früh um 4 Uhr eine sehr ungnädige Audienz undkam erst mit dem Vortrab der Sieger in Berlin an. Von nun an Mitarbeiter im(lowite allwilnstrutif, sollte er oft Unvereinbares in Einklang bringen, und end»loser Kampf in den Vermittelungen zwischen den Siegern und Besiegten bis zumtilsiter Frieden war sein Loos. Seine Lage wurde durch sein Verhaltniß zum Aus-schuß der märkischen Stände noch verwickelter. Einiges gelang jedoch über Erwar-ten durch die scheinbare Leichtigkeit und Munterkeit, womit er Clarke, Dam,Esteve, Hulin, Bignon, Stassaert mehr oder weniger zu gewinnen wußte. Siebehandelten ihn mit Achtung, und dies nutzte der Stadt und dem Lande. Er hatte cSnicht vermeiden können, die als Unterhändler geschickten Lucchesini undZastrow außer-halb Berlin zu sprechen. Da donnerte Hulin. Bis 1809 und bis zur Rückkehr dcSHofes dauerte seine Thätigkeit als Expedient des auswärtigen Ministeriums und inverschiedenen Comites fort. Eine ungleichartig zusammengesetzte Friedensvvllzie-hungscommission zur Räumung der noch besetzten Provinzen scheiterte an des un-erbittlichen Rechenmeisters Daru Eigensinn. Dieser hatte 2 Millionen, als Be-trag geleisteter Lieferungen von den märkischen Ständen, die von der Contributionabgestrichen werden sollten, anzuerkennen sich geweigert. Eine Deputation derStände, bei welcher sich auch der Graf Jtzenplitz befand, ging nach dem tilsiterFrieden nach Dresden, um bei dem dort anwesenden Napoleon Vorstellungen zuthun. I. war ihr Sprecher und sah so den Kaiser zum zweiten Male. Viel Redens-arten von Seiten des Kaisers; aber es blieb bei Daru's Weigerung. Vergeblichunterhandelte der von Königsberg kommende Baron von Stein, wobei I. einigeNoten zu redigiren bekam, und mußte schnell zurückgehen- Die kurmärkischenStände hatten I. zur Dankbarkeit für die ihnen treu geleisteten Dienste zu dem er-ledigten Posten eines Oberziesemeisters ernannt. Unter Minister von Voß zum ge-heimen Kriegsrath befördert, behielt er auch unter dem Minister Golz seinen altenGeschäftskreis. Aber auch er entging in dieser leidenschaftlich bewegten Zeit, wo dieam Ort Verharrenden immer am meisten ausgestellt waren, manchen Anfeindungenund Verleumdungen nicht; doch erhielt ihm seine sich stets gleich bleibende Thattg-keit und Brauchbarkeit die früher erworbene Freundschaft Nagler's, seines damaligenChefs. Als 1810 Hardenberg aus seiner Zurückgezogenheit auf seinem Gute Tenu
pelberg zum Staatskanzler berufen und jeder Zweig der Administration ihm unter-
n Nagler's Stelle trat, blieb I. in den ersten Wa-
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geordnet wurde und wobei Küster an Nagler'. . . -
chen unbemerkt. Bald kehrte das alte Zutrauen zurück. Die Lage des ausgesogenenund an so vielen Wunden blutenden Staats schien hülslos, und doch mußte >eContribution pünktlich abgetragen werden. In dieser Verlegenheit waren für Har-denberg die auf mancherlei geheimen Wegen erhobenen Gefälle in den OsticclMNvon größter Wichtigkeit. Aber abgesehen davon, daß diese Hülfsquelle mit man-cherlei Gefahren drohte, lag auch noch ein geheimnißvoller Schleier über eineVerfahren, welches die damalige Lage des Staats zwar rechtfertigen mochte, a >>doch nicht zu veröffentlichen gestattete. In Berlin fehlten alle Nachweisungc .