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lassung. I. leitet den Ursprung der dreifarbigen niederländischen Flagge (orange,weiß und blau) aus der ersten Zeit der Verwaltung Wilhelms von Oranien herund gibt in jener Schrift eine Probe seiner, seit mehren Jahren vorbereiteten Ge-schichte der niederländischen Seemacht. Die 1832 erschienene Lebensgeschichteseines im Aug. 1831 im 91. Jahre verstorbenen Vorgängers van Wyn»nacht seinem Geiste und Herzen Ehre. Neben der Verwaltung des Archivser zugleich seit mehren Jahren die Aussicht über das königliche Münzcabinet imHaag. Unter dem Titel: „Police snr 1e cnbinet des määmlles et Ues pierr«^rcrvees Ue 8a Nageste !e roi cles (Haag 1823, mit einem Nachtrag
1824) gibt eine Übersicht jener Sammlung, über deren Reichthum besonders anEameen Göthe in „Kunst und Alterthum" (Band 4, Hest 1 und 3) sprach. I, hatseine vertraute Bekannschaft mit diesem Fache auch schon in dem ersten Bandeseiner Erklamng niederländischer Denkmünzen erprobt, den er gemeinschaftlich»nit Jeronimo de Vries (Haag 1824,4.) herausgab. Seine rastlose Thätigkeitlaßt noch viele schätzbare literarische Gaben erwarten. (74)
Jordan (Johann Ludwig von), preußischer wirklicher Geheimrath,Gesandter am königlich sächsischen Hofe, geboren den 3. Sept. 1773 in Berlin.An ihm wird offenbar, wohin es eine vielseitig gewaüdte Arbeitsamkeit mit einerstets heitern Laune bringen kann, wenn das Glück einen guten Fahrwind wehenläßt. Die Jordans gehören zu einer der achtungswürdigsten resormirten Familien,die der große Kurfürst 1680 als Rr'fugies in seinen Staaten aufnahm. Der ersteEinwanderer hatte als Kleinhändler mit einem Kästchen auf dem Rücken das Landdurchzogen und starb »nit Hinterlassung eines ansehnlichen Vermögens. DaSKastchen war lange das Erbtheil des Erstgeborenen in der Familie. Der Großvheimdes jetzigen Ministers genoß als reformirter Prediger in Rheinsberg das Zutrauendes dorthin verwiesenen Kronprinzen und stieg dann unter Friedrich II. in Berlin, WWW bis zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften. Die Briefe an ihn stehen
in des Königs Werken. Der Großvater errichtete in Berlin eine große Bijouterie«fabrik mit pariser Artikeln, wurde Hofjuwelier und mußte dem König jährlich wenig-stens zwei prächtige Tabatieren nach dem oft seltsamen Geschmack des Monarchen lie»fern. Sein Nachlaß wurde unter seine zahlreiche Familie getheilt. Des MinistersVater verwaltete das Geschäft, welches nur einer von seinen fünfSöhnen wieder fort-setzen sollte; die andern sollten studiren oder sich sonst dem Staatsdienste weihen.Damals zählte das französische Eonsistorium mehre hochangesehene Rednertalente.Sie sollte sich Ludwig I. zum Vorbild nehmen und Theologie studiren. Er be-suchte das französische Gymnasium unter Erman und bekam durch den berühmtenFormey einen Vorgeschmack von der damals herrschenden Wolf'schen Philosophie;das Alles fand aber sein aufgeweckter Geist mit sehr glücklichen Anlagen zu trocken.Den frühen Verlust eines würdigen Vaters vermißte er weniger bei einer ausge-zeichneten Mutter, die er noch in späten Jahren kindlich verehrte, und so bezog er1791 die Universität Halle, um dort unter Klein, Dabelow, Woltair u. s. w. dieRechte zu studiren. Hausgenosse des damals wegen seiner „Apologie desSokratesverketzerten Eberhard, fand er in dessen geistreichen Abendgesprächen über Literaturund Politik oft reichere Belehrung als in den Kathedervorträgcn. Dein Umgangmit diesem weisen Forscher, der auch die damals ausgebrochene Revolution nchugbeurtheilte, sowie den Privatübungen mit einigen gleichgesinnten akademischenFreunden, verdankte er seine reifere Bildung. In Berlin arbeitete er zuerst als äu-scultator beim Stadtgericht, bald aber auch als Rendant beim Depositorium derfranzösischen Colonie, die damals noch ihren unabhängigen Gerichtshof und una -hängige Administration hatte. Er wurde 1796 nach überstandener Prüfung Ul-sessor. Schon damals stand sein Sinn nach dem Departement der auswärtigenAngelegenheiten. Aber wie kommt man, sprüchwörtlich zu reden, nach KornN ).