592 Johnston
der Versetzung der „Göttlichen Komödie" eine schöne Frucht getrieben hat. *) Mder wahrhaftesten und liebenswürdigsten Humanität, die aus richtiger Schäwn'echten Menschenwerthes und williger Anerkennung jeder ausgezeichneten Zndivj-dualitat hervorgeht, verbindet er die Gabe, über wissenschaftliche Gegenstande gei^. !fig und mit großer Klarheit zu sprechen; und da er, ohne eine geprüfte Ansicht IM' ^ B >aufzugeben, doch für jede fremde Meinung, wenn sie nur etwas für sich hat, Ach- > Mtung und Aufmerksamkeit behalt, so gehört das Abhandeln solcher Gegenstande für WJeden, den er des Zutritts in seinem Kreise würdigt, zu den erheiterndsten Geistes-genüssen. Solcher Art sind denn auch die Abendgesellschaften, zu welchen sich aus- ^gezeichnete Manner nicht selten bei dem Prinzen einfinden, und welche auch bc-rühmte Fremde nichtverließen, ohne die angenehmsten Eindrücke von des Prinzen ^Liebenswürdigkeit zu behalten. W
Iohnston (Sir Alexander), geb. 1775 zu Camalloch in der schottischenGrafschaft Dumfries, ging 1780 mit seinen Altern nach Ostindien, wo er einetressliche Erziehung erhielt. Ein seltenes Zusammentressen der Umstände verschaffte «Oihm ausgezeichnete Lehrer in einem Lande, wo die Saat europäischer Civilisa- fBDtion bisher absichtlich nur sparsam ausgestreut wurde: Sir Th. Munro im La- tieÄteinifchcn, Gen. Leith jim Griechischen, Oberst M'Kenzie und seine Mutter (von Mi,Napier, dem Entdecker der Logarithmen abstammend) in der Mathematik, undder ehrwürdige Missionar Schwarz erlheilte ihm den ersten Religionsunterricht. VmzDabei wurde die Ausbildung seiner körperlichen Fähigkeiten so wenig vernachlas- Äcksigt, daß sein Vater ihn alles Unterrichtes vier Monate im Jahr entband, wahrendwelcher Zeit er in Begleitung eines Radschput-Soldaten an den Jagdea undandern kräftigenden Übungen der benachbarten Berghauptlinge Antheil nahm, Mohne einen Europäer zu sehen. Er erlangte hierdurch jene Vertrautheit mit den lchk.Sitten und der Sprache der Hindus, die ihm bei seinen spätem Arbeiten so !wesentlich zu statten kamen. Zu allem Großen, das er für sein zweites Vaterland kiDOstindien gethan hat, war von seinen ausgezeichneten Jugendlehrern der Keim KHin sein empfängliches Gemüth gepflanzt worden. Wir treffen ihn 1792 wiederin Frankreich. Auch der Gönner seines Vaters, Lord Macartnev, war um jeneZeit aus Indien zurückgekehrt, und auf dessen Anrathen bestimmte sich I. für 'Mydie Rechtswissenschaft und besuchte die Universität Göttingen, wo er mit vielenspater ausgezeichneten Männern Bekanntschaften anknüpfte. Nach seiner Rück-kehr studirte er unter der Anleitung seines Verwandten Lord Erskine die englischenGesetze und trat dann wahrend einiger Zeit als Sachwalter vor den Gerichtenauf. Fox, mit welchem ein Aufall ihn bekanntmachte, verstand es, daö Gebiet ^auszufinden, worauf die Talente des jungen Rechtsgelehrten am vortbeilhas- ^testen verwendet werden könnten — Ostindien. I. reiste 1802 mit seiner Familie ^ ^als Generaladvokat des neu errichteten königlichen Tribunals auf Ceylon ab. Vis ^ ^1805 bekleidete er dieses Amt mit einer Treue, die nicht ahnen ließ, daß er im , ^Stillen jene großen Plane vorbereitete, die er später selbst in das Leben rufensollte. Sir Th. Maitland, der damalige Gouverneur von Ceylon, ernannte ihn1805 zum Oberrichter und zum ersten Mitglied des Verwaltungsrathes der Zw«, ^und ging auf J.'s Ansichten hinsichtlich der Verbesserungen des gerichtlichen un ^politischen Zustandes von Ostindien völlig ein. Er schickte I. 1809 nach England. ^um zur Ausführung derselben die Genehmigung der Regierung auszuwirken. ^Dies gelang vollkommen und als Vorstand der Verwaltung wirkte I ^on1811 —18 auf Ceylon so segenreich, daß diese Jahre in der neuern Eulw-- ^
*) Die ersten zehn Gesänge der „Hölle" in reimfreien Elfsylblern ließ der Prnn u« ..1326 mit einem, „Phiialethes" unterzeichneten Vorwort und einigen ""chss!" -ohne Jahrzahl und Druckort (103 S., 4 , mit einem Titelkupfer vonPrwatvcrtheilung drucken. B. >