Johann (Herzog zu Sachsen)
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Johann Nepomuk Maria Joseph, Herzog zu Sachsen, der jüngste Sohndes Prinzen Maximilian, jüngcm Bruders des jetztregierenden Königs Anton, unddessen erster Gemahlin, einer geborenen Prinzessin von Parma, ward zu Dresden am1?. Dec. 1801 geboren. Von seinem achten Jahre an wurde seine Erziehung vomGeneral vonForell und dem Freiherrn von Nessenberg, der vorzüglich als Studien-direclor Einfluß hatte, geleitet. In seinem fünfzehnten Jahre ward er der Führungdes Generals von Watzdorfs anvertraut, welcher durch einen freisinnigen Erzie-hungsplan und ernstliches Anhalten zum Studiren den wichtigsten Einfluß aufdie Ausbildung des jungen Prinzen hatte. Dem Abbe de Sylvestre, einem wür-digen Geistlichen, dem spater der tressliche, aufgeklarte Pater Löffler und zuletzt derjetzige Bischof Mauermann folgte, war der Religionsunterricht anvertraut, wah-rend für die übrigen Elcmentarwissenschaften die besten Lehrer ausgewählt wurden.Die Vorliebe für das mathematische Studium, welche der Prinz in den Vortra-gen des Oberstlieutenants Fleischer von, Jngenieurcorps und des Artilleriemajorsvon Eppendorf gewonnen hatte, mußte später der Richtung auf die politischenund historischen Studien weichen. Hierzu trug besonders der juristische Cursusbei, der unter dem, als Schriftsteller rühmlich bekannten Hofrath Stübel durch-geführt wurde, dessen consequent festgehaltene Theorie, sowie sein lebendigerVortrag den lehrbegicrigen Schüler sehr anzog. Nach der Rückkehr von einer,MI nach Italien unternommenen Reise trat der Prinz in das Geschäftslebenein, indem er Sitz und Stimme im geheimen Finanzcollegium erhielt, wo er ausder Leitung und dem Umgang des Geheimraths Freiherrn von Manteussel, des da-maligen Directors des zweiten Departements, großen Nutzen zog. Als 1825 durchdes GcheimrathS von Gutschmidt Austritt aus dem Collegium Freiherr vonManteussel Präsident ward, erhielt der Prinz das Vicepräsidium. Er nahmseitdem an allen Directorialgeschäften Antheil und führte den Vorsitz im erstenDepartement, in welchem die Angelegenheiten der indirekten Abgaben und desStraßenbaus ihn sehr in Anspruch nahmen. In dieser Stellung konnte es nichtfehlen, daß mit immer mehr gewonnenen selbständigen Ansichten auch das Jn-leeesse an den Geschäften selbst lebhaft zunahm. Als im Sept. 1830 Prinzßrickrich August, der ältere Bruder, die Mitregentschaft des Königreichs antrat,ward dem Prinzen Johann an dessen Stelle der Vorsitz bei der zur Erhaltung deröffentlichen Ruhe niedergesetzten Eommission anvertraut. Kurz darauf übernahm»das Generalcommando der Communalgarden im ganzen Lande und ward zu-8 eich Mitglied des geheimen Raths. In dieser Eigenschaft nahm er in den JahrenWO und 1831 an den wichtigsten Verhandlungen Antheil, sowie er bereitsimher, da der Geheimrath von Manteussel als Bundestagsgesandter nach Frank-furt versetzt wurde, interimistisch das oberste Präsidium im geheimen Finanz-^W>um übernommen und dasselbe so lange geführt hatte, bis solches im Frühlingbsm jetzigen Finanzminister von Zeschau übertragen wurde, den er selbst Per-rich einführte. Nach Auflösung des geheimen Rathes endlich erhielt er denErsitz im Staatsrath. Nicht ohne Nutzen für die Kenntniß mancher Lebens-Wltnisse, sowie der praktischen Landwirthschaft, blieb die Erwerbung des^Jahnishausen, dessen Bewirthschastung der Prinz selbst leitete. Höchst"Uch in seiner Lebensweise und mit entschiedener Vorliebe für wissenschaftliche^uigkeit, tragen auch alle seine Genüsse dieses Gepräge, und wie sich jedes Gei-^ iym gern und leicht befreundet, so machte er auch im Studium der griechischenUlw w- ^ ^ allein erst im zweiundzwanzigsten Jakre unternahm, späterLeitung fortsetzte und dem er manche Mußestunde widmete, auffal-ch'sck welchen er bald die vertraute Bekanntschaft mit den besten grie-
^lii! Historikern verdankte. Die Vorliebe für Dante ist eine
^ >> während der ersten Reise des Prinzen nach Italien sproßte und die in