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Johann Joseph (Kürst von Liechtenstein)
kleinen Reichsfärsten wurde er nicht mediatisirt, sondern das Fürstenthum Lic5tenftein dem rheinischen Bunde zugezahlt, ohne sein Zuthun, ja ohne semV»r-wissen, sowie der Fürst auch, als Napoleon, der unverhohlen eine hohe Achr«,,'für seine Kriegstugend aussprach, neben andern Verheißungen im Lause der pr.ü-burger Unterhandlungen, auch eine vollkommen liquide Federung von mehr Deiner Million auf Ostfriesland zur Sprache bringen ließ, ohne Weiteres davenabbrach, ohne ihr früher oder spater die mindeste Folge zu geben. Das rkci-'nische Bundessürstenthum Liechtenstein übertrug er seinem dritten Sohn. Awar 1806 — 10 Commandirender in Ostreich und Commandant von Wienund der Thätigste bei der großen und meist geheimen Rüstung auf das ver-hängnisvolle Jahr 1809, wo ihm eine vorzüglich große Rolle zu Theil wurde.Die Aufgabe des Krieges: auf die Schlüssel der Operationen, auf die entschei-denden Stellungen — selbst bei minderer Macht im Ganzen — die größereTruppenmasse, ihrer Beweglichkeit unbeschadet, hinzuwerfen, wurde bei Regens-burg gerade umgekehrt gelöst. Napoleon war im Ganzen schwacher als dieÖstreicher und doch auf allen Entscheidungspunkten starker. Er hatte sehr we-nig Franzosen und mußte sich meist den Baiern und Würtembergern anver-trauen. Der alternde Berthier schien (wie aus Pelet's Werken unleugbar her-vorgeht) den Kopf verloren zu haben, und machte die Bewegungen Davoust'sund Lefebvre's noch ungewisser und zerstückelter. Die Östreicher verloren Zeit.Sie waren auf beiden Donauufern zerspalten, wurden bei Hausen, Rohr undLandshut durchbrochen, in der linken Flanke und im Rucken bedroht, zuletzt ganzan die Donau gedrückt und in der furchtbarsten Lage, hatte nicht unterdessenRegensburg mit seiner steinernen Brücke sich an den Fürsten I. ergeben. Beidem bedenklichen Übergang auf das linke Donauufer (23. April 1809) hieltvorzüglich des Fürsten Heldensinn den Muth der mehrmals von der Übermachtgedrängten östreichischen Reiterei ausrecht. In der zweitägigen Schlacht vonAspern (2l. und 22. Mai) war des Fürsten zum Sprüchworte geworde-ner krumm gebogener Federbusch das Feldzeichen des Heers und ihn nannte derTagesbefehl des Erzherzogs Karl: „den ersten Soldaten von Aspem". Auchin der zweitägigen Schlacht von Wagram (5. und 6. Jul.) that der Fürstwieder mit seinen Vettern, den Fürsten Moritz und Aloys, Wunder der Tapfer-keit. Er, der in 132 Schlachten, Tressen und Gefechten 24 Pferde unter demLeibe verloren, erhielt bei Wagram die einzige Contusion und blieb auch hierunverwundet. Er erwirkte den Waffenstillstand von Znaym (12. Jul.), den einigeStunden später Berthier mit Wimpfen unterzeichnete. Als der Erzherzog Karlwenige Wochen daraus den Oberbefehl niederlegte, trat „der Fürst Johannes"(wie ihn die östreichische Armee nennt) an ihre Spitze. Er mußte den bitternKelch leeren, wie vier Jahre früher den preßburger, so jetzt den wiener Friedenzu unterzeichnen, nachdem aller Heldenmut!) des Volkes und des Heers an un-seligen Uneinigkeiten mancher Art gescheitert war. Für die von schweren Zah'langen abhangig gemachte, frühere Räumung Wiens bot der Fürst den dorti-gen Wechselhausern seine gesammten Güter als Unterpfand. Vom wienerFrieden an begann er sich und den Seinigen zu leben. Er gehört durch trefflicheWirthschaft und große Vermehrung des Grundbesitzes zu den Stiftern undBegründern des liechtensteinischen Fürstenhauses. Von der ihm am 12. April1792 vermählten Landgrafin Josephine von Fürstenberg hat der Fürst Johanneine zahlreiche Familie blühender Söhne und Töchter. Dem östreichischen He«bleibt sein Name aus so vielen Tagen des Glückes und Ruhmes wie derschwersten Prüfung und des tiefsten Unglücks ehrwürdig und heilig. Als Reiter-general wird er noch in spaten Jahrhunderten unter den Ersten dieses kühnenund glänzenden Kriegshandwerks genannt werden.