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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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581
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Jesuiten und Jesuitismus

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sinn bezeugen auch seine Schriften, unter welchen seineKritischen Bemerkungenüber einige Werke desMaimonides"^ (3 Bde., Brünn 1801, Fol.) geschätzt werden.Er bearbeitete auch eine hebräische Übersetzung von Campe'sSeelenlehre", derenHerausgabe sein Tod verhinderte. Ju d a I., geboren im Marz 1773 zu Pragbildete sich unter seines Bruders Benedict Leitung und widmete sich besonders demStudium der hebräischen und chaldaischen Sprache. Er befriedigte das Bedürfnis!cinerhebräisch geschriebenen chaldäischen Sprachlehre durch sein,MevoHuIuccüon,zeu iuntjaweliw liliguae: ctiA!claieae"(Prag 1813), worin er ein neues System vongrammatischen Regeln aufstellte, und arbeitet seit mehren Jahren an einem voll-ständigen chaldaisch - deutschen Wörterbuche, das besonders die Wurzelwörter derim hebräischen Text des Alten Testaments vorkommenden Chaldaismen erklaren sott.Unter seinen übrigen Schriften erwähnen wir noch eineSammlung hebräischerSinngedichte, Fabeln, Sprüche, dramatisirte Scenen w." (Prag 1821). Au der inBerlin begonnenen Zeitschrift:Der Sammler", und der in Wien erscheinendenFortsetzung derselben (182032) hat er viele Beitrage geliefert. IgnatzI., Benedicts Sohn, geboren zu Prag 1784, verließ die juristische Laufbahn,sür welche er sich auf der Universität zu Prag vorgebildet hatte, und ist jetzt Teil-haber eines Handelshauses in Wien. Außer seinenAnalekten, Arabesken undAllegorien" (Prag 1807) hat er zu vielen Zeitschriften Beiträge gegeben.Aloys I., Enkel von Jonas, lebt als ausübender Arzt in Brünn, wo er1795 geboren ward. Er bildete sich in Prag und besonders in Wien unter Hilde-drand zu seinem Berufe aus. Mehre seiner seit 1819 bekannt gemachten lyrischenGedichte fanden Beifall. Gemeinschaftlich mit Castelli schrieb er die Parodie:Der Schicksalsstrumpf" (Leipzig 1818), bearbeitete 1870 nach Jngemanndas Drama:Der Hirtenknabe aus Tolosa", begann eine Übersetzung des Cal-dern (Bd. 1, Brünn 1824), und brachte 1829 Moreto's Lustspiel:DieMacht des Blutes", auf die Bühne. Ludwig I., Judas Sohn, wurde1800zu Prag geboren und erhielt seine wissenschaftliche Bildung auf der Univer-sität zu Wien, wo er seit 1828 als Prosector angestellt ist. Seine Dissertation:De emimi acliectilms" (Wien 1825), zeichnet sich durch Gründlichkeit aus, unddie von ihm bearbeitete fünfte Auflage derAnatomischen Beschreibung des gan-zen menschlichen Körpers" (Wien 1831) hat anerkannte Brauchbarkeit. Aucher wurde früh zur Poesie hingezogen und hat in mehren periodischen Blättern undSammlungen Proben seines Talents gegeben.

Jesuiten und Jesuitismus. Wollen wir die Ausbreitung undWirksamkeit der Jesuiten auch in der neuesten Zeit von dem richtigen Stand-punkte ausfassen und würdigen, so müssen wir uns erinnern, wie der Grund-charakter des Ordens sich gebildet hat. Als nach dem Tode seines fanatischen Stif-ters der Jesuitenorden durch ausgezeichnete Mitglieder, welche theils als Generaledes Ordens, theils als Beichtväter an den Höfen europäischer Fürsten wirkten,einen festen inner» Zusammenhang erhalten hatte, ward er für Gewissensfreiheit,echte Religiosität und Sittlichkeit, Fortschreiten der Wissenschaft, und selbst fürungehemmte politische Entwickelung der Staaten gefährlich, da nach und nachdurch das Bemühen seiner gelehrten und schlauen Mitglieder Verfassung undlehre den Charakter gewannen, den sie bis auf die neueste Zeit behaupteten unddm man gewöhnlich mit dem Namen des Jesuitismus bezeichnet. Aus dem Ge-horsame, der als Mönchsregel galt, ward eine unbedingte Unterwürfigkeit unter^e Obern, aus den Missionen eine Waffe, sich auf Kosten der übrigen Ordenlchse und Reichthümec zu erwerben, aus dem Schulunterrichte ein taugliches"lltel zur Bevormundung des Pöbels und selbst der Gebildeten, zur Bekam-Psung des Protestantismus, zur Verketzerung abweichender Meinungen. Von^ Päpsten begünstigt und von den gewöhnlichen mönchischen Beschäftigungen