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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
580
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58V - Jeffrey Jeitteles (Familie)

und hat bereits in mehren Verhandlungen der zweiten Kammer ein freies Wortgesprochen. (16)

Jeffrey (Sir Francis), der Sohn eines schottischen Gerichtsbeamtcnward am 22. Oct. 1773 zu Edinburg geboren und erhielt in der Iligb «ckool seineerste Bildung. Er ging 1787 nach Glasgow, wo er vier Jahre einem vielseitigenStudium der Wissenschaften sich widmete, und darauf 1791 nach Oxford. Schon1795 trat er als praktischer Rechtsgelehrter auf, doch schien der Erfolg seiner Be-strebungen ansanglich zweifelhast zu sein, und es währte lange, ehe er den ausge-breiteten Ruf erhielt, den er später erlangte. Er ward einer der ausgezeichnetstenSachwalter. In Scharfsinn, in der Kunst klarer Entwickelung, in umfassenderGesetzkunde, in glänzendem Witz, scharfer Satire und kräftiger Beredtsamkeitmöchten ihn Wenige erreichen. Obgleich der Erste unter den schottischen Rechts-gelehrten, verdankt er doch seine Berühmtheit mehr seinen literarischen Leistungen.Früh nahm er eifrigen Antheil an den Arbeiten der Gelehrtenvereine in Edinburgund war ein thätiges Mitglied des zur Übung in politischen Reden gestiftetenZpeeuürtive club, zu dessen Zierden damals auch Brougham (s. d.) gehörte.Als Gründer und Hauptmitarbeiter desLdindurgti review" (seit 1803), dasin (er britischen Literaturgeschichte eine neue Epoche eröffnete, war er gleichsamein literarischer Gewaltherrscher, furchtbar durch seinen unbarmherzigen Spottund seine scharfe, nicht immer unparteiliche Kritik, die ihn beinahe zu einemZweikampfe mit Thomas Moore gebracht hätte, und Byron, dessenRours okidleness" unter seine Geißel gekommen waren, zu der SatireLnglisk bard-jand scotcü reviewers" erbitterte. Die meisten von I. herrührenden Artikel desReview" betreffen poetische Werke. Die politische Farbe dieser Zeitschrist warseit ihrem Beginn entschieden im Charakter der Whigpartei, die jedoch zu Anfangdieses Jahrhunderts keineswegs beliebt in Schottland war, wo es zu jener Zeitwenig Anhänger derselben gab; aber diese beharrlich verfolgte Richtung machtedas Glück des Unternehmens, wahrend sie zugleich dazu beigetragen hat, die öf-fentliche Meinung für die von I. und seinen Freunden verfochtenen politischenGrundsätze zu gewinnen, die endlich durch die Reformbill den Sieg errungenhaben. J.'s Beitrag zu derLuc^clopaedia Ki-itsnnica" über das Schone gehörtzu dem Besten, das die neuere englische Literatur über ästhetische Kritik besitzt.DasRdinburAÜ review" besorgt Napier, der Herausgeber derRnc^clopaediabritannica", seit I. als I^ord advocate von Schottland 1830 Mitglied der neuenVerwaltung geworden ist. Bei den Verhandlungen über die Reformbill hielt I.eine ausgezeichnete Rede, verlor aber nachher seinen Sitz im Parlament wegeneiner, bei seiner Wahl ftattgefundenen Verletzung der Formen.

Jeitteles, eine israelitische Familie in Böhmen, die seit einigen Gene-rationen sich in mehren wissenschaftlichen Zweigen ausgezeichnet hat. Jonasgeboren zu Prag 1735, gestorben 1806, Doctor der Arzneikunde und Phystkusder israelitischen Gemeinde zu Prag, zeichnete sich als praktischer Arzt aus undward auch als medicinischer Schriftsteller beachtet. Er erwarb sich das Verdienst,daß er bei dem Eintritte in die medicinische Facultat seinen Glaubensgenossen fürdie Zukunft die Erlaubniß der ungehinderten medicinischen Praxis auswirkteBenedict J., sein ältester Sohn, geboren 1762, war als Religionslehrer fürdie Bildung und Aufklarung seiner Glaubensgenossen in Prag erfolgreich tbatig,trotz dem Gegenstreben finsterer Eiferer. Als nach den Schlachten bei Dresden undKulm die Verwundeten in Prag sich häuften und alle Spitäler überfüll! waren,suchte er eine Privatheilanstalt z-u gründen, und war unermüdet, den verwunde-ten Kriegern aller Nationen Labung und Beistand zu reichen. Er ward im Der.1813 ein Opfer des Nervensiebers. Sein Bildniß von Berka hat die Inschrift -Menschlicher als gelehrt; der Gelehrtesten Einer." Seinen ungemeinen Eckarh