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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
579
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Jaup 579

Preuße jedoch, der da weiß, daß auf den Willen seines Monarchen dem Adel dieSteuerfreiheit genommen, den Städten die Freiheit, eigne Obrigkeiten selbst zuwählen, eingeräumt und die bauerlichen Verhaltnisse regulirt wurden, muß odermüßte sich empört fühlen, daß im Schooße seiner Hauptstadt dergleichen Ranke ge-schmiedet werden konnten. I.'s Stellung zu Preußen war durchaus ein Misver-hältniß, ans welchem ihn eine Berufung nach Wien im Herbste 1832 befreit hat.Es mußte einem Manne, der nach seiner Gesinnung Ostreich angehört, leichtscin, einen Staat zu verlassen, wo seine Thätigkeit immer etwas Schielendesan sich tragen mußte. Seitdem arbeitet I. im Staatsarchiv des Fürsten Met-ternich. . (76)

Jaup (Heinrich Karl), Sohn des verstorbenen Geheimraths und Vice-kanzlcrs H. B. Jaup in Gießen, wo er den 28. Sept. 1781 geboren ward, wid-mete sich von 1798 1801 auf der dortigen Universität den Rechtswissenschaf-ten, besuchte dann eine Zeitlang Regensburg und Göttingen, promovirte 1803in Gießen und begann daselbst seine akademischen Vorlesungen. Er wurde 1804außerordentlicher, 1806 ordentlicher Professor der Rechte, und blieb, ungeachtetmehrfacher, sehr glänzender Antrage aus dem Auslande, bis er 1815 zum gehei-men Referendar beim Staatsministerium in Darmstadt ernannt ward. Seit1821 als geheimer Staatsrath dem Ministerium der auswärtigen Angelegenhei-ten zugewiesen und Mitglied des neuconstituirten Staatsraths, erhielt er 1821Dispensation von den Ministerialarbeiten, um an die Spitze der Gesitzgebungs-commission zu treten, welche Stelle er jedoch 1828 mit dem Präsidium des inDarmstadt befindlichen Cassations- und Revisionsgcrichtshofs für die ProvinzRheinhessen vertauschte. Dieses letzte ist keineswegs Sinecure, doch füllen seineArbeiten auch nicht entfernt die Zeit eines Mannes, der zu den thätigsten sei-nes Wohnorts lgehörte. Ihn wieder im Staatsministerium thätig zu sehen, istübrigens, bei der Fortdauer des jetzigen Systems, ganz unwahrscheinlich. VonOben nennt man I. einen Demokraten und Ultraliberalen, weil er gemäßigtenfreisinnigen Ideen, jedoch mit Umsicht und steter Wahrung der äußern Verhält-nisse, anhangt und dies durch Rath, That und lebendigen Eifer beweist. Undso ist das persönliche Zerwürfniß mit von Grolman, der den alten Collegen aufdem akademischen Katheder in Gießen nicht leiden mochte, nachhaltig geworden.Früher war I. leidenschaftlicher Anhänger Napoleons, weil er glaubte, Napoleon,der überall, wo er auf neue Staatsformen wirkte, nur Reprasentativverfassungengründete, werde die wohlthätigen Folgen der französischen Revolution für ganzEuropa sichern und aufrecht erhalten, was seines Erachtens nur darum nicht ge-schah, weil Napoleon durch eigne Erfahrung von dem damaligen unbedingtenServilismus in Frankreich, namentlich bei den zum Widerspruch verfassungs-mäßig berechtigten Behörden, verleitet wurde, ganz Europa hiernach zu beurthei-In jener Zeit, als Freund des Despotismus verschrien, war I. immer be-ruht, das gesetzlich Bestehende zu achten und zu vertheidigen, und, obgleich vomunken Centrum politischer'Ansicht aus, zu vermitteln. Daß diese letzte Neigungauf der entschiedenem Linken bisweilen Misbilligung fand, muß hier angeführtlvcrden. Zugleich Mitglied des Gemeinderaths der Residenz und emsig an denGästen desselben Theil nehmend, Förderer der Polenunterstützung, bei jedem^,'lden Zwecke thätig und beitragend, populair, zuvorkommend, wohlhabend, gün-Uger Familienverhältnisse sich erfreuend, sieht sich I. in jeder Hinsicht in einen^gmsrcichcn Wirkungskreis gesetzt. Früher gab er mit Crome die ZeitschriftGer-n^ama" (5 Bde., Gießen 1808 11) heraus. Von seinen neuern literarischen^'stungen verdient hauptsächlichDer Staatsbote" (1826, 1827) angeführt zum cn, Unternehmen, welches durch die Zeitumstände mindestens vertagt ward.

«812 von der Stadt Friedberg zum Landtagsabgeordmten aewählt worden

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