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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
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genossen und vielen Englandern unter den Trümmern begraben. Aller Widerstehaber war vergeblich; die Eingeborenen flohen auf allen Seiten, und I., nur vonwenigen Tapfern umgeben, mußte Bedingungen eingehen. Er ward als Kriegs-gefangener nach England gebracht und erst nach mehren Monaten auf Ehrenwertentlassen. Nach seiner Ankunft in Paris verlangte er, daß sein Betragen durch einKriegsgericht untersucht werde; Napoleon aber, der bereits die Sache geprüft undden General gerechtfertigt gefunden hatte, gestattete es nicht, sondern machte ihn zun,Reichsbaron und übergab ihm bald nachher den Oberbefehl in der 31.Militairdivisionderen Hauptort Groningen war. I., der noch immer durch die Bedingungen der (5a-pitulation gebunden war und bei den fortdauernden Feindseligkeiten mit Englandin eine unangenehme Lage kommen konnte, ward auf seine Bitte an die Spitze derzweiten Militairdivision nach Mezieres verfetzt, wo er endlich im Febr. 18lZnach Kriegsgebrauch ausgelöst wurde. Im März 1814 befahl ihm Napoleon, mitallen Kriegsvölkern, die er sammeln könnte, zum Hauptheere zu stoßen, und I.kam mit 6000 M. bei Rheims zu dem Kaiser, dereine feindliche Heerabtheilung be-siegt hatte. Napoleon bot ihm bald nachher den Oberbefehl über die Li. Militairdivi-sion mit sehr ausgedehnten Vollmachten an. I. aber erklärte ihm, daß er nie gegen seinVaterland kämpfen werde, und lehnte den Antrag ab, da die Ereignisse holländischeKriegsvölker in den Bezirk jener Militairdivision führen könnte. Es ward ihm erlaubt,in Paris den Ausgang des Kriegs abzuwarten. Nach dem Einzüge der Verbün-deten verließ I. den französischen Kriegsdienst und ging nach Holland, dem Königseine Dienste anzubieten. Er wurde Generallieutenant und erhielt den Auftrag,die Infanterie und Cavalerie neu einzurichten. Nach der Vereinigung Belgiensmit Holland ward er Kriegsminister, im Mai 1815 aber erhielt er auf seine wie-derholte Bitte seine Entlassung. Der König belohnte ihn, außer andern Auszeich-nungen, mit der niederländischen Adelswürde und er ward unter die Ritterschaftder Provinz Holland aufgenommen. (74)

Jarcke (Karl Ernst), bis Michaelis 1832 außerordentlicher Professor derRechtswissenschaft an der Friedrich - Wilhelms - Universität zu Berlin. Die weni-gen biographischen Notizen, die wir hier anzuführen im Stande sind, erscheinengleichwol genügend, um für die schriftstellerische Thätigkeit dieses Mannes, den dasPublicum als den anonymen Verfasser der historisch-staatsrechtlichen SchriftDiefranzösische Revolution von 1830" und als den Begründer desBerlinerpolitischenWochenblatts" kennt, die leitenden Motive anzudeuten. Um 1799 zu Danzig vonprotestantischen Altern geboren, mochteI. seine erste Ausbildung in der protestanti-schen Heimath erhalten haben und studirte sodann die Rechte in Bonn, wo sichdie Widersprüche jugendlicher Verirrungen in ihm erzeugten und seinen übertrittzur katholischen Confession nach sich zogen. Von dem Schwindelgeist jenes Demago-gismus, der die jungen Gemüther in den Jahren 181619 fast allgemein mehroder weniger erhitzte und ausblähte, eine Zeitlang lebhaft mitergriffen, mußtesich auch in I., nach dem nüchternen Erwachen aus hohlen Träumereien, jenerWiderwille gegen haltungslose Verflüchtigung und jene Sehnsucht nach einem fe-sten Hintergrunde entwickeln, die ihn unter dein Einfluß eines bedeutenden Man-nes, der einer geheimen Propaganda in Bonn vorzustehen scheint, zum Converti-ten reif machte. Statt das quälende Gefühl schlaffer Haltungslosigkeit, das sichnach dem Verfliegen des demagogischen Rausches seiner bemächtigt hatte, auslosophischem Wege und überhaupt geistig und im Reiche des Geistes zu übcrwin-den, wähnte er vielmehr im Bezirke äußerlicher Wirklichkeit Schutz und Trutz ge-gen die frühere Verflüchtigung und nur in der unerschütterlichen Festigkeit des katho-lischen Dogma den nöthigen Haltpunkt zu finden. Sein Übertritt, der mit demReligionswechsel seines Freundes Philipps zusammenfiel, entstand keineswegsaus Überschwenglichkeit einer inner» Gefühlswelt, die sich im protestantischen R>-