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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
573
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Jacctot 5)3

« ... ^ eingeprägten Stückes und zwar jetzt mit andern Worten und in andererWortfolge zu geben, als es dort geschieht. Dann wird die Bedeutung synony-mischer und homonymischer Ausdrücke entwickelt, nicht vom Lehrer, sonderndurch den Schüler, der wieder nur durch Fragen und Aufgaben dazu angeregt; wird- Diese Übung beginnt jedoch erst, wennschon eine gewisse Menge Stoff> ^n Gedachtniß eingeprägt und eine Auswahl mehrer Synonymen oder Homo-d nymen möglich ist. Jede vom Schüler gegebene Erklärung muß mit eineml Beispiel aus den auswendig gelernten Lesestücken belegt werden. Bei fehler-haften Erklärungen hat der Lehrer nur das Fehlerhafte zu zeigen und eine richtigeresc ;u veranlassen, nie selbst zu geben. Diese Übungen werden so lange fortgesetzt,^ bis sie zur Fertigkeit geworden. Dann folgen Nachahmungen kleiner Erzählun-cr gen, und Aufsatze, in welchen ein Grundgedanke, eine Wahrheit ausgesprocheni, ist. Bon fast wörtlichen Wiederholungen wird zu freien mit andern Wendungen,-? von diesen zu freien Nachbildungen, zum Vortrag derselben Gedanken, derselbenlz Wahrheit in anderm Gewände fortgeschritten. Alle diese Übungen werden theilsmündlich, theils schriftlich angestellt. Wie anfangs synonyme Wörter, so wer-den nun synonyme Redensarten, synonyme Bilder, Urtheile, Gedanken betrachtet,-! Matt, nachgebildet, frei gestaltet, und wie der Grundgedanke eines Lesestückes,-wer Erzählung, Fabel, Abhandlung zu geben war, so müssen nun auch Ge-i danken und Aufgaben nach gegebenen Mustern frei entwickelt werden. Nachund nach werden alle Stylarcen, Erzählungen, Beschreibungen, Schilderungen,Abhandlungen, Reden, Gespräche eingeübt. Aber wie ist das möglich ohneGrammatik? Mit der Grammatik allein noch weniger. Man vergesse nicht,daß J.'s Schüler schon früh durch das beständige und unvergeßliche Einprägenund durch das allseitige Besprechen, Erörtern, Durcharbeiten einen NeichthumanWvrtern, Redewendungen und Darstellungsformen erlangen, wovon man sich,ohne es erfahren zu haben, keine Vorstellung machen kann. Warum könnendie Italiener so gut improvisiren? Weil sie ihre besten Dichter beinahe auswendigwissen. Und wozu auch bei uns durch Neigung und glückliches GedachtnißEinzelne gelangen, dahin werden J.'s Schüler mit Absicht geführt. Sie müssenüber Alles mit und ohne Reime, oder, wenn man lieber will, gereimt und un-gereimt improvisiren und es sollen einige, die kaum zwei Jahre J.'s Unterrichtgenossen, es mit großer Leichtigkeit und Geschicklichkeit geübt haben. Der gram-matische Unterricht tritt später, aber nicht etwa erst nach völliger Beendigung desstilistischen ein, sondern läuft, sobald als möglich, parallel mit demselben. Eswird dazu eine höchst kurz und bestimmt abgefaßte Grammatik gewählt, diegar keine Beispiele zu haben braucht. Man laßt dem Schüler einen Paragraphennach dem andern merken und die Beispiele dazu in seinem Gedächtniß oder im^lcbuche suchen. ES kann ja in der Sprachlehre keine Regel stehen, die derSchüler nicht schon selbst oft angewendet, oder doch angewendet gefunden hatte,-üan sieht, es ist bei diesem Unterrichte durchweg darauf abgesehen, die lebendige^'ivitthätige Aufmerrsanlkeic des Schülers in ununterbrochener Regsamkeit zu er-^üen. Ganz dieselbe Methode wird bei dem Erlernen fremder, alter, wie neuerDrachen beobachtet, und hier zeigt J.'s Methode einige Verwandtschaft mit derAlerlinearversionsmethode des EngländersHamilton. Nur scheint das Auswendig-welches I. auch bei diesem Unterricht vorangehen läßt, größere Vortheile zu^'währen. Auch hat der Schüler keine gedruckte Jnterlincarversion vor sich, sondern^ ^ird ihm die Übersetzung eines auswendig gelernten Stücks gegeben und ernach Anleitung der Wortstellung und des Lehrers die entsprechenden Wörter^ finden Sprache selbst zu suchen, später freilich aus dem deutschen Satz auchfremden wiederherzustellen. Ist aus diese Weise ein Capitel, ein Abschnitt zu^ -i^m, vorerst noch mechanischem Verständniß erhoben, so beginnt die gram-