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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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572
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Jacotot

Darauf müssen die Lernenden zuerst nach der Reihe, dann außer der Reihe, vorwärts, rückwärts jedes Wort zeigen, das man ausspricht. Geht dies fehlerlosund hat man sich versichert, daß der ganze Satz noch im Gedächtnis jst^ ^zerlegt man jedes Wort in seine Sylben, indem man es nach den Sylben ausspricht, und läßt den ganzen Satz sylbcnartig, aber ohne Unterbrechung nachsu-chen Hierauf werden die einzelnen Sylben genannt und die Schüler müssen,,?zeigen, in und außer der Reihe, vorwärts und rückwärts. Kommt dasselbe Wonoder dieselbe Sylbe mehr als einmal vor, so muß dies auf die vorgelegte Fraq?von den Schülern selbst gesagt und gezeigt werden. Geht es ohne Fehler, s?erfolgt die Auflösung in Buchstaben und dabei wird das alte Verfahren wiederbeobachtet, bis der Lernende den Satz fehlerlos hersagen, jedes Wort, jede Sylbe,jeden Buchstaben anzugeben weiß. Dann geht man zum zweiten Satz über.Er wird gelernt und der erste wiederholt; dann beginnt die Betrachtung damitob ein schon bekanntes Wort, eine schon vorgekommene Sylbe, ein dagewesenerBuchstabe sich in dem neuen Satz finde. Die noch nicht dagewesenen Wörter,Sylben, Buchstaben müssen von den Schülern selbst bezeichnet und dann allesNeue auf die beschriebene Art bemerkt werden. Fällt bei den ersten Sätzen keinFehler mehr vor, so geht man zum dritten Satz über. Hiermit werden aber vonAnbeginn an auch Schretbübungen verbunden: was gelesen und gelernt wird,muß auch kalligraphisch und orthographisch geschrieben werden. Wie die deutschenPestalozzianer auf ein Schreibendlesenlernen gekommen sind, so I. auf einLesendschreibenlernen. Nicht I, nicht seine Schüler allein, sondern auch andereunparteiische Beobachter versichern, daß auf diesem Wege sehr schnelle Fort-schritte gemacht werden, denn wer etwa eine Seite, höchstens zwei so durchge-gangen, könne mit Ausnahme einzelner ganz ungewöhnlichen.ter, und selbstdiese bald fertig lesen. Die orthographischen Übungen erfodern längere Zeit,aber höchstens ein Jahr, oft nur ein halbes, während wir unsere Jugend kaumnach sechsjährigem Unterrichte zu fehlerfreier Orthographie bringen. Überhauptmacht sich I. anheischig (und es ist von glaubwürdigen Männern, die in J.'S Schu-len gewesen, bestätigt worden), mittels dieser Methode seine Schüler im Durch-schnitt binnen zwei Jahren mit ebenso vielen und gründlichen Kenntnissen aus-zustatten, als die herkömmliche Methode nicht in 7 Jahren vermöge. Es kommtauf den Versuch an, der wol in Waisenhäusern und Armenschulen anzustellenwäre, ohne daß man Gefahr liefe, der Jugend zu schaden; denn jedenfalls wirdihre Gedächtnißkraft geübt, und wenn sich nach einem halben, höchstens nacheinem ganzen Jahre, die gewünschten Erfolge nicht zeigen, so kann man jaimmer noch zeitig genug den herkömmlichen Unterricht wieder eintreten lassen.Aber freilich gehören Lehrer dazu, welche mit großer Lebhaftigkeit und Gewandt-heit des Geistes ebenso viel Geduld, Ausdauer und Fassung verbinden.

Die orthographischen Übungen leiten zum eigentlichen Sprachunterrichteüber, der, wie der Leseunterricht, die Umkehrung des gewöhnlichen ist. Wedermit der Lehre von den Redetheilen, noch mit Deklinationen und Eonjugationen,noch mit der Satzlehre oder Syntax beginnt man, sondern mit der allseitigenBetrachtung irgend emes Lesestückes, einer Geschichte, einer Fabel. I- ügtallem Sprachunterricht denTelemach"zum Grunde, behauptet aber, jedes andereBuch, welches dieselben Vortheile eines musterhaften Styls und moralischreligiöser Lebensansicht gewahre, leiste gleiche Dienste. Er laßt nach und nacbdie sechs ersten Bücher desTelemach" auswendig lernen und durch beständigetägliches (versteht sich theilweises) Wiederholen dem Gedächtnis einprägen, aberschon nach Einprägung der ersten Capitel fängt die ftylistische Betrachtung an.Diese beginnt damit, daß der Lehrer den Schüler anfangs durch Fragen^ danndurch allgemeiner gestellte Aufgaben nöthigt, Rechenschaft über den Jnha

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