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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
571
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Zacotot 571

Aus der ersten Voraussetzung läßt sich der Geist und jede Eigenthümlichkeit^ ^Methode ableiten; die zweite hängt mehr mit der Wahl des Stoffes zusam-incn, Was nun zuvörderst den Geist der Methode anlangt, so geht derselbe, wiePestolozzi's Methode, darauf aus, den Geist in Thätigkeit zu setzen, die Kraft^ dksselden sich in der Erwerbung von Kenntnissen zu bewahren, beständig anzu-Dllj /u einem nie ruhenden Bedürfniß und zur andern Natur des Menschen zuund so den Geist zur Herrschaft über Alles zu erheben, was an und um^ »mMenschen äußere materielle Natur ist. Die, aus der sinnlichen Natur fließende'»U Mheit des Menschen ist es, die dadurch bekämpft werden soll, daß der WilleWz ^ suter, wacher, besonnener Thätigkeit des Geistes angeregt wird. Als unerlaß--l, !l! liche Bedingung, jene Herrschaft deS Geistes, oder wie es auch genannt wird,die geistige Mündigkeit (emancipirtion intelloctuelle) zu erreichen, wird Selbst-überwindung betrachtet, worin I. mit der höchsten Ansicht stoischer wie christ-licher Moral zusammentrifft. Welcher Mittel man sich bedienen müsse, um fürdu« Leben dieses höchste Ziel, die Tugend, oder wenn der Ausdruck erlaubt ist,sie größtmögliche Tugendfertigkeit zu erreichen, davon hatJ. in seinem Werke überdm Universalunterricht noch nicht Gelegenheit nehmen können, zu sprechen, ob-gleich er tugendlichcs Denken und Thun, Weisheit, nicht Wissen, als Bestimmungsi§ Menschen aufstellt. In Bezug auf den Unterricht, auf das Lernen, auf dasErwerben von Kenntnissen, auf das Erkennen, auf die Einsicht in daS Wesender menschlichen und natürlichen Dinge, die uns durch die Erfahrung dargebotenwerden, stellt er nun unausgesetzte Übung und Stärkung des Gedächtnisses andie Spitze. Dieser Grundsatz, das Gedächtniß bis zu einer Fertigkeit und Sicher-heit zu üben, die an Unfehlbarkeit grenzt, mit welchem er der altern Methodesich in demselben Maße zu nahern scheint, in welchem er sich von der neuem,bei uns geltenden, eine bloße nackte Verftandesbildung bezweckenden entfernt,scheint aller Berücksichtigung werth. Es gibt gar keine gesunde Thätigkeit desVerstandes, als die sich auf irgend einen Stoff der sinnlichen oder geistigen Weltbezieht. Soll das Denken und Urtheilen dem Geiste gelingen, so muß er zuerstdes Seoffes machtig sein; den Stoff als solchen nimmt der Geist aber nur durchdas Gedächtniß in Besitz. So bald aber das Gedächtniß dem Geist einen Stoffzugeführt hat, laß: I. auch sogleich die eigenthümliche Bearbeitung dieses Stoffesdurch den Geist beginnen, damit dieser wahrhaft Herr desselben werde, nicht etwaKnecht desselben bleibe. Hierin entfernt er sich von der alten, bloß gedächtniß-mäßigen Lernwcise und nähert sich wieder der neuern verstandesmäßigen. Fragtman nun nach dem Verfahren, das I. den Geist beobachten laßt, um den Stoff>n völlige Gewalt zu bekommen, so ist es dasselbe welches der Geist seiner Natur»»ch, nur so lange es ohne Bewußtsein geschieht unabsichtlich, nicht anhaltend, nicht»leng genug beobachtet. Alle Geistes - und Verstandeschätigkcit ist ebenfalls anä-misch, auseinanderlegend und überlegend, oder synthetisch, verbindend, nachbildend.Mattend; und oft in so rascher Aufeinanderfolge, daß beide Tätigkeiten in eineWmmenzufallen scheinen. Nachdem nämlich irgend ein Gegenstand des Wissens,^a eine Geschichte auswendig gelernt ist, so wird sie näher betrachtet, in ihre'Ndchnie zerlegt, ^ moralische oder anderweitige Wahrheit entwickelt, auf° schon bekannte Falle angewendet, mit veränderten, aber ähnlichen Umständen^hit. Nehmen wir ein Beispiel aus dem Sprachunterrichte, der auch in J.'S- etbode bereits am weitesten entwickelt ist, so findet durchweg, vom Lesenlernen' ? Ins zur Composition von Abhandlungen, Neben, Gedichten, einevom statt. Aej dcm xestu jst ^eder vom Buchstabiren, noch

nicht Lautircn die Rede; sondern man legt einen

5" langen Satz vor, liest ihn laut, indem man auf jedes geleseneZugt und läßt den Satz durch Vor- und Nachsprechen auswendig lernen.