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trivial gehalten wird, wenn sie in einem ganz einfachen Gewände erscheint, und ^daß überhaupt das Herg-ebrachte ebenso oft unwahr ist als das NeudargebotencDie erste und letzte theoretische Voraussetzung, von welcher I. ausgehtist der äußerst paradox klingende Satz: Alle Menschen haben gleiche Intelligenz' M'gleichen Verstand, — ein Satz, der fast Alle, die ihn vernommen, vor den Aoxfgestoßen, gegen I. eingenommen und Manche verleitet hat, den Vertheidiger des: iift"selben für einen Charlatan zu erklaren oder für den gefährlichsten Radicalreformcr,Namentlich hat der Herzog von Levis, in einem Briefe an I. selbst, diesen Aus- yDt?spruch geradezu sitten - und staatsverderblich genannt; und gewiß stimmen Malle vornehmen Leute und Geister dem Herzog bei. Allein Furcht und Erstaunen,
Ärger und Verwunderung über ein unerhörtes Wort sind nicht geeignet, esgenau zu vernehmen, geschweige denn zu verstehen und zu untersuchen, ob denn iiM''Der, welcher es ausgesprochen, auch selber den Sinn und die Folgerungen damitverbindet, die man ihm beilegt. Die mitgetheilten wenigen Notizen über J.'s idüM»«Leben lassen uns schon vermuthen, daß er, kein Stubengelehrter, sondern einMann des Ledens und der Erfahrung, seinen Satz nicht in einem Sinn auf,gestellt haben werde, der aller Erfahrung widerstreitet. Er kann nicht gemeint »li«haben, daß alle Menschen, wie sie umherlaufen, gleichen Verstand, gleiche In- MWtelligenz haben, d. h. in und für jeden Fall das gleiche, treffende Urtheil, die Mißrichtige Einsicht, das geistige Geschick, Alles gleich glücklich anzugreifen undauszuführen. Er hat indeß deutlich genug ausgesprochen, was man Genie nenne, imVexist^re gar nicht, oder wenn man durchaus von Genie reden wolle, so hätten alleMenschen Genie, oder könnten es doch haben. Genie sei weiter nichts als die M,durch unermüdliche, auf Alles gerichtete Thätigkeit und Mung bewährte Ver» Miünunst und Intelligenz selbst. Dieselbe sei, der Anlage nach, gerade insofern sieGenie sei, bei allen Menschen die gleiche, ungleich sei sie nur in ihren durch Natur, m MUmstände und den Willen des Menschen bedingten, kräftigem und matternÄußerungen und Betätigungen-, denn von einer Entwickel-ung, Bildung, H-MVervollkommnung des Geistes könne schon darum nur uneigentlich die Rede ^sein, weil der Geist überhaupt das Unveränderliche, sich selbst Gleiche sei; und WHdies gelte nicht nur vom Geiste überhaupt, sondern vom Menschengeiste besonders; «Mder Geist, der den Menschen zum Menschen mache, müsse ein und derselbe seinund bleiben, weil bei der Ve'-schiedenheit oder Verwandlung dieses Geistes derMensch aufhören würde, ein Mensch zu sein. Alle Verschiedenheit setzt I. in dieUmstände, in die äußere Natur, in den starkem oder schwächern Willen, oder,wie er sich ausdrückt, in Trägheit und Fleiß, in zerstreute und aufmerksame Thätig-keit des Geistes. Was man auch hiergegen einzuwenden haben möchte, so istdoch klar, daß man es gar nicht unternehmen könnte, zu unterrichten, daß derPhilosoph seine Vorlesungen, der Schulmeister seine Schule schließen müßte,wenn er nicht stillschweigend voraussetzte, daß seine Zuhörer und Schüler, jo- > ^fern sie nur den nöthigen Fleiß und die ersoderliche Aufmerksamkeit hätten.begreisen und lernen könnten, was er vortragt und lehrt. Oh-ne diese Voraussetzung ^wäre das Thun aller Pädagogen geradezu ein verrücktes. Weiter will auch I.nichts; od eine metaphysische Ansicht des Geistes damit übereinstimme odernicht, darum kümmert er sich nicht. Die Menschen haben eine gleich organistrte,eine gleichartige Vernunft und ein Hauptmerkmal dieser Vernunft ist, daß itM ^ ^Bethätigung keine Schranken gesetzt sind. Der zweite Grundsatz, die zwei»Annahme I.'s ist in dem ebenso oft vorgetragenen Ausspruch enthalten- Allesist in Allem, — ein Satz, der uns weniger befremdet, weil er uns an die panthe- ^istischen Lehren einiger philosophischen Systeme, ja an den zum Sprichwort gewor-denen Satz erinnert: Das Dasein Gottes könne aus und an einem Strohhalm- 'erwiesen werden.