Jackson 567
Von 1816— 21 erhielt I. militairische und anders Aufträge in Bezug aufden Krieg mit den Indianern, die er glücklich vollzog. Damals ließ er zwei Eng-länder als Urheber des indianischen Kriegs hinrichten, was er nach dem Kriegs-rechte thun durfte, was ihm aber heftige Vorwürfe von feinen Gegnern zuzog.Im Jahr 1821 ward er beauftragt, die Abtretung Floridas von Spanien zu be-werkstelligen. Hierauf zog er sich vom öffentlichen Leben zurück, und lehnte nichtnur die Verwaltung des Kriegsdepartements, welche ihm Madison bei seiner Er-hebung zum Präsidenten angetragen hatte, sondern auch den Gesandtschaftspostenin Mexico ab. Wie CincinnatuS und Washington war er jetzt Jahre lang mit demLandbau beschäftigt, als ihn im Jahr 1825 die Achtung seiner Mitbürger durchdm gesetzgebenden Rath des Staats Tennessee zur Präsidentenstelle in Vor-schlag brachte. Allein nun erhob sich das Mistrauen und die Eisersucht derRepublikaner gegen die Wahl eines so rasch und entscheidend handelnden Feld-herrn zu der Würde des ersten Beamten der vollziehenden Gewalt in einem Frei-Me. Sein Charakter, sagten öffentliche Blätter, und so manche Tharsache fei-net öffentlichen Lebens bedrohe die Freiheit. Ihm gegenüber stand als Mitbewer-ber ein schlichter Bürger, der mir Europas Politik vertrautere, durch vielseitigeBildung und reine demokratische Gesinnung ausgezeichnete John Quincy AdamS.An die Namen beider Candidaten heftete sich jetzt der bisher haupttos gewesene An-tagonismus der südlichen und der nördlichen Staaten. I. war der Mann desSüdens, Adams der oes Nordens. Alle Gründe und Vorurtheile für den Einenwie für den Andern wurden mit Heftigkeit erörtert. Endlich kam eö zur Abstim-mung. Von 262 Stimmen erhielt I. 99, 'Adams 84; da nun keiner die ent-scheidende Mehrheit von 132 Stimmen hatte, so siel die Wahl dem Senat?anHeim, und dieser ernannte John Quincy Adams zum Präsioenten. Wah-rend Adams' Verwaltung wandle sich jene Opposition der südlichen Staaten derUnion gegen die Cenrralregierung sechst. Dieselbe hatte nämlich in Folge des Ge-setzes vom 19. Mai 1828 einen Zolltarif eingeführt, den kne Ackerbauprovinzenals ihre Interessen beeinträchtigend und auf ausschließenden Vorth.il der fabriktrei-bendcn nördlichen Staaten berechnet ansahen. Die Ami-Aoamisten setzten dahcrjedes Mittel, und vorzüglich die Presse in Bewegung, um die Wicdererwäh-lung des John Quincy AbamS, oder die Wahl des Mitbewerbers Clay (s. d.).J.'s entschiedendsten Gegner, zum Präsidenten zu verhindern. Es gelang ihnen,denn bei der Wahl erhielt der General I. von 262 Stimmen 178, Adamsaber wiederum nur 84. Der Congceß erklärte hierauf (1k. Febr. 1829) I.gesetzlich zum Präsioenten, und I. E. Calhoun (aus Südcarolina) zum Vice-Mstdtnten. So stand nun (seit dem 4. März 13 29) einGeneral an der Spitze^ des ersten Freistaats der transatlantischen Welt! Allein dieser General war ineinem weit höhern Sinne auch Bürger und Staatsmann. Der neue, von Vielengefürchtete, Präsident erklarte in seiner ersten Amtsrede mit ebenso viel Würde alsBescheidenheit: Ein gerechtes Mistrauen in seine Fähigkeit lehre ihn auf das Vor-bild der großen Vorgänger in seinem Amte blicken; die Einsichten und der Beistanderfahrener Amtsgenossen sollten ihn leiten; er hoffe auf die Nachsicht und Unter-stützung seiner Mitbürger. Nie werde er seine Amtsvollmacht überschreiten, nochle etwas fodern, was nicht Recht, aber auch nichts bewilligen, was Unrecht sei!Es lag in der Natur der Verhältnisse, daß die Männer der Adams'schen Verwal-tung, welche zum Theil J.'s persönliche Gegner waren, ihre Stellen nicht behal-ten konnten. Er umgab sich daher mit andern als tüchtig erprobten Geschäfts-männern. An des bisherigen StaatssecretairS Clay Stelle trat van Buren, auswelchen C. Livingston (aus Louisiana) gefolgt ist. Die Grundsätze, zu welchenm seiner Verwaltung sich bekannt hat, waren die der Mäßigung und des Frie-ens in dm auswärtigen Verhältnissen, sowie der gänzlichen Enthaltung von jeder