552 Italienische Literatur der neuesten Zeit
anheimgestellt bleiben mag, ob sie die „(lollectio 8. LcclesiemV-Urum" (Mailand ^1832) für einen beachtenswerthen Beitrag zur Parristik ansehen mögen. MehrEhre der italienischen Wissenfchafclichkeit bringend sind die imFache der orientalischenLiteratur gemachten Erwerbungen, die Lucchesini in seiner Schrift: „Velin illusti-z.xiane Uelie lin^ue unticlle e moUerne eck orieutuli, procurats nei sec. XVIUckagli Itaiinni" (2 Bde., Lucca 1827), gewissenhaft aufzahlt. Wifcmann's „vo- 1!^?rne s)-rincne^ (Rom 1827,4.), die mehr anregenden als leistenden Untersuchun-gen Lanci's: „vn scrittura sscru Iii. c. monumenti keuico - nssirj eck egiziinni" ..1^^(2 Bde., Rom 1827, 4.), vor allen aber der unermüdet wirksamen MechitaristenLeistungen, wie Ciakciak's „Kuova cki-iennria itickiaao-srmeno-turco" (Venedig1829) und „Huuckra ckella storin ietterarin cki Armenier" von Suklas Soma! ie«(Venedig 1829), gehören nicht bloß Italien, sondern dem ganzen Europa. Nurfür den ersten Bedarf berechnet scheint Antonio Ciadyrgy's „vi-iouano turcourallo e persiano, rickott» sul lessica ckel cel. Aleninsiei" (Mailand 1832), dasfür die Fortschritte in der Schule der Propaganda nicht den günstigsten Beweisablegen möchte. Wie in dem Assemanni'schen, von Majo in der „dollectio novascri- UiilPptorum veterum" aufgenommenen Kataloge der vaticanifchen hebräischen, ara- Blkßsei,bischen, syrischen und persischen Handschriften, sind die orientalischen Wörter bei kckiW"Ciadyrgy mit lateinischen Buchstaben gedruckt. Als einen andern Zweig derSprachkunde fördernd, ist die Ausgabe jener gothifchen Übersetzung des zweitenPaulinischen Briefs an die Korinther nicht zu vergessen, die durch Majo 1817unter den Palimpsestcn der Ambrosiana entdeckt ward („Dlpllilae versio gotllica Wchepistolae vivivauli ack (iorintllios secunckne",. Mailand 1829, 4.). Sie gc- «sMrhört zu den bedeutendsten Hülfsmitteln für die Erkenntniß eines Sprachstammes, M mden so wenige Überreste uns erhalten haben. Uch«i!
Vielfache Gelegenheit, ihre Sprachkunde zu zeigen, fanden die italienischen Mm. AGelehrten, die sich mit der Erklärung von Inschriften abgaben, bei den mancherlei ZMepigraphifchen Unternehmungen der letzten Periode. Sammlungen erschienen von Äch eVermiglioli: „vo uuticlle iscri^ioui Perugias" (Perugia 1832, 4.) ; Cavedoni:„vielliaru?i. ckegli satielli marmi mockeaesi" (Modena 1828); Malmusi: ,Mu- lirzjcDA800 lapickurio niackeaese" (Modena 1830); Aidini: „Lulle aaticlle lapicki ti-einesi" (Pavia 1831); Marchefe Malaspina di Sannazaro: „vcri-wni lspi-ckurie raecolte ckul Alarcll. AI. cki 8. uclla cki lui caser in ?avia" ^Mailand 1830, «s4.) und die von Gaet. Marini hinterlassene Sammlung der christlichen In-schriften des Vaticans, ein Werk großer Gelehrsamkeit, im fünften Bandevon Majo's oben erwähnter Sammlung. Herr von Hammer gab in der„villi. ckul." (1831, Bd. 02) Nachricht über die orientalischen Inschriften, dieihm in den verschiedenen Sammlungen, Kicchenschätzen u. f. w. Italiens vorge-kommen waren, und seit man sich in Italien darüber verständigt hatte, daß es nicht ^unziemlich sei, die täglich geübte Volkssprache zu Inschriften öffentlicher Denkmä-ler zu gebrauchen (f. die Verhandlungen „Villi, ital.", 1828, Bd. 50), fehlten auch ^ ^die Mustersammlungen nicht, die sich bald an die Inschriften einzelner Orte, bald ^an allgemeinere Auswahlen hielten, so z. B. Cicogna's „Iscriznoai veaeaiane" ^ ^(4 Bde., Venedig 1827). Man vergleiche damit die „8celta cki iscri -ioai wo- ^ckerae iil lingua itnliunu" (Pesaro 1829), die „Wuova rsccoltn cki epigraü . ^ital. cki uutori ckiv." (Rom 1829), und Rambelli s „Iscriznooi" (Lugo 1829). ^
Die in Italien einst so blühenden literarischen Gesellschaften und Akademien,von denen Zanon in den „8<n-itti cki sgricaltura, arti e commercio", Bd. 9, oder .,)!!was Dasselbe sagen will, in der „vuccoltn cki opere scelte cki autori sriulsui(Udine 1830), allein 80 aus Venedig und seinen Inseln und mehr als 800 h.aus ganz Italien aufführt, sahen die Epigraphik, wie sie noch jetzt von ^einzel-nen Gelehrten, z. B. vom vr. Labus geübt wird, als eins ihrer eigenthümlich-