Italien in den Jahre-. 183! und !8Z2
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x.n treten lassen wollte und sich der Occupatio« der Provinzen durch eine Horde un-M'plinirten Gesindels, das man eine Armee nannte, mit Festigkeit widersehte,m einer nochmaligen Invasion von Außen den Vorwand geben. Wie unerläßlichcs übrigens für die Provinzen war, aus ihrer Hut zu sein, und wie wenig sie denscheinbar gemäßigten Gesinnungen des päpstlichen Hofes trauen konnten, zeigten5ie Vorfalle in solchen Gegenden, die sich beim ersten Schreck unterworfen und inMs/ was man ihnen aufdrang, gefügt hatten, wie Umbrien, die MarkAncona unddie nordöstlichen Delegationen. Mit genauer Noth brachte man etwa 2000 MannTruppen zusammen, welche die Küstenlinie von Ancona bis Rimini in verschiede-nen Cantonnirungen besetzten, während ein Oberstlieutenant, Zamboni, nach Tirolund Obcritalien zum Recrutiren geschickt wurde. Als eine Abtheilung der genann-ten Truppen unter dem Commando des Obersten Bentivoglio am 10. Jul. in Ri-mini einrückte, floß schon an demselben Abend Bürgcrblut; eine Warnung für dieRomagnolen, sie nicht weiter rücken zu lassen. Uberhaupt ließ sich nur der verwerf-lichste Pöbel bei diesen Truppen anwerben; aus der Romagna erhielt man Nie-mand, aus den Marken Wenige, in Umbrien mußte man bei dem unwissendenLMvolre Kunstgriffe aller Art anwenden, und in die römischen Gebirge wurde einberüchtigter Bandit, Namens Graziös,' (gewöhnlich Gasparone genannt), alsMrbeosfizier gesandt. Den Geist und dw Neigungen einer auf solche Weise zusam-mengesetzten Soldateska, die man sich nicht scheute selbst aus dem Bagno zu re-crutiren, kann sich Jedermann leicht denken. War aber noch etwas nothwendig, umdie wahre Gesinnung des päpstlichen Hofes zu entlarven, so geschah dies durch dasunwürdige Spiel, welches mit den Legationen und ihren Bürgergarden getriebenwurde. Eben weil letztere meist aus unabhängigen und achtbaren Bürgern be-standen, die nicht von tollem Schwindel ergriffen waren, aber auf Gewährung ihrerRechte, aus Realisirung Dessen drangen, was die europäischen Mächte vor der er-neuerten Garantie der Unverletzlichkeit der weltlichen Macht des Papstes als eineilct unerläßlicher Bedingung ausgesprochen, wurden sie vom Hofe zugleich geyaßtund gefürchtet. Gesetzlich anerkannt, suchte man doch durch Ränke ihre Organisa-tion und Bewaffnung zu hindern, und als dies trotz den Bemühungen der Nuntia-tur in Florenz, des Prolegaten von Ferrara und heimlicher Anschwärzer in Bolognaund andern Städten nicht gelang, suchte man zahllose Gerüchte über Anarchieund Terrorismus, die in den Provinzen herrschen sollten, zu verbreiten, die aber durchdie That Lügen gestraft wurden. Umbrien und die Legationen, von welchen erste-ns Land ohne irgend eine Garantie wieder ganz in der PriesterHände gegeben war,und letztere unmöglich mit der sogenannten neuen Verfassung zufrieden sein könn-en, da das alte Unwesen der Gerichte, der Steuern und Zölle und der Priefterma-chinationen wieder begonnen hatte, sandten zu wiederholten Malen Deputationenuuch Rom, um den Bedürfnissen des Landes entsprechendere Verfügungen und'"^durchgreifende Umschaffung der schlechten Verwaltung zu erlangen, welche ent-u-der gar nicht angenommen oder mit leeren Worten abgespeist wurden. Die un-'M'leibliche Folge davon war, daß, obgleich die Rube nirgend gestört ward, die^Position immer allgemeiner durch alle Stände sich verbreitete und mit jedem^age an Intensität zunahm, daß man sich weigerte die Gemeinderäthe anzuneh-wenn die Wahlen nicht freigegeben würden, daß die Bürgergarde die päpstlicheaufstecken wollte, und die Prolegaten sich wegen der Geldsendungenin fortwährender Verlegenheit befanden. Um die Provinzen in Furchtcwr - ^ ^ ^ stehenden Mittel geschäftig das Gerüche
" rc.tm, die Truppen würden, wenn man sich nicht unbedingt und völlig unter-^ päpstlichen Farben annehme, bald auf Forli und Bologna rückenein G' ' ^ Widerstand finden, von den Öftreichern neuen Beistand erhalten —'sucht, das durch die fortdauernde Verstärkung dieser Truppen wahrscheinlich