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Italien in den Jahren !831 und 1832
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chern besetzt; bei Rimini kam es am 55. zum Gefechte, wo die Italiener, nach-dem die Östrcicher unter dem Commando des Generals Mengen die Barrikaden derVorstadt erstürmt hatten, weichen mußten. Den wichtigen Paß bei La Cattolicazu vertheidigen machte man keine Miene. Am 56- legte die provisorische Regierungm die Hände des Cardinals Benvenuti, den man nach Ancona mitgeführt hatte,die Verwaltung nieder, bewogen dazu (so lautete die Erklärung) durch die Ver-letzung des Princips der Nichteinmischung, wozu die Nation, die es aufgestellt undgarantirt, einwillige, und durch die Unmöglichkeit, einn großen Macht mit ErfolgWiderstand zu leisten. Vorher hatte der Cardinal eine vollständige Amnestie ver-kündet und Alle, die das Land zu verlassen wünschten, mit Pässen versehen. Am27. öffnete Ancona dem General Geppert die Thore. Das Corps Sercognani'slegte am 30. März zu Spoleto (welches am 4. April von päpstlichen Truppen be-setzt ward) die Waffen nieder, da fernerer Widerstand nutzlos gewesen wäre. EineAbcheilung dieser Mannschaft nahm ihren Weg durch Toscana, um sich zu Li-vorno nach Corsica einzuschiffen; Sercognani selbst begab sich nach Paris. Dieje-nigen, welche sich durch ihre Theilnahme an der Revolution am meisten compromit-tirt sahen, schifften sich 98 an der Zahl im Hafen von Ancona auf einem päpstli-chen Fahrzeuge ein, um sich nach den ionischen Inseln zu begeben. Obgleich mitMm dcS Cardinals Benvenuti versehen, wurden sie von zwei östreichischen Goe-lettcn unterhalb Loreto angehalten und g. fangen nach Venedig geführt, wo sie am3. April ankamen. Erst nach mehren Monaten wurden die päpstlichen Untertha-mn auf freien Fuß gesetzt und zum Theil ihrem Wunsche gemäß nach Frankreichgebracht, wo sich der Professor Orioli, Graf Mamiani della Rovere, MarquisAappi und Andere noch jetzt befinden. Von den unglücklichen Modenesen schmach -ten noch mehre im Gefängnisse. General Zucchi wurde nach einer östreichischenFestung gebracht. So endete für diesmal wieder der Versuch einer politischen Re-generation in Italien. Wenn man auch der provisorischen Regierung Schuld ge-ben kann, daß sie sich zu sehr auf eine eingebildete Sicherheit verlassen, daß sienamentlich die letzte Zeit mit unnützen Berathungen verloren habe, statt anernstliche Maßregeln zu denken, daß sie überhaupt zu angstlich gewesen sei unddadurch manche Vortheile vernachlässigt habe, so thut man doch den ItalienernUnrecht, wenn man sie rücksichtslos der Feigheit anklagt. Abgesehen von der ge-drückten Lage, in welcher Italien sich seit 1815 befunden hat, von der Erstickungalles kriegerischen Geistes und der Auflösung der Nationalarmee, die in Spanien,in Deutschland, in Rußland nicht zu Napoleons untüchtigsten Truppen gehörte,wäre es die höchste Ungerechtigkeit zu verlangen, daß ein Haufen halb bewaffneter,undisciplinirter, kaum von einigen guten Offizieren angeführter Bürger und Land-leute sich der kolossalen r.nd gefurchteren Macht, die wie ein Sturm über sie herein-brach, entgegensetzen sollte. Hatte man voraussehen können, daß Frankreich einefremde Einmischung in die Angelegenheiten Italiens gestatten würde, so hatte manbei der völligen Hoffnungslosigkeit der Sache wahrscheinlich noch länger geduldetund geschwiegen. Diese Möglichkeit aber ließ sich im Febr. 1831 auch kein ein-her Italiener träumen.
Der Herzog von Modena erklärte sogleich nach seiner Rückkehr alle Verord-nungen und Acte der provisorischen Regierung für ungültig — was am 18. Aprilgleichfalls der päpstliche Hof that — und berief dann eine Commission, welche eine-Nenge von Individuen zum Tobe, zu lebenslänglichem Gefängniß, zur Galeeren-und Zuchthausstrafe verurtheilte. Zwei derselben, Menotti und Borelli, des Hoch-Herraths angeklagt, endeten am 38. Mai am Galgen ihr Leben. Die eiserne Handes Herrschers ruht seitdem auf dem unglücklichen Lande noch schwerer als vorher,und die Polizei, von zwei Neapolitanern, dem schon genannten, nur zu wohlbekann-eu ehemaligen Polizeiminister Fürsten Canosa, und einem gewissen Francesco Garo-
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