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Zweiter Band (1833) F bis L
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524
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524 Irland

derholt, daß Irland in dem gefahrlichsten Austande, daß eine oder die andereGrasschaft in offenem Aufstande ist; daß Verbindungen durch das ganze Land be^stehen, um systematisch die Hauptpachter der großen Besitzungen englischer Eigen-tümer, die Einnehmer der Zehnten und Pachtgelder zu ermorden, wenn sie da-bei mit einiger Strenge verfahren, sowie Diejenigen, welche in Criminalprocesscnsolcher Art gegen die Mörder zeugen; daß der größte Theil der acht MillionenMenschen, zu welchen nun das irlandische Volk angewachsen ist, sich mit Mühe 'des Verhungerns erwehrt; daß Tausende ohne Heimakh und Obdach sind, Andere Z-Mtin Hütten leben, die man anderwärts kaum für das Vieh gut und reinlich genugfinden würde und doch geht noch Alles den alten Gang und bis in die neuesteZeit hat man an ernstliche Anstalten, diese Übel in der Wurzel anzugreifen, nichtgedacht. Indessen scheint doch die Gefahr immer ernster zu werden, und die bin- >^,!igerliche Gleichstellung der Katholiken hat der englischen Aristokratie nur durch dieFurcht einer allgemeinen Empörung entrissen werden können, ist aber so gut als . . -stdie Parlamentsreform an sich nur eine Vorbereitung und ein Mittel zu großem ^ >MErleichterungen des Volkes, nicht aber für sich selbst eine Maßregel, welche un-mittelbare materielle Vortheile gewahrte. Höchst wahrscheinlich wird man abernun auch in Irland die Früchte der Parlamentsreform genießen wollen, und wenndas Eine, die katholische Emamipation, durch Furcht erlangt wurde, so ist nichtabzusehen, warum nicht auch Anderes, die Einziehung der protestantischen Kir-chengüter, wo keine protestantischen Gemeinden vorhanden sind, vorläufig die Ab-schassung der Zehnten; femer die Herstellung einer getrennten Staatsverfassungund Verwaltung, wie Irland sie mit einem eignen Parlament bis zur Union von1800 besaß; warum nicht endlich auch die Zurücknahme der Confiscationen aus dmdrei letzten Jahrhunderten, wodurch die Eingeborenen nach und nach fast ganz ihres ' ^ .eiZnen Bodens beraubt und Heimathlose Fremde in ihrem eignen Lande wurden, ' ^ ^durch das gleiche Mittel durchgesetzt werden sollte. Irland ist von den Engländernseit Jahrhunderten mit größerer Härte und Ungerechtigkeit behandelt worden, alsirgend ein anderes unterjochtes Volk, und dennoch hat es seit Heinrich II. seineNationalität, seine von der englischen völlig verschiedene Sprache, Vieles von deralten Sitte und die katholische Religion behauptet ; unter 8 Millionen Menschenist kaum eine Million einem andern Glauben zugethan, und nur die Hälfte von die-ser der bischöflichen Kirche, welche die einzige vom Lande dotirte ist ; die andereHälfte sind Presbyterianer, Quäker und andere Glaubensgenossen. Die alteVerfassung Irlands war patriarchalisch; das Volk in Stamme getheilt, miteinem aus dem Stamme gewählten Häuptling an der Spitze; mehre Häuptlingeunter einem gemeinschaftlichen Oberhaupte, einem Fürsten, vereint, und diese we-nigstens in Zeiten gemeinschaftlicher Kriege unter einem Könige verbunden. DasGrundeigenthum gehörte dem ganzen Stamme, der Häuptling hatte dasselbe un-ter die Mitglieder zu vertheilen, und bezog von ihnen gewisse Abgaben neben demansehnlichen Theile des Bodens, welchen er selbst innehatte. Diese Verfassung ^dauerte auch nach der ersten Eroberung noch lange fort. Aber die irischen Haupt-linge wurden durch die nach und nach eingeführte Lehnsverfassung Vasallen der ^englischen Krone und dadurch der ganze Charakter ihres Besitzes verändert, zu- chgleich aber auch der Grund zu dem Verderben und dem jetzigen Elend des irischenVolkes gelegt. Bis dahin hatte der Stamm ein eignes Recht am Boden, ein so ^strenges Gesammteigenthum, daß jeder erwachsene Mann seinen Theil von dem ^Gemeinlande verlangen konnte und die Inhaber ihm Viesen Theil abgeben muß- ^ten, wenn kein freies Land vorhanden war, oder daß, mit andem Worten, eineneue Vertheilung vorgenommen werden mußte, wenn die Zahl der Antheilberech-

tigten sich veränderte. Der Häuptling aber war nur Vorsteher des Stammes,nicht Grundherr, und die Dienste und Leistungen, unter diesen besonders die Be- 'h