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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
518
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518 Intervention

mgs von Schweden, daß ihm derselbe als Anerkenntniß das Commandeurkreuz desNordsternordens verlieh. Die zweite Periode in J.'s amtlicher Thätigkeit begann161k mit seiner Ernennung zum Oberpräsidenten des mit der preußischen Monar-chie vereinigten Großherzogthums Niederrhein. Auch hier galt es wieder, wie inHanover, die Formen der preußischen Verwaltung beliebt zu machen und die Rhein-länder fester an das gemeinsame Vaterland zu ketten. I. hat sein Talent für dieseArt der Geschäftsthatigkeit in einem solchen Grade beurkundet, daß er sich die reinsteHochachtung aller gutgesinnten Rheinpreußen erworben hat, und sein Andenkenbei ihnen unvergeßlich sein wird. Obgleich ihn eine warme Anhänglichkeit undganzliche Hingebung an König und Vaterland beseelte, so schenkte er auch allenbilligen Anfoderungen der Rheinpreußen die nothwendige Rücksicht und wußte beisemer aufrichtigen Liebe für alles Gute und seinem Wohlwollen für jeden Bedräng-ten, mit seinem scharfen Blicke und seiner Geschäftserfahrung auch in diesen neuenVerhaltnissen vielfach zu nützen. Unter seiner Verwaltung hat in den preußischenRheinprovinzen (denn seit 1822 war I. auch Oberprasident der Provinz Jülich-Kleve-Berg) das innere Leben bedeutend zugenommen, der Verkehr sich gesteigert,die Cultur des Bodens Unterstützung erhalten, die Fabrikthatigkeit an Ausdehnunggewonnen, und die Dampfschissfahrt ist auf dem Rheine eingerichtet tbordcn Kei-ner nützlichen Unternehmung versagte er seine Zustimmung und thätige Begünsti-gung; er beförderte nach Kräften die Vereine zur sittlichen Besserung der Gefange-nen und die Anstalten für gewerbliche Thätigkeit. Für die Reparaturen im Domezu Köln zeigte er eine besondere Theilnahme. Den hohen und nieder« Schulenwidmete er stets viele Aufmerksamkeit, wenn er auch nicht nach dem Beispiele an-derer Oberpräsidenten dieselben öfters besuchte und Lehrer und Lernende durch feinenZuspruch erfreute. Der als Übersetzer des Hcrodot bekannte Reg'ierungsrath Lange(damals in Koblenz) bearbeitete diese Angelegenheiten unter ihm, und hat ihn stetsals einen liberalen Beförderer wissenschaftlicher Cultur erkannt. In seinen Verhält-nissen zur katholischen Geistlichkeit bewies I. Umsicht und Klugheit und wußte et-waige Anmaßungen derselben mit Bestimmtheit in ihre gesetzmäßigen Schrankenzurückzuweisen. Auch bei der Leitung der landständischen Versammlungen zuDüsseldorf entwickelte er viel Besonnenheit und verstand auf eine glückliche Weisedie Ansprüche der Rheinländer, hinsichtlich der Beibehaltung ihrer Justizver-fassung und anderer französischen Einrichtungen, zufrieden zu stellen. Aufdem Landtage des Jahrs 1831 fehlte seine gewinnende Persönlichkeit undward durch seinen Stellvertreter nicht ganz ersetzt. Mit diesen Vorzügen desGeschäftsmanns begabt, konnte I. schon am 15. Ott. 1818 sein fünfzigjäh-riges Dienstjubiläum und zehn Jahre spater sein sechzigjäriges feiern. Beibeiden Gelegenheiten aber verbat er sich die allgemein gewünschte öffentliche Feier,und man konnte das seltene Ereigniß nur in Privatcirkeln begehen. In seinem Pri-vatleben zeigte I. stets eine würdevolle Heiterkeit, das innigste Gefühl für ehelichesGlück und Familienfreuden und die ausdauerndste Treue in der Freundschaft.Seine Gesundheit war bis zu den letzten Jahren sehr gut und gestattete ihm öftereReisen und die Theilnahme an den Freuden der Geselligkeit. Nur in den letztenMonaten seines Lebens schwanden seine körperlichen Kräfte sehr sichtbar, aber seinheiterer Sinn blieb unverändert, und er selbst unausgesetzt thätig, ja noch in denNachmittagsstunden seines letzten Tages erfüllte er die Pflichten seines AmtesEin Lungenschlag machte in der Nacht auf den 14. Mai 1831 seinem Leben schnellund sanft ein Ende, nachdem er dem Staate K3 Jahre gedient hatte. Auch seinBegrabniß bewies, daß ihm die Zuneigung der Rheinpreußen in einem hohen Gradezu Theil.geworden war. (4s)

Intervention. Die Befugniß der Staaten, sich in die Angelegenhei-ten anderer theils durch Vermittelung und Räch, theils durch Drohungen und end-