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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
508
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508 Hurlebusch ,

stigen Eigmthümlichkeit entsprechende Supematuralismus als tiefe und lebendigeHerzenslehre stehen, aber ein freier historischer Blick gab demselben zugleich einPrincip der freien Fortdiloung der Glaubenslehre a> historischem Grunde, undsicherte seine Theologie damit ebenso sehr gegen dietodte Stabilitateines bloß dogrna- 'tischen Supematuralismus, als gegen die oft hohlen und geistlosen Theorien eineseinseitigen unhistorischen Verstandesrationalismus. Wenn er dabei auf hjstori-schem Wege nahe zusammentrifft mit einer aus philosophischer Grundlage hervor-gegangenen neuern, ästhetisch-symbolischen BeHandlungsweise der positiven Glau- BKens lehre, welche dem Rationalismus eine tiefere Grundlage und bessern Einklang 'aus den religiösen Bedürfnissen des menschlichen Herzens und mit dem Rechte der s UGeschichte zu geben verspricht, so wird jene bloß historische Ansicht doch den An-sprächen des freien Denkens nicht volle Gnüge zu leisten im Stande sein. Glück-licher war die Anwendung desselben historischen Princips auf das Studium derorientalischen Sprachen; auch hat H. in dogmatischer Hinsicht seine Ansichten nieöffentlich entwickelt, man müßte denn Das hierher ziehen, was er kürzlich über Kir-chenverfassung in diesem Sinne ausgesprochen hat, in seinem Nachwort zu I. W. Ws ^Bickell's Schrift:Über die Reform der protestantischen Kirchenverfassung, inbesonderer Beziehung aus Kurhessen" (Marburg 1831), wo er mit fteimüthigemErnste auf Herstellung einer freien presbyterianischen Verfassung füe die hessischeKirche dringt. Doch seine ganze Kraft wandte er zunächst auf die orientalische Li-teratur. Für diesen Zweck begab er sich nach Halle, wo er unter Gesenius' Lei- ^.1«^tung in diesem Fache weiter forschte. Aber seine ganze Richtung konnte in gram- 'matischcm Dogmatismus keine Befriedigung finden, und die neue Bahu der um-fassenden historischen Ausbildung des Sprachstudiums, die durch Jakob Grimm izunächst für die germanischen Sprachen gebrochen war, suchte er für die orimtali-sehen Sprachen geltend zu machen. In diesem Sinne schrieb er seinekxercita-twnes setüiopicue" (Leipzig 1825, 4.), ferner seine0ommeutatlo <Ie emen-«Ikmcku ratio»? lexico^r. semiticae" (Marburg 1827), nebst mehren sehr gehalt- Aiz ilÄvollen und gründlichen Abhandlungen imHermes", denTheologischen Stu-dien und Kritiken" und Jahn'sJahrbücher für Philologie und Pädagogik". So- lbald seine innere wissenschaftliche Richtung einmal fest bestimmt war, ordneten UMsich auch seine äußern Lebensverhältnisse. Nachdem er in Halle sich (1824) habili-tirt und kurze Zeit daselbst und dann in Marburg als Privatdocent thätig gewesenwar, wurde er an dem letztern Ort zuerst (1825) zum außerordentlichen Professorder Theologie, und nach Hartmann's Tode (1827) zum ordentlichen Professor derorientalischen Sprachen und bald darauf auch zum ordentlichen Professor der Theo-logie ernannt. Als Schriftsteller würde er, bei si^:em riefen Geiste, schon weitmehr hervorgebracht haben, wenn ihm nicht eine allzu große Peinlichkeit hinderndim Wege stände. (21)

Hurlebusch (August Ferdinand), vormaliger braunschweigischer Eon-sistorialprasident, ward am 12. Nov. 1756 zu Braunfchweig geboren, und trat,nachdem er seine juristischen Studien in ausgezeichneter Weise beendigt und eineZeitlang als Sachwalter in seiner Vaterstadt gearbeitet hatte, 1784 als Hosgc-richtsassessor in den braunschweigischen Staatsdienst, wurde darauf zum Hofrathund 1801 zum Justizkanzleidirector ernannt, unter der westfälischen RegierungPräsident des Criminalhofs des Okerdepartements und in den Adelstand erhoben.

Bei der Wiederherstellung der braunschweigischen Regierung erhielt er den Posten ^eines Vicepräsi'denten der neu errichteten Appellationscommissi'on; die Vormund-schaftliche Regierung des Hcrzogthums sah sich jedoch schon bei der 1816 vorgc- ^ >nommenen Umgestaltung dieser Gerichtsbehörde in ein, mit verschiedenen andernRegierungen gemeinschaftlich gebildetes Oberappellationsgericht genöthigt, ihn in jden Ruhestand zu versetzen. Diese Maßregel fand ihren Grund vorzüglich in dem, ^ )