Druckschrift 
Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
507
Einzelbild herunterladen
 

Hupfeld 507

in s n nahm- Unter seinen parlamentarischen Bemühungen sind besonders zu er-maynen: seine Anträge gegen das Anleihesystem und den Tilgungsfonds; sein Vor->!d'Mag, die Zehnten in Irland abzuschaffen und die Geistlichen aus dem Ertrag der5icchenländereien zu unterhalten; sein Antrag zu Gunsten der ionischen Inseln;^ seine Versuche, die Arbeiter gegen die Bedrückungen der Fabrikherren zu schützen;^ Unterstützung der Aufhebung der Test und Corporationsacte und der Eman-' cipation der Katholiken. Obgleich nach seinen Grundsätzen ein Verfechter der Par-^mentsreform, war er dochunit mehren Bestimmungen der Bill nicht zufrieden,und schlug vor, die sammtlichen britischen Eolonien durch 19 Abgeordnete repräsen-linn zu lassen. Die Gegner der Reform sahen alsbald, daß dieser Vorschlag dieAbführung der Maßregel erschweren würde, und hatten ihren Beifall schon aus-gesprochen, als der Antrag verworfen ward. Im Herbst 18Z2 vor dem Anfange^ Wahlen zum neuen Parlament bereiste er die Grafschaft Aberdeen und gabAMt über sein Benehmen bei den letzten Parlamentsverhandlungen, indem erjede Frage über einzelne von ihm verfochten? oder bekämpfte Maßregeln beant-^ wertete. Mit allen Einzelnheiten der Staatsgeschäfte genau bekannt, konnte erbei solchen Besprechungen viele irrige Ansichten berichtigen, und die Nothwendig-Hit gder den Vorwand entfernen, ihm bestimmte Verpflichtungen über seine Ab-( ^ stimmungen anzusi'nnen.

Hupfeld (Hermann), ordentlicher Professor der orientalischen Spra-' chen und der Theologie in Marburg, wurde daselbst 1796 im Hause seinesGroßvaters geboren. Sein Vater war Pfarrer in Dörnberg, einem anhalti-scheu Dörfchen unweit Holzappel, und hier und in Melsungen, wohin er baldbald als zweiter Prediger versetzt wurde, verlebte H. seine erste Jugend und em-zugleich von seinem Vater den ersten Unterricht. In seinem dreizehntenwurde er auf zwei Jahre dem etwas strengen, aber für seine frühzeitige wis-M - smschaftliche Ausbildung sebr fruchtbaren Unterricht eines Oheims, des PfarrersSigel zu Siglingen bei Heilbronn übergeben, und beendigte seine Schulbildungstii auf dem Gymnasium zu Hersfeld. Im siebzehnten Jahre bezog er, Ostern 1813,^ ^wlich vorbereitet, die Universität zu Marburg, wo er zugleich als Zögling inNÄ,^' derniedcrhessischen Stipendiatenanftalt aufgenommen wurde- Zwar hatte er sichi für das Studium der Theologie bestimmt, aber eine durch seinen Oheim Sigelihm eingepflanzte engherzige pietistische Ansicht von dem Christenthum brachte ihnm Widersprüche mit später gewonnenen freicrn historischen Ansichten von der na-Mf-' türlichen Entstehung desselben, die er damals noch nicht zu lösen vermochte, undi deswegen wendete er sich hauptsächlich der Philologie zu. Nach Beendigung derUniversitatszeit promovirte kr 1817 in der philosophischen Facultät, erhieltbald darauf die Stelle eines sogenannten Majors in der StipendiatenanstaltM zu Marburg mit der Assistenz bei dem ersten reformieren Prediger, aber indieser praktischen Wirksamkeit als Prediger bei seinem theologischen Gemüths-^and und der Wissenschaft mehr zugewendeten Streben keine Befriedigungbadend, folgte er mit Freuden dem Antrag zur Übernahme der dritten Leh-hjisilpf stelle am Gymnasium in Hanau, die er 1819 antrat. Kränklichkeit nöthigte^sen für die Schule gedeihlichen und seiner Neigung ganz zusagenden^"skungskreis bald aufzugeben und (1822) seine Stelle niederzulegen. In derlK ^icht, sich zur Übernahme eines Predigtamts vorzubereiten, kehrte er jetzt zu den'1. Logischen Studien zurück, und hier war es, wo er durch das genauere Studium?^tcn Testaments eine klare und feste theologische Ansicht gewann undi,^'^ 17^'^ wissenschaftliche Thätigkeit die entschiedene Richtung auf die orienta-"H-exegetische Grundlage der Theologie erhielt. Diese beiden Elemente blieben^ ^ ^ die Factoren seines wissenschaftlichen Charakters. In seiner theologi-^ Denkart blieb als Grundlage der aus der Jugend mitgebrachte und seiner gei-