Druckschrift 
Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
505
Einzelbild herunterladen
 

Humboldt Ä05

sveach. In den trefflichen Veranstaltungen den Gasten ihren Aufenthalt ange-nehm und" lehrreich zu machen, war sein dankbar erkanntes Watten wirksam.Während er sich zu einem neuen Reiseunternekmen vorbereitete, war sein umfas-sender Blick stets auf das Ganze der Naturwissenschaften gerichtet, und er gab fort-dauernd Anregung zu wichtigen Untersuchungen, wie er denn 5828 Beobachtun-gen über die Temperatur in den Bergwerken Preußens veranlaßte. Im Sommer1829 trat er, unter besonderer Begünstigung der russischen Regierung, welcheeine geognostische Untersuchung des Uralgebirgs wünschte, von vr. Ehren-berg und Gustav Rose begleitet, seine Reise nach Sibirien und dem kaspischenMeere an, und legte im Laufe eines Jahres einen Weg von beinahe 23<A)Meilen zurück. Er schiffte sich mit seinen Begleitern zu Nischnei-Nowgorod aufder Wolga ein und fuhr bis Kasan und zu den tatarischen Ruinen von Bolgari.Von hier ging die Reise über Perm nach Jekaterinenburg auf dem asiatischen Ab-hang des Ural. H. besuchte im Laufe eines Monats die innern und nördlichenGegenden des Uralgebirgs, so reich an Alluvionen, die Gold und Platin enthal-ten; die Malachitgruben zu Gumetscheffskoi, den großen magnetischen Berg Bla-godad, die berühmten Topas und Beryll-Lager von Murzinsk. Von Jekateri-nenburg gingen die Reisenden über Tiumen nach Tobolsk und über Tara und dieNaraba-Steppe nach Barnaul am Oby, zum malerischen SeeKolyvan und zu denreichen Silbergruben Schlangenberg, Riddersk und Ayrianowski, am südwestlichenAbHange des Altai, dessen höchster Gipfel, von den Kalmücken Jjiktu (Gottes-berg) genannt, an Höhe fast dem Pik auf Teneriffa gleich kommt. Von Rid-dersk ging die Reise südlich über Bukhtarminsk an die chinesische Grenze, und dieReisenden erhielten Erlaubniß dieselbe zu überschreiten, um den mongolischenPesten Baty zu besuchen. Von hier reisten sie nach Ust-Kamenogorsk, dannlängs der Steppe der Mittlern Kirgisenhorde über Semipalatinsk und Omsk,und über die Kosackenlinie von Jschim und Tvbol nach dem südlichen Ural.Sie zogen darauf längs diesem Gebirge zu den schönen Brüchen von grünemJaspis bei OrSk, wo der fischreiche Jaik die Bergkette durchbricht, dann überGuberlinsk nach Orenburg, zu den berühmten Salzminen Jletzki in der Steppeder kleinen Kirgisenhorde, zu dem Hauptvrte der uralischen Kosacken, zu dendeutschen Ansiedelungen in Saratow am linken User der Wolga, zum großenSalzsee Elton in der Kalmückensteppe und über Sarepta nach Astrachan. DieHauptzwecke dieses Besuchs der Ufer des kaspischen Meers waren die chemi-sche Analyse des Waffers desselben, die Rose übernahm, barometrische Höhen-mefsungen und die Sammlung von Fischen aus Mem Meere für Cuvier undValencicnnes. Von Astrachan kehrten die Reisenden über die Landenge, wel-che den Don und die Wolga bei Tischinskaja trennt, und durch das Gebietder donischen Kosacken nach Moskau zurück. Im Laufe dieser Reise wurdendurch den Grafen von Polier und einem jungen Mineralogen, Schmidt aus Wei-mar, einem Zögling der Bergakademie zu Freiderg, der in Nischnei-NowgorodA H.'s Reisegesellschaft kam, die wichtigen Diamantgruben im Ural entdeckt.Die geognostischen Ähnlichkeiten in der Gebirgsbildung Brasiliens und des Uralshatten H, zu der Überzeugung von dem Vorkommen von Diamanten in den Goldund Platin führenden Alluvionen des Urals gebracht.

^ Während H. die reichen Ergebnisse dieser Reise bearbeitete, las er in denfahren 1830 und 1831 mehre Ädtheilungen seines Berichts in den Sitzungen^ Akademie der Wissenschaften zu Berlin und des französischen Instituts vor.»u derselben, über die Gebirgssysteme (des Altai, des Tianschan, des Kuen-un und des Himalaya) und die vulkanischen Erscheinungen im Innern AsiensAusi"^ Sprache gedruckt. Eine reichere Ausbeute erschien unter H.'s

tcht in den,chrgF>u"u5 Ue AäoloAis et Uo climutolo^ie asiatiiiues" (2 Bde.,