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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
502
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502 Hüllmann

Oden von 182), seine Oden und Balladen von 1824 gefielen mehr alsHi>n«l'Isiuncke" undKuß larAol" (1826). Seine dichterische Sammlung1^ museIrun^ai-e" dauerte von 1828 24. Für die Beschreibung seiner 1825 mit No-dier nach der Schweiz unternommenen Reise fand er keinen Verleger; die Schriftist noch jetzt ungedruckt. Ganz anders, als H. sich der öffentlichen Meinung nä-herte. Sein schon 1824 erschienenes GedichtNapoleon" fand den verdientenBeifall. Er dichtete 1827 seine Ode ,A In coloime" und gewann allgemeineBewunderung. Sein Vater starb 1828, und seine letzten Stunden warm durchdie begeisterten Worte, womit sein Sohn, den Kaiser verherrlichte, beglückt wor-den. Um diese Zeit entspann sich der Kampf zwischen der Romantik und dem Clas-sicismus mit erneuerter Heftigkeit, und nahm eine Weile die Aufmerksamkeit desPublicums fast mehr in Anspruch als die Politik; H., an der Spitze einer kleinenSchar, führte den Kampf gegen die zahlreichen Classikcr mit abwechselndemGlücke. Sein DramaCromwell" (1827), nicht für die Bühne geeignet, vollbewundernswerther Stellen, allein oft bizarr, breit, unbeholfen, war eher eineNiederlage als ein Sieg. DieOrientales" (1828) schlugen den Classicismusaufs Haupt; nie hatte ein Franzose solche Lyrik gedichtet. Ee- ist dies ein Werkvoll kindlichen Gefühls, voll glühender Begeisterung; nur die Verse, welche bloßden Classikern zum Trotze geschrieben wurden, sind zu sonderbar. Allein der Wi-derstand der Nachbeter des einst ehrenwerthen. jetzt langweilig gewordenen Classi-cismus hatte ihn gereizt, und den ersten Hauptsicg benutzend, schrieb erI.e <!er-vier jmir ck'un couclanme" (1829), dann ein TrauerspielMarion Delorme"(1829), das aber anfänglich nicht aufgeführt werden durfte. Der Minister Labour-donmlye bot dem Dichter dafür eine bedeutende PensionSzulage, H. schlug sie aus,und vollendete noch in demselben Jahre fein TrauerspielHernani", aufgeführt im"1'lleütre sran^ais am 26. Febr. 1830. Bei den Aufführungen dieses, an schönenEinzelnheiten reichen, aber in der Anlage des Ganzen verfehlten Stückes glich dasTheater, Parterre und Logen, einem Kampfplatze. Jede Partei schrieb sich denSieg zu. In einer Vorrede zu den?oesies cke vovulle", des verstorbenen Do-valle, d. h. des Dichters St.-Beuve, der sich ganz.wohl befindet, griff H. den Clas-sicismus direct an. Dann erschien im Mär; 1831 seinKotre Dame cke ?oris",ein außerordentliches Werk, und nicht mit dem gewöhnlichen Maßstabe der Kritikzu messen; jede Figur darin ist eine Schöpfung. Nach der Juliusrevolutionschrieb H. für denOlobe" eine begeisterte Ode zu Ehren der drei Tage. Als dieKammer gegen die Theaternapoleons eiferte, dichtete er eine zweite Ode ,A lo c<«-Icmne". Die neuere Politik konnte ihn nicht begeistern. Seine letzten Oden sindziemlich legitimistisch. Dem Sohne Napoleons rief er ein rührendes Abschieds-worr nach. Da die Romantik nicht mehr so viel Widerstand findet, so hat er auf-gehört, ganze Seiten bloß den Classikern zum Trotze zu schreiben. Ob nun ausNeigung oder des materiellen Interesses halber, beschäftigt er sich vorzüglich mitdem Drama, während er in der Lyrik ausgezeichneter ist. Zu Ende des Jahrs1832 brachte er sein neuestes Drama.e roi s'omuse" auf das '1'lleätre fron^ais,als der Minister Argout, weil man in einigen Stellen Anspielungen auf die Fa-milie Orleans gefunden haben soll, die Aufführung verbot. Der Dichter klagtegegen die Directoren des Theaters, mit welchen er seinen Vertrag geschlossen, unddie Sache wird eben jetzt vor dem Gerichte verhandelt. Dieses Stück ist in Vor-zügen und Mängeln seinen übrigen dramatischen Leistungen gleich. H- ^stvorzüglich englische, spanische und italienische Werke; deutsche Schriften kennt ernur durch Übersetzungen. Was seine Persönlichkeit betrifft, so vereinigt Ä diespanische Würde mir der französischen Liebenswürdigkeit. Durch seine blasse Ge-sichtsfarbe und durch das helle Auge sprüht das nnere Feuer hervor. G 5)Hüllmann (Karl Dietrich), geheimer Regierungsrath und Professor der