Hegel 379
Geistes. Die Bewegung, die Form seines Wissens von sich hervorzutreiben, istdie Arbeit, die er als wirkliche Geschichte vollbringt.
Nach der Phänomenologie des Geistes gab H. die„Wissenschaft der Logik"(2 Bde., Nürnberg 1812 —16) heraus, ein merkwürdiges Denkmal seines ori-ginellen Geistes. Die Logik ist ihm die eigentliche Metaphysik oder reine spekula-tive Philosophie. Die Fortbewegung des Bewußtseins selbst, sowie die Ent-wicklung alles natürlichen und geistigen Lebens beruht auf der Natur der reinenWesenheiten, die den Inhalt der Logik ausmachen. Sie sind die reinen Gedan-ken, der sein Wesen denkende Geist. Die Phänomenologie des Geistes war nichtsAnderes, als die Deduktion des Begriffs der reinen Wissenschast. Diese enthaltden Gedanken, insofern er ebenso sehr die Sache an sich selbst ist, oder die Wahr-heit, daß das Ansichseiende der Begriff, und der Begriff das Ansichseiende ist.Die Logik ist sonach als das System der reinen Vernunft, als das Reich des rei-nen Gedankens zu fassen. Dieses Reich ist die Wahrheit selbst, wie sie ohneHülle an und für sich selbst ist, man kann sagen, die Darstellung Gottes, wie erin seinem ewigen Wesen, vor der Erschaffung der Natur und eines endlichen Gei-stes ist. Auf diese Weise wird die Logik ganzlich umgestaltet, und von allem psy-chologischen, pädagogischen und physiologischen Material gereinigt. Die Logikzerfallt in objektive und subjektive. Die objektive ist die Logik des Seins, sie ent-spricht zum Theil der transscendentalen Logik Kant s und tritt an die Stelle dervormaligen Metaphysik. Die subjektive Logik ist Logik des Begriffs. Bestimm-te aber hat sie drei Theile, die Logik des Seins, die Logik des Wesens und dieLogik des Begriffs. Das Sein ist reines Sein, gleich Nichts, das Werden, alsEinheit des Seins und des Nichts, dann weiter Dasein, als bestimmtes Sein,Realität, Bestimmtheit, Unendlichkeit, Fürsichsein, Eins, Attraktion und Re-pulsion, Größe, die Quantität, das Quantum, das quantitative Verhältniß,und das Maß, welches in das Wesen übergeht. Das Wesen ist Reflexion in ihmselbst, wobei die Reflexior.-sbestimmungen der Identität, des Widerspruchs unddes Grundes zum Vorschein kommen. Dann tritt die Sache in die Existenz, dasWesen erscheint. Die Einheit des Wesens und der Existenz ist die Wirklichkeit.Die Einheit des Innern und Äußern ist die absolute Wirklichkeit. Hierher gehörtdie spinozistische Substanz, sowie die Monadenlehre Leibnitz'. Von der Sub-stantialitat ist der nächste Fortschritt zu der Causalität und der Wechselwirkungder Substanzen, aus welcher dann die einfache Bestimmtheit des Begriffs, dasReich der Subjektivität oder der Freiheit hervorgeht. Dieses ist das des Begriffs,als die Einheit des Seins und der Reflexion. Der Begriff in dieser freien Existenzist das Ich, oder das reine Selbstbewußtsein. Die Momente des Begriffs sinddie Allgemeinheit, die Besonderheit und die Einzelheit. Die Urtheile zerfallenin Urtheile des Daseins, und zwar a) in das positive, 6) das negative, c) dasunendliche; L) in Urtheile der Reflexion, diese sind das singulaire, das particulaireund das universelle; (!) das Urtheil der Nothwendigkeit zerfällt in das kategorische,hypothetische und disjunktive; v) das Urtheil des Begriffs ist das assertorische,das problematische und apodiktische. Auch der Schluß zerfällt in den Schluß desDaseins, in den der Reflexion und in den der Nothwendigkeit. Der zweite Ab-schnitt der Logik enthält die Objektivität. Au dieser gehören der Mechanismus,^ Chemismus und die Teleologie. Der dritte Abschnitt endlich handelt von derIdee, und zerfällt in das Leben, in das Erkennen und in die absolute Idee. Die^ absolute Idee allein ist Sein, unvergängliches Leben, sich wissende Wahrheit undalle Wahrheit. Sie ist der einzige Gegenstand und Inhalt der Philosophie. DieNatur und der Geist sind unterschiedene Weisen, ihr Dasein darzustellen, Kunstund Religion ihre verschiedene Weisen , sich zu erfassen und ein sich angemessenesDasein zu geben. Hierdurch kehrt die Logik in ihren Anfang zurück. Sie ist nun