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Hegel
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Kritiken gleich bei ihrem ersten Erscheinen bemerklich machten, übt H. einen wohl-thätigen Einfluß auf die medicinische Literatur unserer Tage, und in den letztenbeiden Jahren hat er mit einer eigenthümlichen Kraft das durch die Cholera er-schütterte und erschreckte europäische Geschlecht durch geschichtliche Erinnerungenan die Seuchen früherer Jahrhunderte, durch die Schrift: „Der schwarze Todim 14. Jahrhundert" (Berlin 1832), ermuthigt und gestärkt. Auch seineneueste Leistung: „Die Tanzwuth, eine Volkskrankheit im Mittelalter" (Ber-lin 1832), ist ein schatzbarer Beitrag zur Geschichte der Medicin. Allgemein hu-mane Bildung, Bestimmtheit des Urtheils über die Wissenschaft und das Le-ben, Kenntnisse der neuen wie der altern Sprachen, sind Eigenschaften, die H. aus-zeichnen. (2)
Hedouin (Charles Francis), Botaniker, geboren zu Paris am 25.Marz 1761, starb am 15. Aug. 1826 in dem Gehölz von Vincennes, wo ereben herborisirte. Er hatte fortwahrend obrigkeitliche Ämter bekleidet, aber allefreie Stunden der Naturgeschichte und der Älterthumskunde gewidmet. Unterseinen hinterlassenen Handschriften fand man ein „Veni mecum(lu naturaliste", das mit ebenso viel Urtheilskraft als Geschmack abgefaßt ist; fer-ner Denkschriften „8ur les fossiles cke (ZriAnon", „8ur nn treäeinonstmenx etc."und eine „?Iore ein doi» cke Loulogme". Das schatzbare Cabinet dieses geachte-ten Naturforschers ist verkauft worden. Sein trefflich geordnetes Herbariumvon 26 großen Banden befindet sich nebst mehren Sammlungen von In-sekten und Schmetterlingen im Besitze der Witwe. S. die „Police <!es prin-cipkmx articles clu cnbinet cke teu U. Leckouin, ^refüer ü la cour rovnle cko?aris" (Paris 1826). (7)
*Hegel (G.org Wilhelm Friedrich), geboren zu Stuttgart 1770, seit1801 Privatdocent und seit 1805 außerordentlicher Professor der Philosophie zuJena, wurde 1808 Professor und Rector des Gymnasiums zu Nürnberg, 1815Professor der Philosophie zu Heidelberg, und kam 1818 in gleicher Eigenschaftnach Berlin, wo er den 14. Nov. 1831 an der Cholera starb. Das Urtheil überdie Verdienste dieses Denkers ist gewiß nicht leicht. Noch stehen sich zwei Ansich-ten einander schroff entgegen Auf der einen Seite sehen wir die zahlreichen Schü-ler und Anbeter des Mannes, welche man die Unbedingten nennen könnte. Sielassen kein anderes System neben dem ihres Meisters gelten, außer höchstens nurinsofern, als dessen Wahrheit einen frühern nothwendigen Durchgangspunktoder eine untergeordnete beschrankte Ansicht der Welt enthalt, in welchem Falleaber das Wahre darin schon in H.'s System mitaufgenommen worden und da-rin seine wahre Stelle erhalten hat. Über dieses hinaus, welches wie das Welt-all einzig ist und alle Formen in sich schließt, gibt es keine Wahrheit mehr; esist geschlossen. So behauptete einer dieser enthusiastischen AnHanger in seinerRede am Grabe des Meisters: das System desselben sei vollendet, die Geschichteder Philosophie mit ihm aus und fortan das Geschäft der Philosophen kein an-deres, als diese Lehre auszulegen, anzuwenden und zu verbreiten. Er verglich denMeister mit Jesus Christus und erließ, als einer der ältesten Schüler, der zudm Füßen des Herrn gesessen, an die anwesenden jungem den Aufruf: Gehethin in alle Welt und prediget das neue Evangelium. Ein anderer Redner ver-glich ihn mit Alexander dem Großen, in dessen Reich der Wissenschast sich nun-mehr seine Schüler theilen würden. Auffallend contrastiren damit die UrtheileAnderer. Zwar sprechen auch sie H. großen dialektischen Scharfsinn und Tiefsinnnicht ab, und finden einzelne Bemerkungen trefflich, aber sie halten das Ganzeals System für verfehlt, für ein Gewebe abstruser Formen, voll von Spitzfin-digkeiten und willkürlichen Dogmen, ohne bedeutenden Gewinn für Wissenschaftund Leben. Beide Ansichten sind viel zu einseitig und tragen zu offenbar das