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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
376
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376 Hecker -

von Mohammedanern gesteuert, den heiligen Gangesstrom hinauf, besuchte dasGebirgsvolk der Puharri, sah das alte Patna und das uralt heilige Benares. Vo„ !Allahabad wandte er sich nördlich abwärts vom Ganges in das den Britten v»,Kündete Königreich Oudh und drang bis Almorah, der äußersten britischen Be-sitzung, wo er die eisbsdeckten Gipfel des Himalaya, denen nichts auf Erdengleicht, in ihrer majestätischen Schönheit erblickte. Von hier sich wieder südwärtswendend, besuchte er die Kaiserstadt Delhi und durch die Staaten von Radschputanaüber Jugerit nach Bombay reisend, schiffte er sich hier (im Aug. 1825) nachCeylon ein. Kaum von dieser heiligen Insel in Calcutta wieder angelangt, treibtsein rastloser Eifer ihn zur zweiten Visitationsreise nach der Küste von Coroman-del, wo er, in Tritschinopoly, am 3. April 1826 sein wirkungsreiches Leben be-schließt. Man fand ihn todt im Bade. Wo er erschien, bei Hindus, Moslemsund Christen kam H. als Bote des Friedens und der Versöhnung; Liebe, An«hänglichkeit, Begeisterung folgte dem edeln Menschenfreunde. Für das Christen-thum in Indien hoffte er nur etwas durch Ausdehnung des Schulunterrichts, nichtdurch Zelotismus der Missionare; er suchte die bengalische Kirche mit der altorien-talischen Christenkirche in Verbindung zu bringen, wohingegen auch dieser aus-gezeichnete Mann sich nicht von dem alten Vorurtheil der Episkopalen gegen diepresbyterianischen Sekten ganz frei zu machen wußte. Ungemein war die Trauerum seinen Tod; Trauerflaggen, Kanonenschüsse, Collecten zu milden Stiftun-gen, Statuen u. s. w. haben sie documentirt. „ Reginald Heber's Name", sagtein Engländer, „nimmt eine Stelle unter denen ein, deren Canonisation in frü-herer Zeit von der allgemeinen Stimme gefodert wäre." Der Sektengeist schwiegin seiner Bewunderung. Seine Nachrichten über den gegenwärtigen Austand desWunderlandes Indien werden lange eine Quelle und ein Muster bleiben, wie einenglischer Reisebeschreiber beschreiben sollte. S. „^urrutive ofusOurlle^ttIrougiltke upper provinces of luciiu" (2 Bde., London 1828). H. hat unstreitig ein tiefpoetisches Gemüth. Auch als Skizzenzeichner hat er Verdienste und besonders daseine, uns fern liegende, kaum von Europäern berührte Gegenden vor Augen gebrachtzu haben. Kaum begreift man, wie der von seinen Berufsgeschästen überladeneReisende noch so viel Zeit und Munterkeit haben konnte zu einem solchen Tage-buche. Freilich erdrückte ihn auch die Arbeit. Ihr unterlagen auch beide nach H.dorthin gesandte Bischöfe. Seine Witwe gab seine Lebensgeschichte („Dke Icke olRexinall! Heber" (2 Bde., London 1830,4.), mit Auszügen aus seinem Brief-wechsel und dem Tagebuch seiner Reise durch Norwegen, Schweden, Rußlandund Deutschland heraus. Über sein Leben und seine Reisen durch Indien siehe dieumfassende Zusammenstellung in dem empfehlenswerthen Werke: „ReginaldHeber's Leben und Nachrichten über Indien, nebst einem Abrisse der Geschichte desChriftenthums in Indien von Friede. Krohn" (2 Bde., Berlin 1831). InderKirche zu Hodnet ward ihm 1829 ein Denkmal gesetzt. (9),.

Hecker (Justus Friedrich Karl), Professor der Medicin an der Universitätzu Berlin und Mitglied der Ober- Examinationscommission daselbst, wurde 1>9vzu Erfurt geboren, Sohn des Professors August Friedrich H. zu Berlin.H. studirte Medicin zu Berlin, wo er 1817 promovirte und sogleich Privatdocentward und 1822 die Professur der Medicin erhielt. Er hat seine ausgezeichneteThätigkeit wie sein Studium vorzüglich der Theorie und der Geschichte der Meduein zugewendet, in welchen beiden Fächern er Vorzügliches leistet. Der „Geschichteder Heilkunde", die H. begonnen und von der zwei Bände erschienen sind, erfuhr voneiner gewissen Partei mit Unrecht große Anfechtung; sie zeichnet sich durch gründ-liches Studium der Quellen und durch eine beredte Darstellung aus, und wirnach ihrer Vollendung eine Zierde der deutschen medicinischen Literatur sein. Dun«Herausgabe seiner medicinischen „ Annalen", die sich durch Mündliche und gelehr e