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wendet, deren Betrachtung ihm auch die Idee zu dem Werke: „ Gestaltung Euro-pas seit dem Ende des Mittelalters bis auf die neueste Zeit nach dem wiener Con-gresse" (erster Theil, Leipzig 1818), gegeben hat, das den glücklich ausgeführtenAnfang einer historisch-statistischen Entwicklung der neuesten europäischen Zu-stande liefert, indem es den frühern Grund der bürgerlichen Gestaltung Europain den Charakteren und in der geistigen Bildung der verschiedenen Völker und inihrem Wechselleben unter einander aufsucht. Das Ergebniß einer gründlichen For-schung ist seine „Geschichte der Lombardei" (4 Tkeile, Dresden 1826 — 28), diezur „Historischen Taschenbibliothek" gehört. Für die Richtung seiner schriftstelleri-schen Wirksamkeit war von wichtigem Einflüsse die literarische und bald fortwäh-rend freundschaftliche Verbindung mit einem um Deutschlands Literatur hoch ver-dienten Manne, dem Buchhändler Friedrich Arnold Brockhaus, für welchen erseit 1813 bei mehren literarischen Unternehmungen als Mitarbeiter thätig war.Nachdem H. bereits zahlreiche Beiträge zu dem von Brockhaus seit 1809 mitebenso viel Einsicht als glücklichem Erfolg umgeschafsenen „Conoersations-Lexikon"geliefert hatte, übemahm er die Durchsicht des zweiten Abdrucks der fünften Auf-lage dieses Werks, der 1820 erschien, wie des dritten, der 1821 ausgegeben wurde.Die von Brockhaus 1822 begonnene „Neue Folge" des „Conversations-Lexikon"besorgte H. nach dem frühen Tode jenes ausgezeichneten Mannes (20. Aug. 1823)vom Buchstaben G an (1824 — 26), sowie er auch an der Vollendung der 1822begonnenen sechsten Auflage des „Conversations-Lexikon" in zehn Bänden eifrigenAntheil nahm. Er erhielt gleichfalls die Redaction der gänzlich umgearbeiteten,mit der „Neuen Folge" verschmolzenen siebenten Auflage dieses Werks in zwölfBanden (1827—29) und die Durchsicht des zweiten Abdrucks derselben (1830),und so hat er für dieses Werk, hinsichtlich der äußern Gestaltung wie der innernAusbildung, eine von der Verlagshandlung mit lautem Dank anerkannte Thälig-keit entwickelt, die wesentlich dazu beigetragen hat, dem „Conversations-Lexikon"den Ruf zu verschassen, den es in allen Landern deutscher Zunge und im fernstenAuslande genießt. Früher hatte er in Verein mit mehren Gelehrten die, vonjenem Werke ganz unabhängige und nach einem ganz verschiedenen Plan angelegte„Taschenencyklopädie, oder Handbibliothek des Wissenswürdigen, in Hinsicht aufNatur und Kunst, Staat und Kirche, Wissenschaft und Sitte" (4 Bde., Leip-zig 1816—20) herausgegeben. Die Redaction der „Zeitgenossen" besorgt er seit1824. Zu mehren Zeitschriften, z. B. dem „Hermes", dem „Literarischen Con-versations-Blatt" und den „Blättern für literarische Unterhaltung", Luden's „Ne-mesis", lieferte er gehaltvolle Beiträge. Im Oct. 1830 ward ihm von der sächsi-schen Regierung die Redaction der „Leipziger Zeitung" und der „Leipziger Fama"übertragen, die er gemeinschaftlich mit 1>r. Gretschel seit dem 1. Jan. 1831herausgibt. (72)
Hassel (Johann Georg Heinrich) ward am 30. Dec. 1770 zu Wolfen-büttel geboren, wo sein Vater als braunschweigischer Consistorialrath lebte. SeineFamilie stammt aus England und kam im 17. Jahrhundert nach Braunschweig.Auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt unterrichtet, bezog er 1789 die UniversitätHelmstedt, um sich der Rechtswissenschaft zu widmen, besuchte aber mit größererTheilnahme die Vorlesungen über Geschichte und Geographie. Als er 1792 diePrüfung gut bestanden hatte, fand er einen Gönner in dem damaligen braun-schweigischen Minister, nachherigen Fürsten Hardenberg, und ward im Residenz-amte Wolfenbüttel angestellt. Er sammelte schon zu jener Zeit eifrig für Geschichte,Geographie und Statistik und gab in Verbindung mit dem Justizamtmann Begezu Helmstedt eine „Geographisch - statistische Beschreibung der FürstenthumcrWolfenbüttel und Blankenburg" (2 Bde., Braunschweig 1802), h^aus, we-cher sein „Statistischer Umriß der sammtlichen europaischen Staaten" (2 Hefte,