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war. Unter des Vaters Leitung zweckmäßig begründet, erhielt seine Schulbildungschon auf dem Lyceum zu Lübben durch den Rector Suttinger die Richtung fürseinen spatem Lehrerberuf, indem er mit Basedow's, Campe's, Salzmann'sund anderer Pädagogen Schriften bekannt gemacht und durch Ertheilung von Un-terricht in der Methodik geübt wurde. Er bezog darauf 1791 die Universität Wit-tenberg, wo er, von dem hoch verdienten Conferenzminister von Einsiedel unter-stützt, bis 1795 die Rechtswissenschaft in fortwährender Verbindung mit Philo-sophie und Geschichte studirte. Er war zwei Jahre Repetent gewesen und wollteeben in die praktische Laufbahn als Sachwalter eintreten, als ihn der Fürst vonSchonburg-Waldenburg zum Lehrer seiner drei Söhne wählte, und er blieb indiesem Verhältnisse, bis er 1798 als Professor an das Cadettenhaus zu Dresdenberufen wurde, das zu jener Zeit durch den General von Christian! und den Pro-fessor Pölitz in eine wahrhaft pädagogische Bildungs - und Lehranstalt umgeschaf-fen wurde. Der Gang seiner Studien nahm hier eine literarisch-encyklopädischeRichtung, da er in mehren Fächern, hauptsächlich in Geographie und Statistik,Unterricht zu geben hatte. Seit 1803 zum ordentlichen Professor der Moral undGeschichte ernannt, bearbeitete er auch die Studien-und Lectionsentwürfe. Andiesem blühenden, längere Zeit hindurch zu einer allgemeinen Studienanstalt er-weiterten Institute erhielt H. d:-irch die nähere Verbindung mit ausgezeichnetenMannern, mit den Generalen von Christian«', von Emmerich und von Gersdorff,mit dem Professor Pölitz, Major Lehmann, dem Hofrath Böttiger, Studien-director des später (1814) mit dem Cadettenhause vereinigten Pageninstituts, be-sonders aber durch nähern Umgang mit talentvollen Zöglingen vielseitige Veran-lassung zu seiner wissenschaftlichen und praktischen Fortbildung, wozu auch ver-schiedene Reisen in Deutschland während der Ferien beitrugen. Er machte 1805eme größere Urlaubsreife mit der Familie des russischen Gesandten am spanischenHofe, Grafen von Stroganoff, über Berlin, Hamburg, London und Lissabonnach Madrid und kehrte nach einem halbjährigen Aufenthalte in Spanien alleinüber Paris, wo er zwei Monate verweilte, im Oct. 1806 nach Dresden zurück.Bruchstücke aus seinem Taaebuche hat er in Kind's „Harfe", in Voß' „Zeiten",in der „Abendzeitung" (1806) und andern Zeitschriften mitgetheilt. In Dresdenhielt er zwei Winter hindurch öffentliche historische Vorlesungen in französischerSprache, die auch von den dort lebenden Fremden zahlreich besucht wurden. Alser 1825 von der Universität zu Leipzig einen Ruf als Professor der Geschichte er-hielt, ward er nach der Entscheidung des verewigten Königs seiner Stelle amCadettenhause nicht entlassen; drei Jahre später von der Universität noch einmalvorgeschlagen, erhielt er die Erlaubniß, sich ganz dem akademischen Berufe zu wid-men. Seitdem er sein neues Lehramt im Oct. 1828 angetreten hat, hält er Vor-lesungen über Statistik und einzelne historische Disciplinen, leitet historische Übun-gen und gibt Privatissima über die Geschichte der Friedensschlüsse in französischerSprache. Wir nennen von seinen frühem Leistungen, außer einer Skizze von„Tharand und seinen Umgebungen " (Meißen 1801), vorzüglich „Dresden unddie umliegende Gegend" (Pirna 1801, und zweite Aufl., 2 Bde., Dresden 1804),das erste Buch, das die früher mit geistloser Trockenheit behandelte Topo-graphie der sächsischen Hauptstadt und ihrer Umgegend aus höhern statistischen Ge-sichtspunkten anziehend und belehrend darstellte. Als H. seine literarische Thätig-keit dem Gebiete der Geschichte zu widmen begann, lieferte er vorzügliche biogra-phische Gemälde, unter welchen die Lebensgeschichten Moreau's (Dresden 1816)und Gerhard's von Kügelgen (Leipzig 1824) und mehre Beiträge zu Niemeyer's„Biograph" und den „Zeitgenossen" sich auszeichnen. Wie er hier besondersauf hervorragende Gestalten in der Zeitgeschichte seine Blicke richtete, so warenseine historischen Forschungen überhaupt der neuern Geschichte vorzugsweise zuge-