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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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362
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362 Hase (Heinrich) Hasse

träge und durch seinen Umgang anregte und bildete, sahen ihn ungern scheidenals er 1829 einen Ruf nach Jena annahm. Er machte darauf eine Reise überdie Alpen, bis er 1830 sein Lehramt antrat. Sein eigenthümliches theologischesSystem hat er in seinen Schriften: „ Des alten Pfarrers Testament" (Tübingen1824), „Lehrbuch der evangelischen Dogmatik" (Stuttgart 1825), „Gnosis"(3 Bde., Leipzig 1826 — 28), „Leben Jesu" (Leipzig 1829), niedergelegt, inwelchen tiefes religiöses Gefühl und besonnene Forschung sich zeigen. Außer ei-nigen anonymen Schriften ist vorzüglich seine Darstellung der Bewegungen inSachsen, die er unter dem Titel: „ Sachsen und seine Hoffnungen, von Karl vonSteinbach" (Leipzig 1830), herausgab, zu erwähnen, ein im Ganzen treuerBericht von jenen Begebenheiten und eine unparteiliche und besonnene Erörterungder damaligen Verhältnisse.

Hase (Heinrich), wurde zu Altenburg am 18. Jan. 1789 geboren, besuchtedas dortige Gymnasium und nach Vollendung seiner akademischen Studien zu Jenaund Leipzig lebte er von 1809 — 17 als Hauslehrer in Kurland. Auf einerwissenschaftlichen Reise durch Frankreich und Italien, die er im Aug. 1817 an-trat, hielt er sich ein Jahr lang in Paris auf, wo ihn besonders die Vergleichunggriechischer Handschriften mehrer Werke des Aristoteles u. A. in der königlichenBibliothek beschäftigte. Von Paris ging er über Mailand und Florenz nach Rom,setzte hier bei einem si'ebenmonatlichen Aufenthalte seine Untersuchungen griechischerHandschriften in der Vaticana und in andern Bibliotheken fort, besuchte noch denelastischen Boden Neapels bis Pastum, trat sodann seinen Heimweg über Venedigan, wo er sich hauptsachlich mit Sammlung von Materialien zu einer Darstellungder Zeit des Cardinals Bessarion beschäftigte, wurde 1820 Jnspector des Antiken-und Münzcabinets zu Dresden und erhielt 1826 den Hofrathstitel. Seine litera-rische Thätigkeit begann er anonym durch mehre Aufsätze in der von Albers in Mie-tau herausgegebenen „Ruthenia". Mitthcilungen über ein Fragment von Euripides'„Phaethon" in der rescribirten Handschrift der Paulinischen Briefe der königi. Bi- ^bliothek zu Paris, abgedruckt in Gail's „?llilologue", veranlagten die weitern Un-tersuchungen eines Burgeß und Immanuel Bekker. Aus den Studien über Aristo-teles ist bis jetzt nichts hervorgegangen als eine Ausgabe von Excerpten aus Aspa-si'us' Commentar über Aristoteles' Ethik im „(llassicnl zournal". Seine Colla-tionen zu der „Poetik" hat Göttling bei seiner Ausgabe benutzt. Eine gedrängte Au-sammenstellung aus dem beabsichtigten lateinischen Werke über Bessarion enthältErsch's und Grubor's „Encyklopädie". Außer vielen gehaltvollen Aufsätze inZeitschriften zeichnen wir ganz besonders aus seine „Nachweisungen'für Reisendein Italien, in Bezug aufOrtlichkeit, Alterthümer, Kunst und Wissenschaft" (Leip-zig 1821); „Verzeichniß der alten und neuen Werke in Marmor und Bronze inden Sälen der Antikensammlun.g in Dresden" (Dresden 1826 und 1828). MehreVorträge an der Akademie der Künste zu Dresden über Kunstgeschichte, die ihmseit 1824 übertragen waren, veranlaßten die „Übersichtstafeln zur Geschichte derneuern Kunst von den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung an bis zuRafael Sanzio's Tode" (Dresden 1827 fg.). Eine neue Anordnung des Münz-cabinets und mannichfache damit zusammenhängende Arbeiten nahmen späterhinso viel Thätigkeit in Anspruch, daß zu größern literarischen Unternehmungen we-nig Zeit übrig blieb. Inzwischen erschien noch „Elastische Alterthumskunde",erster und zweiter Band (Dresden 1828), und wir dürfen bei H.'s vielseitigenKenntnissen und gründlichen Forschungen auch ferner aus thätige und kräftigeFörderung der Wissenschaft rechnen.

Hasse (Friedlich Christian August), Professor der historischen Hülfswisisenschaften zu Leipzig, wurde am 4. Jan. 1773 zu Rehfeld im ehemaligen wit-tenberger Kreise geboren, wo sein Vater, später nach Bockwitz versetzt, Prediger