Hase (Karl)
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im „Hermes", Bd. 30, 33 u. 34. In dem biographisch-literarischen Werke: „OlufGerhard Tychsen, oder Wanderungen durch die mannichfaltigsten Gebiete der bi-blisch-asiatischen Literatur" (2 Bde., Bremen 1818), gab er manche schatzbareMitheilungen, wiewol einige seiner Urtheile über Tychsen's paläographische For-schungen ihm die schärft aber gründliche Rüge des berühmten Paläographen Koppzuzogen. Für alttestamentliche Sprachforschung war H. zuerst in seiner „Erklä-rung des Propketen Micha" (Lemgo 1800) thalig, indem er die grammatisch-historische Auslegungsweise streng übte und viele lexikographische Erlauterungen,besonders aus arabischen Quellen, darbot. Seine Schrift: „Die Hebräerin amPutztische und als Braut" (3 Bde., Amsterdam 1809 —10), ist eine anziehendeFrucht biblischer und orientalischer Forschungen, besonders in den Partien, wodie Quellen reichlich fließen. Die „Einleitung in das Studium der Bücher desAlten Testaments" (Bremen 1818) liefert Beiträge zu den hebräischen Wörter-büchern und gibt Aufklärungen des spätem hebräischen Sprachgebrauchs. Inseinen „Historisch-kritischen Forschungen über die Bildung, das Zeitalter undden Plan der fünf Bücher Moses" (Rostock 1831) sucht er darzuthun, daßder größte Theil des Pentateuch erst nach Salomo's Tode verfaßt worden sei.Die Schrift: „Die enge Verbindung des Alten Testaments mit dem Neuen"(Hamburg 1831), leitet die religiösen Vorstellungsarten des Neuen Testamentsaus den ältesten Urkunden des Judenthums ab. Schätzbar ist H.'s „Einleitung indas Buch Koheleth" (in Winer's „Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie",Bd. 1), und sein Aufsatz „Über Charakter und Auslegung des Hohenliedes" (eben-daselbst) erwirbt sich das Verdienst, die Geschichte der sinnbildlichen Auslegungdesselben aus den ältesten Schriften aufzuklären. Als freisinniger Theolog machtesich H. schon früher durch seine Schrift: „Blicke in den Geist des Urchristenthums"(Düsseldorf 1802), bemerklich, und obgleich er über diese Jugendarbeit, die nichtmit der Gründlichkeit der Untersuchung und der Würde der Darstellung, welche derGegenstand erfodert, geschrieben ist, selbst das Verdammungsurtheil ausgesprochenhat, so ist er doch der darin vorherrschenden Ansicht treu geblieben und hat fortdauerndfür echten Protestantismus und Religiosität das Wort genommen.
Hase (Karl), Professor zu Jena, wurde am 25. Aug. 1800 zu Steinbachim Fürstenthum Altcnburg geboren, wo sein Vater Pfarrer war, nach dessen frühemTode er in Altenburg erzogen ward und das dortige Gymnasium von 1813 —18besuchte. Er bezog darauf die Universität Leipzig, wo er bis 1820 blieb und sichnach langem Schwanken zwischen der Rechtswissenschaft und der Theologie endlichfür diese entschied. Der rege wissenschaftliche und vaterländische Sinn, der zujener Zeit unter der bessern deutschen Jugend erwacht war, ergriff auch H.'s Ge-müth, und seine thätige Theilnahme an der Burschenschaftsverbindung hatte dieFolge, daß er bei den eingeleiteten Untersuchungen von der Hochschule verwiesenwurde. Seit 1821 studirte er in Erlangen, wo sich seine theologischen Ansich-ten befestigten. An dem Jünglingsbunde, der sich damals bildete, um den Geist,der in der burschenschaftlichen Verbindung lebte, auf einen größern Kreis auszu-dehnen, nahm auch H. Theil; wie fremd er aber jeder ungesetzlichen Richtungdieses Vereins war, bewies sein Austreten aus demselben, als er 1822 in Würz-burg die stärkere überspannte Partei der Bundesglieder gegen die Grundsätze der Ge-mäßigten gestimmt fand. Er habilitirte sich 1823 zu Tübingen, die Untersuchun-gen aber gegen den Jünglingsbund brachten ihn nach siebenmonatlichec Haft aufdie Festung Hohenasperg, wo er durch des Königs Wohlwollen eine ziemlich freieLage genoß und bei wissenschaftlichen Arbeiten und in frohen geselligen Kreisen ge-gen fünf Monate lebte. Nach seiner Freilassung hielt er sich in Dresden auf undging darauf nach Leipzig, wo er sich auf des ihm befreundeten Tzschirner's Antrieb1828 habilitirte. Seine zahlreichen Schüler, die er durch seine geistreichen Vor-
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