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Hartig (Franz, Graf) Hartig (Georg Ludwig) i559
entgehen, nöthig, schnell wieder nach Frankreich zurückzukehren. Er lebt jetztbei Nancy.
Hartig (Franz, Graf), östreichischer Kämmerer, Geheimrath und Gou-verneur in Mailand, Herr des Lehngutes Platt in Ostreich und der böhmischenHerrschaften Altaicha, Domaslowitz, Niemes und Wartenberg, ward am 5. Iun.1789 geboren. Sein am 1. Mai 1797 verstorbener Vater, Graf Franz H.,vermählt an Ekonore, Tochter des Eabinetsministers Grafen Colloredo, war einerder ausgezeichnetsten Diplomaten des wiener Hofes und Präsident der böhmischenAkademie der Wissenschaften, überhaupt ein warmer Freund der Literatur, einBeförderer des Volksunterrichts und ein offener Gegner des Pfaffenthums unddes Unwesens der geheimen Polizei. Noch zahlte der Sohn nicht acht Jahre, alsder Vater starb. Er wurde mit vieler Sorgfalt erzogen und verrieth ungewöhnlicheTalente, die er mit nicht geringerm Fleiße auszubilden bemüht war. Kaum 20 Jahrealt, vermählte er sich 1810 mit der Grasin Julie Gcundemann, aus einer Fami-lie, die sich der besondern Gunst der Kaiserin Maria Ludovica von Este, drittenGemahlin des Kaisers Franz, erfreute. Graf H. wurde 1815 Gubernialrath inBrünn, begann seine sinnvollen Arbeiten für das Landesbauwesen und für die ra-tionnelle Landwirthschaft, letztere nicht ohne freundliche Mitwirkung des als Berg-und Hüttenmann und als großartig experimmtirender Ökonom hoch verdientenGrasen Hugo Salm. Er wurde 1819 Hofrath und Referent der politischen Hof-kanzlei unter dem ihm besonders gewogenen obersten Kanzler Grasen Saurau,und obgleich der in Ostreich taglich mehr um sich greifenden Partei der Intoleranzund der Verfinsterung verdachtig, als viel zu gemäßigt, wurde GrafH. 1825 Gou-verneur von Jnneröstreich. Dort fand er an dem Erzherzoge Johann einen eifrigenBeistand in Allem, was geeignet war, die Verbreitung nützlicher Kenntnisse undneues Leben in den gesunkenen Erwerbszweigen des schönen Steiermarks und Un-terkärnthens zu fördern. Aber er fand auch einen nach Umstanden offenen oderheimlichen Gegner in dem Bischof des Landes, Roman Zängerle, ehemals Mönchin der schwäbischen Abtei Wiblingen. Doch waren alle Umtriebe der Obsku-ranten, denen meist auch die Mittel der geheimen Polizei zu Gebote stehen,fruchtlos gegen H.'s taglich neu bewahrtes Verdienst. Ihm wurde 1829 nach demTode des Grafen Strasoldo das nebst Gallizien schwierigste Gouvernement des öst-reichischen Kaiserstaats, jenes von Mailand zu Theil. Er steht demselben mit gro-ßer Gewandtheit und Mäßigung bis zu diesem Augenblicke vor, und hat in deröffentlichen Meinung und Stimmung bereits mancbe glückliche Veränderung her-vorzubringen gewußt. (17)
Hartig (Georg Ludwig), Staatsrath und Oberlandforstmeister zu Berlin,wurde am 2. Sept. 1764 zu Gladenbach unweit Marburg geboren, wo sein Vaterals großherzoglich hessischer Forstmeister lebte. Aus einer Familie stammend, diemehre Generationen hinauf fast nur Forst - und Jagdbeamte zählte, widmete aucher sich von früher Jugend an dem Weidmannsleben, und nachdem er seit 1779einige Jahre die Jägerei bei seines Vaters Bruder im Harz erlernt hatte, besuchteer die Universität Gießen, um eine wissenschaftliche Grundlage seines künftigenBerufs zu gewinnen. Er erhielt 1785 den Zutritt im Oberforftqmte zu Darm-stadt, wo er Gelegenheit hatte, sich mit den forstlichen Verwaltungsgeschäften be-kannt zu machen, kam aber bereits 1786 als Forstmeister des Fürsten von Solmsnach Hallgen in der Wetterau. Hier gründete er sein Forstlehrinstitut und begannseine schriftstellerische Laufbahn 1791 mit seiner „ Anweisung zur Holzzucht" wo-von die siebente Auflage (Marburg 1817) erschienen ist. Als er 1797 Landforst-meister und Forstrath im Dienste des Fürsten von Oranien-Nassau gewordenwar, verpflanzte er seine Lehranstalt nach Dillenburg, auf welche der weite Wir-kungskreis, den ihm die Leitung der Forst-und Jagdwirthschaft in ausgedehnten