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land und Ritter (1804 — 8), und einige Zeit mit Hufeland das „Journal d«praktischen Heilkunde" besorgte. H. hat einen Schatz von Gelehrsamkeit, der ikn, > ^bei einem trefflichen Gedächtniß augenblicklich zu Gebote steht, und wodurch !Umgang ebenso belehrend als unterhaltend ist. (Z) !
Harring (Harro Paul), geboren am 28. Aug. 1798 zu JbenshofbejHusum, der Sohn eines friesischen Gutsbesitzers, erhielt, da der Wohlstand sei- ^ner Altern zerrüttet wurde, nur dürftigen Unterricht in seiner Heimath, und nach- >dem er einige Jahre beim Zollamt angestellt gewesen war, begab er sich nach Kr- ^penhagen, um sich der Malerei zu widmen. Spater ging er nach Kiel und endlichnach Dresden, wo er 1819 die Kunstakademie besuchte, ohne jedoch wirklichesTalent oder auch nur technische Fertigkeit anzukündigen. Schon um jene Zeit be-schäftigte er sich, durch äußere Einflüsse angeregt, mit poetischen Versuchen, dieer unter dem Titel: „Blüten der Jugendjahre" und „Dichtungen" (beide zuSchleswig 1821), herausgab. H. hielt seinen Schriftstellerberuf für entschiedenund gab die Beschäftigung mit der Kunst fast ganz auf, da er selber erkannte, daßer keine Anlage dazu hatte. Von einem unruhigen Triebe ergriffen und ohne einfestes Ziel im Auge zu haben, ohne eine sichere Grundlage geistiger Bildung, ginger 1820 nach Wien. Seitdem trieb er sich in einem bewegten Leben umher, des-sen bunt wechselnde Erscheinungen er durch die Abenteuer, die er aufsuchte, her-beigeführt hat, und das er in seiner Biographie: „Rhonghar Jarr, Fahrten einesFriesen in Dänemark, Deutschland, Ungarn !c." (4 Bde., München 1828), be-schreibt. Die Richtungen, die damals unter der deutschen Jugend vorwalteten,scheinen ihn nahe berührt zu haben und auf seine Lebensschicksale nicht ohne Ein-fluß geblieben zu sein. Als er Ostreich verlassen hatte, ging er durch Franken unddie Rheinlande nach Holland und kehrte endlich in seine Heimath zurück. Durcheinen Gönner ward er wieder in Stand gesetzt, sich in Kopenhagen der Kunst zuwidmen, verließ aber Danemark nach einiger Zeit, um nach Griechenland zugehen. Mit mehren Philhellenen aus allen Nationen schiffte er in Marseille sichein und landete bald in Morca, wo er sich in seinen Erwartungen ganzlich betro-gen sah. Er kam aus Griechenland nach Rom, und der Umgang mit deutschenKünstlern führte ihn wieder zu Pinsel und Palette, bald aber wanderte er durch dieSchweiz und Deutschland in sein Vaterland zurück. Wir finden ihn 1825 inMünchen, wo er Erzählungen und dramatische Versuche herausgab, in welchenmanche aus Griechenland und Italien mitgebrachte Anschauungen verarbeitet sind.In seinen Leistungen ließen sich Talent und die Gewandtheit der Darstellung, diedas Ergebniß vieler Federproben ist, nicht verkennen, aber ebenso sichtbar warder Mangel einer sichern Kunstansicht und fester Geschmacksbildung, der sich be-sonders auch in der Hingebung an eine Manier, wie z. B. in „Serenaden undPhantasien", dem „Vorlaufer" der Fahrten des Friesen, in einer abstoßenden Nach-ahmung der Manier Heine's, kundgab. Nach dem Ausbruche des Kriegs zwischenRußland und der Pforte nahm H. 1828 wieder den Wanderstab, um gegen dieTürken zu fechten. In Warschau angekommen, sah er seine Hoffnung vereiteltunter dem polnischen Heere den Feldzug zu machen, und mußte als Estandartjunkcrim Garde-Lancierregiment dienen. Er kam 1830 nach Deutschland zurück.Seine Schrift: „Der Pole" (3 Bde., Baireuth 1831) und seine „Memoiren überPolen unter russischer Herrschaft" (2 Bde., Deutschland und Nürnberg 1831)
schildern in manchen interessanten Zügen die Zustände der polnischen Hauptstadt kurzvor der Revolution. Er lebte in Leipzig, bis ihm 1831 der Aufenthalt in Sachsenuntersagt ward, und da er auch in Baiern nicht verweilen durfte, so begab er sichim Sept. nach Strasburg, wo er Herausgeber der Zeitschrift: „Das constitu-tionnelle Deutschland", wurde. Er ging wieder über die deutsche Grenze, dashambacher Fest zu besuchen, fand es aber, um der bairischen Polizei zu